September 26th, 2017 at 15:18 by kritiker

daumen01

 

Wertung für OmU

Kinostart: 12.10.2017

In einer nahen Zukunft haben Überbevölkerung und Hungersnot zu einer drastischen Ein-Kind-Politik geführt. Dadurch sind sieben identisch aussehende Schwestern (Noomi Rapace) zu einem Versteckspiel gezwungen, um der Verfolgung durch das „Kinder-Zuteilungsbüro“ unter Leitung der unerbittlichen Nicolette Cayman (Glenn Close) zu entkommen. Um zu überleben, müssen Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday, wie die Frauen von ihrem Großvater (Willem Dafoe) genannt wurden, die Identität einer fiktiven Person annehmen – Karen Settman. