März 23rd, 2024 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 04.04.2024

Patel spielt die Rolle von Kid, einem einfachen jungen Mann, der seinen kärglichen Lebensunterhalt in einem illegalen Kampfclub verdient: Dort wird er, sein Gesicht hinter einer Gorilla-Maske verborgen, Nacht für Nacht von bekannteren Gegnern in blutigen Duellen für Geld zusammengeschlagen. Nach Jahren der unterdrückten Wut bietet sich Kid schließlich eine Gelegenheit, die finstere Machtelite der Stadt zu infiltrieren. Als er endlich bereit ist, sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen, die tiefe Narben hinterlassen haben, entfesselt er einen explosiven Rachefeldzug, um diejenigen zu töten, die ihm alles genommen haben.

Besetzung: Dev Patel, Sharlto Copley, Pitobash, Vipin Sharma, Sikandar Kher, Sobhita Dhulipala, Ashwini Kalsekar, Adithi Kalkunte, Makarand Deshpande

Regie: Dev Patel

Drehbuch: Dev Patel, Paul Angunawela, John Collee (basierend auf einer Story von Dev Patel) Produktion: Dev Patel, Jomon Thomas, Jordan Peele, Win Rosenfeld, Ian Cooper, Basil Iwanyk, Erica Lee, Christine Haebler, Anjay Nagpal Ausführende Produktion: Jonathan Fuhrman, Natalya Pavchinskya, Aaron L. Gilbert, Andria Spring, Alison-Jane Roney, Steven Thibault

Aus existentiellen Abgründen, die im Westen mit so vielen Schichten ablenkender Banalitäten goldener Käfige verschleiert werden, dass sie nicht mehr dazu taugen revolutionären Gedanken an Gerechtigkeit Kraft zu geben, erkämpft sich der zum Monkey Degradierte seine Rechte brutal zurück. Ob hingegen Würde und Menschlichkeit durch Rachemorde und Metzeleien gefestigt werden, wird nicht erst seit zweitausend Jahren zu selten hinterfragt. Das Blut muss spritzen, Verhandlungen unerwünscht. Aber erhebt nicht gerade diese Fähigkeit Homo zu Sapiens?

März 11th, 2024 by kritiker

 

Wertung für OmU

Kinostart: 21.03.2024

Der Familienvater Paul Matthews (Nicolas Cage) stellt fest, dass sein Leben auf den Kopf gestellt wird, als Millionen von Fremden ihn plötzlich in ihren Träumen sehen. Doch als seine nächtlichen Auftritte eine alptraumhafte Wendung nehmen, sieht sich Paul dazu gezwungen seinen neu gewonnenen Ruhm zu meistern.

Besetzung: Nicolas Cage, Julianne Nicholson, Michael Cera, Tim Meadows, Dylan Gelula, Dylan Baker
Regie: Kristoffer Borgli
Drehbuch: Kristoffer Borgli
Produktion: Lars Knudsen, Ari Aster, Tyler Campellone, Jacob Jaffke, Nicolas Cage

Nicolas Cage in einem schmucklosen, schwarzhumorigen Near-Future-Szenario, das sich immer mehr zum Alptraum entwickelt.
Wenn gefühlige Befindlichkeiten statt rechtsstaatlicher Prinzipien das soziale Miteinander bestimmen, besteht die Gefahr, dass in Jahrhunderten hart erkämpfte Menschenrechte aufgegeben werden, zugunsten von Mobbing, Ausgrenzung und Verfolgung „Nichtkonformer“.
Canceln, Zensur und verallgemeinernde Herabwürdigungen von Regierungskritikern nehmen bedenkliche Ausmaße an. Blinder Glaube wird als Wissenschaft verbrämt, obwohl Hinterfragen Kernelement von Wissenschaftlichkeit ist. Gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein oder wenigstens Grundrechtstreue in Machtpositionen und Massenmedien wurde vielfach von gewissenlosem, korrumpierbarem Karrierismus verdrängt, der sich verlogen als „tolerant“, „umweltschützend“, „friedfertig“ und „solidarisch“ verkauft, aber real das Gegenteil bewirkt. Insbesondere in sich verschärfenden sozialen Verhältnissen wird Charakterstärke gebraucht, mutiges Einstehen für Gerechtigkeit, individuelle Freiheitsrechte, liebevolles Miteinander, Selbstbestimmung und Resilienz gegenüber Demokratie-gefährdenden Einschüchterungsversuchen.

