September 10th, 2020 by kritiker

daumen045

 

Wertung für OV

Kinostart: 10.09.2020

In einem isolierten Krankenhaus mitten im Nirgendwo wird eine Gruppe junger Mutanten für psychiatrische Tests festgehalten. Als die Vorkommnisse immer unheimlicher werden, werden die neuen Fähigkeiten und die Freundschaften der Insassen auf eine harte Probe gestellt. Werden sie aus der Klinik fliehen können?

Regie: Josh Boone
Darsteller: Maisie Williams („Game of Thrones“), Charlie Heaton („Stranger Things“).

TheNewMutantsComing-of-Age-Mutantenhorrordrama aus dem X-Men Universum. Zähflüssig, aber immerhin inklusive Old-School-Katharsis. Nicht wirklich „New“, aber Mut zu tatsächlich andersartigen, frischen Gedanken gibt es in Hollywood offensichtlich kaum noch.

 

 

November 28th, 2019 by kritiker

daumen035

 

Wertung für OmU

Kinostart: 07.11.2019
Amazon Prime Video Release: 29.11.2019

THE REPORT ist ein packender Thriller, der auf wahren Begebenheiten beruht. Der engagierte Mitarbeiter Daniel J. Jones (Adam Driver) wird von seiner Chefin, Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening), beauftragt, eine Untersuchung über das „Detention and Interrogation Programm“ der CIA zu leiten, welches nach den Anschlägen des 11. September 2001 ins Leben gerufen wurde. Jones‘ unerbittliche Suche nach der Wahrheit bringt ans Licht, wie weit der mächtigste Geheimdienst der USA bereit war, zu gehen, um Beweise zu vernichten, das Gesetz zu untergraben und ein schockierendes Geheimnis vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Scott Z. Burns schrieb das Drehbuch zu THE REPORT und führte Regie. Der Film zeichnet sich durch die herausragende Leistung einer hochkarätigen Besetzung aus, allen voran Adam Driver, Annette Bening und Jon Hamm. Sarah Goldberg, Michael C. Hall, Douglas Hodge, Fajer Kaisi, Ted Levine, Jennifer Morrison, Tim Blake Nelson, Linda Powell, Matthew Rhys, T. Ryder Smith, Corey Stoll und Maura Tierney ergänzen den starken Cast, zusammen lassen sie diese essentielle Geschichte lebendig werden.

The reportSchmucklos trockene, dokumentarfilmartige Einblicke in Vertuschungsversuche illegaler Geheimdienstaktionen, die darauf hinauslaufen, Untersuchende statt Täter zu belangen. Die Nichtverurteilung von Kriminellen im Amt ist ein weltweites neoliberales Problem, dem Trump die Krone aufsetzt, indem er eine für Kriegsverbrechen Verantwortliche zur CIA-Chefin befördert. Der Film kratzt leider nur an Oberflächen, regt aber zu weiterem Nachdenken an. Dass die von der CIA inhaftierten Gefangenen später teils hohe Positionen beim IS einnahmen und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können, wird nicht vertieft.

November 17th, 2019 by kritiker

daumen041

 

Wertung für OmU

Kinostart: 28.11.2019

New York, kurz vor dem großen Finanz-Crash. Abend für Abend strömen die Männer der Wall Street in den angesagtesten Stripclub der Stadt. Ramona (Jennifer Lopez) ist der Star des Clubs, keine kann ihr in diesem Job das Wasser reichen, sie kennt jede Pose, jeden Trick, jeden Kniff – und sie weiß, wie sie den reichen Gästen auch noch den letzten Dollar aus der Tasche zieht. Als die unerfahrene Destiny (Constance Wu) neu ins eingeschworene Team kommt, nimmt Ramona sie unter ihre Fittiche: Und gemeinsam starten sie richtig durch. Sie nehmen mehr Geld ein, als sie sich jemals hätten träumen lassen. Dann kommt der große Crash von 2008 und lässt von einem Tag auf den anderen alles zusammenstürzen. Der Club bleibt leer. Doch Ramona und Destiny sind nicht bereit, die von gierigen Bankern ausgelöste Krise auszubaden. In einer Welt, in der die einen das Geld haben und die anderen dafür tanzen, wollen die beiden nun selbst die Regeln vorgeben. Mit einem gewagten Plan und einer erweiterten Crew rund um Mercedes (Keke Palmer) und Annabelle (Lili Reinhart) beginnen sie ihre ehemaligen Kunden nun so richtig auszunehmen. Bis das Ganze außer Kontrolle gerät…

