Januar 7th, 2012 by kritiker

 

DVD, Blu-Ray

http://www.oostrov.ru

Ein Kosmonaut landet im Jahr 2157 auf einem Exoplaneten, dessen Bewohner gewaltsam beherrscht werden. Die russische Produktion verblüfft durch unerwartet aufwendiges Produktionsdesign, eine episch angelegte Geschichte, Meta-Einsichten in Machtstrukturen und gewitzte Twists. Auch wenn das fehlende Interesse für logische Details Größe suggerieren könnte, fallen die vielen kleinen Fehler negativ auf, die holperige Storyline mit schwer nachvollziehbaren Sprüngen erinnert zuweilen eher an unausgegorene B-Movies. Wenn auch überladen, reißt die imaginäre Größe des Werkes trotzdem mit.

Januar 2nd, 2012 by kritiker

 

3D: mäßig bis überflüssig, nur konkav.

www.coriolanusmovie.co.uk

Shakespeare Originaltexte in Jetztzeitsettings, von und mit Ralph Fiennes. Funktioniert leider nicht so gut wie Romeo und Julia, trotz überdurchschnittlichem Schauspiel.

 

 

 

Dezember 30th, 2011 by kritiker

 

Kinostart: 26.01.2012

www.drive-movie.com

Gedankenloses Autofahren und brutale Gewalt  – die Zielgruppe ist offensichtlich. Die manische Lobpreisung des Films durch Autofanatiker wurde noch durch eine Klage gegen den Verleih, aufgrund des angeblich irreführenden Titels und Trailers, wegen zu wenig Fahrszenen übertroffen – 80 % der Gesamtfilmlänge reichen anscheinend nicht. Für Manche scheint Autofahren religiöse Züge anzunehmen; ein Jahrhundert exzessive Autowerbung zeigt Wirkung. Die Traurigkeit des Eingesperrtseins im Blechsarg und der daraus resultierende Autismus ist nur angedeutet. Trotz Substanzlosigkeit ist die düstere, retardierende Atmosphäre stimmig, aber macht auch unangenehm primitiv aggressiv.

Dezember 30th, 2011 by kritiker

 

Kinostart: 12.01.2012

www.offroad-derfilm.de

Dümmliche Zumutung auf Filmschülerniveau. Überflüssige, zudem handwerklich lächerlich schlecht gemachte, peinliche deutsche Provinzposse. Fremdschämen bis es einen schüttelt ist unvermeidlich. Liest irgendjemand noch Drehbücher bei der Filmförderung?

 

 

 

Dezember 27th, 2011 by kritiker

 

http://idesofmarch-movie.com

Gut besetztes Politdrama über die Geplänkel hinter den Wahlkampfkulissen. Ein irreligiöser US- Präsidentschaftskandidat, der überzeugend ethisch korrekte  Standpunkte vertritt – schön wärs ja. Leider lassen sich auch hier immer noch zu viele Wähler vom ewigen Intrigentheater verwirren, anstatt den Blick auf dem Ball zu halten: den vernünftigen, idealistischen Inhalten jenseits gieriger Verlogenheit.

 

 

Dezember 26th, 2011 by kritiker

 

Kinostart: 05.01.2012

Mockumentary. Christian Ulmen drückt die Schulbank mit echten Schülern und Lehrern. Einsichten in Lehrmethodik, die Dressur Motivation vorzuziehen scheint. Ulmen zeigt mal wieder, dass dümmlich clowneskes Verhalten, das sich mit Themen nicht wirklich auseinandersetzt, (bei Schülern) gut ankommt, zum Preis der Verunmöglichung differenzierter Stellungnahmen. Die dauernden krampfhaften Versuche Ulmens, Gottesglaube einzubringen, stoßen bei den Schülern auf Ablehnung. Glücklicherweise glauben Schüler heutzutage nicht mehr an Schöpfung und erkennen Religion als etwas Gestriges für Ungebildete. Die Ethiklehrerin wird daraufhin in einer Kirche von Ulmen vor laufenden Kameras genötigt, das Vaterunser aufzusagen – widerlich. So wird, möglicherweise ungewollt, auf die größte Bedrohung für das deutsche Bildungssystem hingewiesen. In Hessen beispielsweise wollte die CDU- Bildungsministerin Kreationismus als Pflichtlehre im wissenschaftlichen Unterricht einführen.