Februar 27th, 2024 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 29.02.2024

„DUNE: PART TWO“ erzählt die Geschichte der mythischen Reise von Paul Atreides, der sich mithilfe von Chani und den Fremen auf einen Rachefeldzug gegen die Verschwörer begibt, die seine Familie vernichtet haben. Der junge Paul steht vor der Wahl zwischen der Liebe seines Lebens und dem Schicksal des gesamten Universums. Mit allen Mitteln aber muss er versuchen, eine schreckliche Zukunft zu verhindern – eine Zukunft, die niemand außer ihm vorhersehen kann.

Director: Denis Villeneuve
Produced by: Mary Parent, Cale Boyter, Denis Villeneuve, Tanya Lapointe, Patrick McCormick
Screenplay by: Denis Villeneuve, Jon Spaihts
Cast: Timothée Chalamet, Zendaya Rebecca Ferguson, Josh Brolin, Austin Butler, Florence Pugh, Dave Bautista, Christopher Walken, Léa Seydoux, Stellan Skarsgård, Charlotte Rampling, Javier Bardem

Vorwiegend auf Kloppereien und abwegige Schwertkämpfe reduzierte Weltliteratur. Nuancenfreies Gut-Böse, einige innere Inszenierungs-Logiken werden nicht bis zur nächsten Szene durchgehalten. Fans des militärisch industriellen Komplexes dürfte die Tendenz zu Kriegshuldigung und Primitivisierung freuen – Reflexion könnte zum Hinterfragen massenmörderischer Geschäftemacherei führen. Neu ist die unkritische Darstellung werbender Begeisterung für Atombombern – auf Linie mit dem aktuellen, selbstmörderischen Wahn Kriegstreibender.
Die negligierten bewusstseinserweiternden Metaebenen und philosophischen Einsichten der literarischen Vorlage sollten am besten in Papierform den Weg in die eigene Bibliothek finden, um „woken“ oder sonstigen Manipulationsversuchen zuvorzukommen.

Juli 25th, 2023 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 20.07.2023

Im Barbie-Land zu leben bedeutet, ein perfektes Dasein an einem perfekten Ort zu führen. Außer natürlich, man steckt gerade in einer existenziellen Krise. Oder man ist ein Ken.

Darsteller: Margot Robbie & Ryan Gosling, America Ferrera, Kate McKinnon, Michael Cera, Ariana Greenblatt, Issa Rae, Rhea Perlman und Will Ferrell, Ana Cruz Kayne, Emma Mackey, Hari Nef, Alexandra Shipp, Kingsley Ben-Adir, Simu Liu, Ncuti Gatwa, Scott Evans, Jamie Demetriou, Connor Swindells, Sharon Rooney, Nicola Coughlan und Helen Mirren

Regie: Greta Gerwig

Anstatt Geschlechterklischees zu überwinden, werden sie potenziert und als Ideal beworben. Genau so will es das plutokratische Establishment: Teile und herrsche. Gemeinsames Eintreten für bessere Verhältnisse soll mit allen Mitteln verhindert werden: Trennung durch identitären Sexismus, Schwächung durch ständigen Kleinkrieg untereinander, Konsum als Ersatzbefriedigung.
Bösartig wird es, als die Identifikationsfiguren – ausgerechnet wenn Mitgefühl, Individualität und Harmoniebedürfnis mittels Liedern Ausdruck verliehen wird – Hingabe hinterhältig ausnutzen, um Machtgier, Uniformierung und ideologische Gleichschaltung als erstrebenswert zu propagieren.
Totalitäres muss nur knallbunt verpackt werden, dann bewerben die Erfüllungsgehilfen der Massenmedienmaschinerie es mit Begeisterung.

Juni 1st, 2023 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 15.06.2023

Asteroid City, irgendwo im Nirgendwo der USA in den Fünfzigerjahren. Das Programm der Junior Stargazer bekommt ein kurzfristiges Update, als ein weiterer Besucher von außerhalb in die Stadt kommt. Von sehr weit außerhalb. Bringt das Alien eine Botschaft des Universums oder hat es gar Antworten auf existenzielle Fragen? Vielleicht. Sicher ist, dass Asteroid City vorsichtshalber vom Militär zur Sperrzone erklärt wird, und so stecken Witwer Mitch Campbell (Jason Schwartzman) und seine vier Kinder in dem abgelegenen Nest fest. Während sich sein Schwiegervater (Tom Hanks) um die Enkel kümmert, Amerikas Wissen über den Weltraum ins Wanken gerät und im Hintergrund Atombomben getestet werden, freundet sich Mitch mit einer Schauspielerin an (Scarlett Johansson). Wenn da nur nicht dieses Gefühl wäre, dass das Alien kein Überbringer guter Nachrichten ist