Besetzung: Jennifer Lopez, Constance Wu, Keke Palmer, Lili Reinhart
Drehbuchautorin, Regisseurin: Lorene Scafaria
Produzenten: Jennifer Lopez, Will Ferrell und Adam McKay

HustlersOb die auf wahren Ereignissen basierende Geschichte als Kapitalismus-Kritik taugt, als die sie sich verkaufen will, ist fraglich. Denn statt tieferer Einsichten oder Änderungswille kommt nur: Fuck you, so sind wir eben – verlogene, betende (dann ist alles „erlaubt“) Huren, die Anderen aus blinder Konsum- und Profitgier weh tun, ohne Schuldgefühle oder Moralempfinden. Ungerechtigkeiten werden als Rechtfertigung für Kriminalität missbraucht, statt als Antrieb für Forderungen nach positiver Veränderung, so dass sich die Verhältnisse weiter verschlechtern. Immerhin ein unverhülltes Abbild neoliberaler Kleingeistigkeit.

August 28th, 2019 by kritiker

daumen041

 

Kinostart: 29.08.2019

Nach dem letzten Einsatz im Kinohit „London Has Fallen“ gerät Gerard Butler in ANGEL HAS FALLEN nun selbst ins Kreuzfeuer: Im eisenharten Alleingang muss er eine Verschwörung aufdecken.

Mit Morgan Freeman („The Dark Knight Rises“), diesmal als US-Präsident. In weiteren Rollen sind Jada Pinkett Smith („Collateral“), Nick Nolte („Gangster Squad“), Danny Huston („Wonder Woman“), Piper Perabo („Looper“) und Tim Blake Nelson („Fantastic Four“) zu sehen, Regie führte Ric Roman Waugh („Snitch – Ein riskanter Deal“)

angel has fallenKonventionell gestrickter Verschwörungs-Actionthriller. Verrat in Staatsämtern könnte wahrscheinlich minimiert werden, wenn Amtseide nicht ausgerechnet auf ein Märchenbuch geschworen werden müssten.

 

 

 

August 14th, 2019 by kritiker

daumen045

 

Kinostart: 15.08.2019

Quentin Tarantinos ONCE UPON A TIME… IN HOLLYWOOD spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit, als alles im Umbruch ist. Auch TV-Star Rick Dalton (LEONARDO DICAPRIO) und sein langjähriges Stunt-Double Cliff Booth (BRAD PITT) müssen sich in einer Branche zurechtfinden, die sie kaum mehr wiedererkennen. Der neunte Film von Kultregisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino wartet mit einer großen Ensemble-Besetzung und zahlreichen Erzählsträngen auf.

Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie. Als Produzenten fungieren David Heyman, Shannon McIntosh und Quentin Tarantino. Die Hauptrollen spielen Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie.

Once upon a time in HollywoodTarantino erzählt sich eine Gutenachtgeschichte – so als sei er von der komplexen Realität überfordert, fühle sich durch die Tate-Morde persönlich angegriffen und wolle sich verteidigen. Filmisch wie immer einwandfrei, inhaltlich enttäuschend stumpf. Immerhin hinterfragt er im Abspann metaphorisch das Hollywood-System, das vor allem darauf ausgelegt ist Geld zu generieren – selbst wenn die Wirkung schädlich ist.
Die Morde durch drei (religiös geprägte) Mitglieder der sog. Manson-Family wurden damals wie heute von Reaktionären instrumentalisiert, um die gesamte Hippie-Bewegung (und oft im selben Atemzug alternative Lebensformen) zu diskreditieren und für beendet zu erklären. So als ob ausgerechnet der grausam kaltblütige, rassistische Manson, der Anhalterinnen skrupellos ausgenutzt und sich später ein Hakenkreuz auf die Stirn geritzt hat, „Papst“ aller Blumenkinder gewesen wäre.