 

Dezember 20th, 2011 by kritiker

 

Kinostart: 22.12.2011

http://sherlockholmes2

BOUM! Guy Ritchie zeigt wo der Hammer hängt und trifft immer wieder den Nagel tief im Sehnerv. Hier stimmt alles: Tempo, Witz, Action, Stil, Schauspiel, Waffenhändler, die um des Profites willen Kriege provozieren – etwas mehr Philosophie, Erleuchtung und höhere Erkenntnisse – der Film wäre schwer zu toppen. An diesem Weltklasse-Popcornkino-Feuerwerk wird sich Zukünftiges messen müssen. Unbedingt auf großer Leinwand gucken.

Dezember 20th, 2011 by kritiker

 

www.anonymus-film.de

Schöne Bilder, in denen sich die Dramaturgie verliert. Wenn auch filmtechnisch gut umgesetzt, bleibt die Geschichte platt, grob klischeehaft und berührt zu wenig. Shakespeare als dummen Proleten darzustellen ist primitiv, vieles wird entgegen historischer Beweise einfach plump behauptet. Das Thema an sich ist interessant: der Blick hinter die Kulissen offenbart Zensur und Kampf um Wahrheit, der bis heute andauert. Emmerich musste sich auch selbst schon Plagiatsvorwürfen bzgl. „The Day After Tomorrow“ stellen. Meist wird leichtfertig übersehen, dass nichts mehr wirklich Herausragendes erschaffen wird, wenn Diebstahl geistigen Eigentums nicht sanktioniert wird, bzw. die wahren Urheber nicht entlohnt und originale Gedanken banalisiert werden. Der Wert neuer Ideen für die Gesellschaft wird fatalerweise völlig unterschätzt.

 

Dezember 18th, 2011 by kritiker

 

http://letmein-film.de

Remake des schwedischen Vampirfilms „So finster die Nacht“. Von der Freizügigkeit, Subtilität und den feinen Zwischentönen des Originals ist der simpel grobschlächtige US-Nachahmungsversuch weit entfernt. Die dünne Story schleppt sich dahin, das Ende entschädigt einigermaßen. Und mal wieder wurde eine Geschichte banalisiert.

 

 

Dezember 11th, 2011 by kritiker

 

Originaltitel: How to Train Your Dragon

www.howtotrainyourdragonintl.com

3D: gutes plastisches, konvexes und konkaves 3D.

Wunderschöner Animationsfilm, der alle Erwartungen übertrifft.

 

 

 

 

 

Dezember 8th, 2011 by kritiker

 

http://www.thehelp-derfilm.de

Oberflächliche 60er-Jahre-Südstaaten Idealisierung, die sich als Sozialkritik tarnen will, in der übelster Rassismus irgendwie nicht ganz OK ist, aber als Teil eines konstruierten Klischee-Lifestyles trotzdem durchzugehen scheint. Das „Master and Servant“ Denken wird prinzipiell nicht in Frage gestellt, solange die „Neger“ nur etwas besser behandelt werden.

 

 

Dezember 7th, 2011 by kritiker

 

http://hotel-desire.com

Download per Videoload (kostenpflichtig)

40-minütiges Experiment zur Überwindung der Gedankenkontrolle, die den deutschen Film erstickt. Absurd ist, dass man den groß angekündigten Penis des Hauptdarstellers nicht in voller Länge zu sehen bekommt. Auch wenn in diesem Fall die erotische Story banal ist und das Werk größtenteils von der Werbefilmästhetik der Bilder lebt, könnte Finanzierung durch crowd-funding eine Chance für frischere deutsche Filme werden. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Filmbehörden sich ihrer eigentlichen Aufgabe rückbesinnen und von verhindernden Zensurbehörden wieder zu Förderern neuer Ideen werden und unangepasste, Grenzen erweiternde Kunst als wichtigen Impulsgeber für eine gesunde Gesellschaft erkennen.