Besetzung: Jason Schwartzman, Scarlett Johansson, Tom Hanks, Jeffrey Wright, Tilda Swinton, Bryan Cranston, Edward Norton, Adrien Brody, Liev Schreiber, Hope Davis, Stephen Park, Rupert Friend, Maya Hawke, Steve Carell, Matt Dillon, Hong Chau, Willem Dafoe, Margot Robbie, Tony Revolori, Jake Ryan, Jeff Goldblum
Drehbuch: Wes Anderson
Basierend auf einer Idee von: Wes Anderson, Roman Coppola
Regie: Wes Anderson
Produktion: Wes Anderson, Steven Rales, Jeremy Dawson

In Zeiten existenzbedrohlicher (zumindest für Freigeister) Einschränkungen von Kunst- und Meinungsfreiheit ist die Freude selbst über marginale und möglicherweise falsch interpretierte Symboliken groß. Allegorien über die Conditio Humana im Zeitalter der Bewusstwerdung sind evolutionäre Notwendigkeit.
Für die Einsichten, die Wes Anderson in einem Satz oder einer Situation erzählt, brauchen Mainstream Autoren ganze Filme. Nonchanlant mutig beschreibt er die Antipole zu Aufklärung und Selbstbestimmung, lehnt staatlich verordnete Quarantäne plus Unterdrückung unbequemer Wahrheiten ab – mit klarer Ansage im Wiederholungsfall. Das Setting in den Fünfzigern versinnbildlicht die Bemühungen gewisser Konzern- und sonstiger Lenker Meinungskorridore wieder McCarthy-esk zu verengen, um Konsumenten so fremdgesteuert und untertänig mitläuferisch wie damals zu halten.
Eine humoresk steife Hymne an die heilsame Kraft träumerischer Fantasie.

März 16th, 2023 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 16.03.2023

Mit „Shazam! Fury of the Gods“ setzt New Line Cinema die Geschichte von Teenager Billy Batson fort, der sich in sein erwachsenes Superhelden-Alter-Ego Shazam verwandelt, sobald er das Zauberwort „Shazam!“ ausspricht.

Regie: David F. Sandberg

Casting-Direktor: Rich Delia
Kamera: Gyula Pados
Darsteller: Zachary Levi: Billy Batson als Shazam · Asher Angel: Billy Batson · Helen Mirren: Hespera · Lucy Liu: Kalypso · Jack Dylan Grazer: Freddy Freeman

Verhandlungen bringen nichts, denn der Feind ist „böse“ und Dummheit ermächtigt zu Gewalt, wenn man im Herzen vorgeblich „gut“ ist.

Praktisch, denn statt universellen Werten wie Menschenrechten legen Mächtige (Medien-, Pharma-, Öl-, Rüstungskonzerneigner u.a.) je nach Profitinteressen fest, was „gut“ und „böse“ ist. Differenzierungen, bzw. Denken an sich – unerwünscht. Das ist nicht nur ermüdend stumpfsinnig, sondern gefährlich.

Februar 16th, 2023 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 09.02.2023

Es soll eine Auszeit vom Alltag für die Familie sein – der Urlaub in der einsam gelegenen Holzhütte, abgeschnitten von der Außenwelt. Doch dann tauchen vier unheimliche Fremde auf und zwingen sie zu einer unmöglichen Entscheidung: Was – und wen – sind sie bereit zu opfern, um das Ende der Welt abzuwenden?

Besetzung: Dave Bautista, Jonathan Groff, Ben Aldridge, Nikki Amuka-Bird, Kristen Cui, Abby Quinn und Rupert Grint
Drehbuch: M. Night Shyamalan und Steve Desmond & Michael Sherman basierend auf dem Roman „The Cabin at the End of the World“ von Paul Tremblay
Regie: M. Night Shyamalan

Ein allmächtiges Fantasiewesen, das massenmörderisch apokalyptische Zustände erschafft, damit ein schwules Pärchen gezwungen wird, sich gegenseitig zu ermorden.
Eindimensional erzählt, ohne Hinterfragen und Kritik.