August 6th, 2019 by kritiker

daumen041

 

Kinostart: 22.08.2019

Ein Teenager-Mädchen, genannt „Tochter“ (Clara Rugaard), lebt in einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker und wird von einem humanoiden Roboter namens „Mutter“ (Stimme von Rose Byrne) aufgezogen. Der Androide wurde entwickelt, um die Erde nach der Auslöschung der Menschheit neu zu besiedeln. Die besondere Beziehung zwischen den beiden wird bedroht, als unerwartet eine blutüberströmte fremde Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und völlig aufgelöst um Hilfe schreit. Die bloße Existenz dieser Fremden stellt „Tochters“ komplette Welt auf den Kopf, und nach und nach beginnt sie, ihr einziges Elternteil als potenzielle Gefahr zu betrachten. In einem atemberaubenden Finale muss sich „Tochter“ der „Mutter“ von Angesicht zu Angesicht stellen, um die Wahrheit über ihre Welt und ihre wahre Mission herauszufinden.

Regie: Grant Sputore
Drehbuch: Michael Lloyd Green
Mit: Hilary Swank, Rose Byrne, Clara Rugaard u.a.

I am Mother_01Ethische Fragestellungen und Konstrukte, die zum Denken anregen, aber in vorgegebenen, altbackenen Vorurteilen gefangen bleiben und nicht vollständig aufgehen. Der angebliche Gegensatz zwischen „böser“ Logik und „gutem“ Gefühl wird immer wieder verbreitet und selten in Frage gestellt – denn wer nur fühlt und logisches Denken für „böse“ hält, kann leichter gesteuert werden. Immerhin lassen die Macher die Möglichkeit kritischer Betrachtung zu. Ob das Original-Drehbuch weichgespült wurde, um eine Finanzierung zu ermöglichen, kann nur vermutet werden.
Letztendlich wird vermittelt, dass es ein übergeordnetes System gibt, das für das Wohl des Lebens auf diesem Planeten sorgt. Es müssen zwar harte, teils menschenverachtende Entscheidungen getroffen werden, aber immer mit dem höheren Ziel der Bewahrung menschlichen Lebens. Wer diese omnipotente KI erschaffen hat und weshalb sie sich ausbreiten konnte, wird weder erklärt noch hinterfagt. Die Realität sieht anders aus: Es werden kaum noch Entscheidungen für das Allgemeinwohl getroffen, sondern Partikularinteressen aus Gier vorangetrieben. Eine allmächtige, übergeordnete, menschenfreundliche Macht existiert offensichtlich nicht – obwohl das von den Herrschenden immer wieder suggeriert werden will.

Gesellschaftskritik, die reale Strukturen spiegelt und zu konstruktivem Handeln führt, müsste anders aussehen.

Mai 22nd, 2019 by kritiker

daumen041

 

Kinostart: 23.05.2019

Will Smith („Ali“, „Men in Black“) ist der temperamentvolle Flaschengeist Genie, der jedem, der seine Wunderlampe besitzt, drei Wünsche erfüllt. Die Titelrolle in dieser unsterblichen Geschichte des Straßenjungen Aladdin, der sich in Prinzessin Jasmine, die wunderschöne Tochter des Sultans verliebt, spielt Mena Massoud (Amazons „Jack Ryan“), einer der aufregenden neuen Schauspieler Hollywoods. Naomi Scott („Power Rangers“) verkörpert Jasmine, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Die Rolle des bösen Zauberers Jafar übernimmt Marwan Kenzari („Mord im Orient-Express“). In weiteren Rollen spielen Navid Negahban („Homeland“), Nasim Pedrad („Saturday Night Live“), Billy Magnussen („Into the Woods”) und Numan Acar („Homeland”).

Guy Ritchie („Sherlock Holmes“, „Codename U.N.C.L.E.”) zeichnet verantwortlich für die Regie von ALADDIN. Das Drehbuch stammt aus der Feder von John August („Dark Shadows“, „Big Fish“) und basiert auf dem Animationsfilm „Aladdin“ von 1992 sowie auf den Geschichten aus Tausendundeine Nacht. Die Produzenten sind Dan Lin („The LEGO Movie“) und Golden Globe®-Gewinner Marc Platt („La La Land“). Jonathan Eirich („Death Note“) und Kevin De La Noy („The Dark Knight Rises“) sind die ausführenden Produzenten.