Heuchelei lässt sich an Reaktionen auf religiös ideologische Menschenverachtung messen: Wer sich wohlstandsübersättigt wegen fehlender Toiletten für neue diverse Geschlechter aufregt, aber institutionalisierte Homophobie und grundrechtsfeindliche Entwicklungen gehorsam hinnimmt oder sogar rechtfertigt, entlarvt sich selbst.

Ob die Tendenz regierender Politiker nach unten zu treten (Bevölkerung frieren lassen, in Armut und Kriege treiben) und nach oben zu buckeln (Konzernbesitzer mit Steuergeld zuschütten) auf ebensolcher sadistisch religiösen Prägung, Unfähigkeit zu verhandeln, Korruption oder was auch immer fußt, sollte nicht nur wissenschaftlich untersucht werden.

Februar 2nd, 2023 by kritiker

 

Kinostart: 02.02.2023

Eine entlegene Insel, ein Hauch von Mystik und zwei ganz unterschiedliche Paare: Leyla (Mala Emde), Tristan (Jonas Dassler), Fabienne (Maryam Zaree) und Mo (Dimitrij Schaad) treffen im Science-Fiction Liebesfilm AUS MEINER HAUT die Entscheidung, ihre Körper zu tauschen. Und mit dem Erlebnis eines fremden Körpers ändert sich einfach alles …

Regie: Alex Schaad

Unter Niveau auf allen Ebenen. Schlüssige Charakterentwicklung und Tiefe Fehlanzeige, dafür fade Verklemmtheit und einfältige Stereotypen.
Vorauseilender Gehorsam gegenüber staatlich verordneten Dogmen, die zur Ablenkung von Herrschaftsverhältnissen beitragen? Es kommt der Eindruck auf
, dass statt Ermutigung zu Mündigkeit, eine der Grundlagen freiheitlicher Demokratie, zunehmend muffige Spießigkeit und blinde Obrigkeitshörigkeit bis zur geschlechtlichen Selbstaufgabe mit reichlich Fördergeld subventioniert werden. 

Januar 27th, 2023 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 12.01.2023

Sie ist auf Freundschaft programmiert: M3GAN ist kein gewöhnliches Spielzeug, designt als beste Freundin eines Kindes und Verbündete der Eltern. Als Robotik-Expertin Gemma (Allison Williams) unerwartet zum Vormund ihrer verwaisten Nichte wird, nimmt sie den Prototyp der Hightech-Puppe mit nach Hause. Eine folgenschwere Entscheidung, denn M3GAN entwickelt einen geradezu mörderischen Beschützerinstinkt.

Besetzung: Allison Williams, Violet McGraw, Ronny Chieng, Brian Jordan Alvarez, Jen Van Epps, Lori Dungey, Stephane Garneau-Monten
Regie: Gerard Johnstone
Drehbuch: Akela Cooper
Story: Akela Cooper & James Wan
Produktion: Jason Blum, James Wan

Schade. Wäre das Drehbuch weiterentwickelt worden, hätten Unlogiken und dramaturgische Mängel ohne große Mühen beseitigt werden können.
Künstliche Intelligenz und Robotik haben ein neues Level erreicht und werden sehr bald unser aller Leben beeinflussen. Erschreckend, dass diese Macht in den Händen weniger Konzerneigner liegt, deren Handeln offensichtlich von niederen Reflexen wie Macht-, Profitgier und Geltungssucht bestimmt wird. Deshalb wären neue philosophische Kodexe und weniger leicht korrumpierbare Kontrollmechanismen vonnöten. Gäbe es mehr mündige Bürger, könnten diese allen nutzenden Strukturen durchgesetzt werden. Solange kritisch hinterfragendes Denken immer undifferenzierter als „Verschwörungstheorie“, „Schwurbelei“ usw. diskreditiert wird, bleibt es beim kurzsichtigen Kurs in vorhersehbare Abgründe.

Dezember 9th, 2022 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 08.12.2022

Megan Twohey und Jodi Kantor brechen das große Schweigen in Hollywood: Sie entlarven Business-Meetings in Hotelzimmern als sexuelle Übergriffe und stoßen auf ein Netz aus Repression, Erpressung und Angst. Mit ihrer mutigen Recherche geben sie nicht nur den betroffenen Frauen ihre Stimme zurück, sondern stoßen eine weltweite Welle der Solidarität an.