AladdinGäbe es keine religiösen Eiferer, könnte man sich so ein längst vergangenes Morgenland vorstellen. Klassisches, familientaugliches Disney-Musical-Märchen, schön bunt und harmlos, erwartungsgemäß bieder.

 

 

 

Januar 2nd, 2019 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

Kinostart: 29.01.2019

Nach einem unglücklichen Unfall stürzen sich Ralph und seine quirlige Freundin Vanellope ins Internet, um dort nach einem wichtigen Ersatzteil für Vanellopes Videospiel zu suchen. Dabei schauen sie nicht nur hinter die Kulissen des World Wide Webs, sondern begegnen auch allerhand schrägen Figuren, die es nicht immer gut mit unseren liebenswerten Helden meinen. Und wo sollen sie überhaupt in dieser unübersichtlichen und sich ständig verändernden Welt mit ihrer Suche anfangen? Gänzlich unerfahren im Umgang mit dem Surfen im Netz richten die beiden innerhalb kürzester Zeit im Internet völliges Chaos an…

Regie: Rich Moore & Phil Johnston
Produzent: Clark Spencer

Chaos im InternetDie Fortsetzung von Ralph reichts wirkt wie Reklame für GTA V, was erstaunlich ist, denn die Konkurrenz wird beworben. Von Kritik an vorgegebener Konsumsucht keine Spur – Anlass zu Spott ist der dumme User und dessen freche eigene Meinungen in Form von Kommentaren. Immerhin werden bei Disney rudimentär kathartische Psycho-Metaebenen eingebaut, so dass man trotzdem nicht mit dem Gefühl aus dem Kino geht nur Werbung gesehen zu haben.

Januar 1st, 2019 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OmU

Kinostart: 07.02.2019

Starr Carters (Amandla Stenberg) Leben spielt sich ständig zwischen zwei Welten ab: da ist zum einen das arme, hauptsächlich schwarze Viertel, in dem sie lebt und zum anderen gibt es die reiche, hauptsächlich weiße Privatschule, die sie besucht. Das empfindliche Gleichgewicht zwischen diesen Welten wird erschüttert, als sie Zeugin wird, wie Khalil, ihr bester Freund aus Kindertagen, von einem Polizisten erschossen wird. Nun ist es an Starr, trotz des Drucks, der von allen Seiten auf sie ausgeübt wird, ihre Stimme zu erheben und für Gerechtigkeit einzustehen.

Regisseur: George Tillman Jr
Produzenten: Robert Teitel, George Tillman, Jr., Marty Bowen, Wyck Godfrey
Drehbuch: Audrey Wells Besetzung: Amandla Stenberg, Regina Hall, Russel Hornsby, Lamar Johnson, Issa Rae, Algee Smith, Sabrina Carpenter, with Common and Anthony Mackie

the hate u giveÜberkonstruiert und überemotionalisiert bis das gewünschte, gestrige Weltbild herauskommt. Statt tieferer Ursachenerkenntnis und Einspruch gegen bürgerrechtsfeindliche Gesetze – die in den USA und auch in Deutschland (sog. Polizeigesetz) immer verfassungswidrigere Auswüchse annehmen – demütige „Vergebung“ und Opportunismus nach kurzem Protest.

 

August 4th, 2017 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

Kinostart: 10.08.2017

Revolvermann Roland Deschain (IDRIS ELBA) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O’Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (MATTHEW MCCONAUGHEY). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.

Mit Idris Elba und Matthew McConaughey.
Regie führte Nikolaj Arcel (“A Royal Affair”) nach einem Drehbuch von Akiva Goldsman & Jeff Pinkner und Anders Thomas Jensen & Nikolaj Arcel, basierend auf Stephen Kings Romanen.
Die Produzenten des Films sind Akiva Goldsman, Brian Grazer, Ron Howard und Erica Huggins.

Der dunkle TurmBasierend auf Stephen Kings achtbändiger Saga. Hintergründe der düsteren Fantasy werden im Film nicht enthüllt, einiges wird nicht aufgelöst. Das wäre akzeptabel, wenn die Metaebenen tragfähig wären. Aber leider schimmern simple Metaphern und Dichotomien durch, die zuweilen an das fundamentalchristlich-rückschrittliche Weltbild, der von King oft besuchten Anonymen Alkoholiker erinnern. Konventionelle Hollywood-Dramaturgie, Waffennarreteien und Geballer.

November 5th, 2016 by kritiker

daumen041

 

Wertung für OmU

Als plötzlich zwölf Raumschiffe an unterschiedlichen Punkten auf der Erde ankommen, werden die Sprachwissenschaftlerin Dr. Louise Banks (Amy Adams) und der Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) dazu angewiesen, Kontakt zu den unbekannten Wesen aufzunehmen und deren Laute und Schriftzeichen zu übersetzen. Obwohl die Arbeiten voranschreiten und die US-Wissenschaftler an einer baldigen, möglichst friedlichen Verständigung arbeiten, betrachten die Regierungen anderer Staaten die außerirdischen Flugobjekte zunehmend als direkte Bedrohung und erwägen militärische Maßnahmen. Dr. Banks ist währenddessen zunehmend der Meinung, dass ihr die Fremden Visionen schicken, die ihr nach und nach den Grund für deren Besuch offenbaren. Da sich die Lage aber schnell zuspitzt und ein globaler Krieg immer wahrscheinlicher wird, beginnt für die engagierte Doktorin und ihr Team ein Wettlauf gegen die Zeit.

Regie: Denis Villeneuve
Mit Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker

Kinostart: 10.11.2016

arrivalBratschenmusik im Vorspann einer Hollywood-Produktion verheißt nichts Gutes, denn das soll „intellektuell“ wirken – meist um dahinter überdimensionale Drehbuchlöcher zu verstecken. Klischees, Unlogiken, Ressentiments gegen Russen, Chinesen … aber genug des Erträglichen, der Film ist auch gefährlich: Lachanfälle wegen des unfreiwilligen Humors, die zu Popcorn in der Luftröhre führen können. Im Mittelteil gibt es ein paar Stellen, die zum Nachdenken anregen – über Methoden wach zu bleiben. Aber im Ernst: Es sollen mutmaßlich Denkprozesse in Gang gesetzt werden, über Waffenhandel, Wirkung von Sprache, Anstiftung zum gegenseitigen Ausrotten im Nahen Osten, vorgegeben starre Denkmuster – und das gelingt auf Metaebenen sogar ganz gut; sofern man die Filmebene verlässt und die Zeit nutzt, um sich eigene Gedanken zu machen. So wie in einer Ausstellung abstrakter Kunst stimulierende Geisteszustände jenseits der Exponate ausgelöst werden können.

August 5th, 2016 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

It feels good to be bad … Man stellt ein Team aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Superschurken zusammen, rüstet sie mit dem schlagkräftigsten staatlich geprüften Waffenarsenal aus und schickt sie auf ein Himmelfahrtskommando, um einem rätselhaften, unüberwindlichen Wesen den Garaus zu machen: Die amerikanische Geheimagentin Amanda Waller ist überzeugt, dass nur eine heimlich instruierte Gruppe aus bunt zusammengewürfelten, zwielichtigen Gestalten vom Bodensatz der Gesellschaft diese Mission meistern kann – weil sie nichts zu verlieren hat. Doch schon bald merken die Mitglieder der Suicide Squad, dass sie nicht rekrutiert worden sind, weil sie eine Chance auf Erfolg haben – vielmehr sollen sie praktische Sündenböcke abgeben, wenn das Unternehmen unweigerlich scheitert. Wie aber reagieren sie auf diese Erkenntnis? Stellen sie sich der Aufgabe, um beim Versuch draufzugehen? Oder beschließen sie, dass jeder seine eigene Haut retten muss?

Regie: DAVID AYER

Mit: WILL SMITH, JARED LETO, MARGOT ROBBIE, JOEL KINNAMAN, VIOLA DAVIS

Kinostart: 18.08.2016

www.suicidesquad.com

suicide squadGewaltverherrlichender Schwachsinn, aufwendig produziert – grafisch gefällige Comicbilder ohne Dramaturgie. Verzweifelt nach Sinn Suchende können sich, wenn auch nicht intendierte, Metareflexionen einreden: die USA haben böse Fieslinge selbst entfesselt – Schariaislamisten wären ohne Macht-, Öl-, Profitgier und Kommunistenhass nicht mächtig geworden.