Regie: Maria Schrader
Drehbuch: Rebecca Lenkiewicz
Besetzung: Carey Mulligan, Zoe Kazan, Patricia Clarkson, Andre Braugher, Jennifer Ehle, Samantha Morton 

Aufdeckung von Missbrauch ist wichtig und notwendig. Wenn allerdings kriminelle Politiker und Priester ungestraft davonkommen, vorwiegend progressive Filmschaffende zu höheren Haftstrafen als hierzulande Mörder verurteilt werden und das Berühren von Geschlechtsteilen trotz sechs- bis siebenstelligen Entschädigungszahlungen als größte anzunehmende Katastrophe gehypt wird, ist Zweifel an Verhältnismäßigkeiten nachvollziehbar.
Über den Fall Weinstein hinaus, dessen abstoßende Nötigungen ohnehin rechtswidrig sind, versuchen ewig gestrige Körperfeinde ihr abgeschmacktes Süppchen auf Kosten der Opfer zu kochen.
Machtmissbrauch und die zugrunde liegenden Strukturen sollten ohne Sexismus und trennende Vorurteile gemeinsam hinterfragt werden.

Oktober 18th, 2022 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 27.10.2022

Wenn sich zwei Männer anziehend finden und es so richtig funkt, kann das manchmal durchaus auf direktem Wege ins Bett führen. Aber ab und an auch in Richtung Liebe. So wie in BROS, wo zwei Kerle vielleicht, womöglich, eventuell sogar füreinander bestimmt sind. Was aber natürlich noch gar nichts heißt, schließlich sind beide ziemlich beschäftigt – und Beziehungen bekanntlich alles andere als unkompliziert.

Besetzung: Billy Eichner, Luke Macfarlane, Ts Madison, Monica Raymund, Guillermo Díaz, Guy Branum and Amanda Bearse
Regie: Nicholas Stoller
Drehbuch: Nicholas Stoller und Billy Eichner
Produktion: Judd Apatow, Nicholas Stoller, Joshua Church
Ausführende Produktion: Billy Eichner

Der offene Umgang mit Sexualität und allem, was damit zusammenhängt, ist erfrischend. Dass heutzutage immer noch Menschen aufgrund ihrer einvernehmlichen, intimen Vorlieben angegriffen werden, ist ein Armutszeugnis. Wenn Kritik an Religionen und reaktionären Ideologien, die Hass auf Andersartigkeit Vorschub leisten, prinzipiell als „Phobie“ abgetan wird, sabotiert das Verbesserungsbemühungen.
Sachargumente, Überblick, Differenzierungs- und Einfühlsvermögen müssen Vorrang vor identitärem, hysterischem Mobbing bekommen, auch seitens LGBTQ+- und Gender-Lobbyisten.
Nicht unbedingt Sympathie-fördernd ist, wenn der Verdacht aufkommt, dass sexuelle Orientierungen und Gruppenzugehörigkeiten als Tarnungen für das Schönreden egomaner Rücksichtslosigkeiten Wohlhabender*:Innen missbraucht werden.
So oder so ist das hedonistische Ausleben von Liebe pathologischer Kriegstreiberei vorzuziehen.

August 1st, 2022 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 01.09.2022

Dr. Alithea Binnie (Tilda Swinton) lebt zufrieden umgeben von Büchern und Mythen. Eine Konferenz führt sie nach Istanbul. Beim Besuch des Bazars entdeckt sie eine alte Glasflasche. Zurück in ihrem Hotel beobachtet Alithea voller Erstaunen wie ein Dschinn (Idris Elba) dem Gefäß entweicht. Und ganz wie in den Überlieferungen bietet der Flaschengeist ihr drei Wünsche im Tausch für seine Freiheit an. Doch Alithea zögert. Mit Geschichten aus seinem Leben und längst vergangenen Zeiten, von Abenteuern und Lieben versucht der Dschinn, sie für sich zu gewinnen. Berührt von seinen Erlebnissen spricht Alithea schließlich einen Wunsch aus, der ihr beider Leben für immer verändern wird…

Regie: George Miller
Besetzung: Tilda Swinton, Idris Elba

Anziehende Neuauflage des 3-Wunsch-Dschinn-Märchens, gefühl- und stilvoll umgesetzt. Bedauerlicherweise bleibt die Suche nach den Wünschen in Egozentrik gefangen und geht über persönliches Liebesverlangen und Eitelkeiten nicht hinaus. So bleibt das Geschichtenerzählen süße, eingleisige Betäubung statt Ansporn zu Befreiung.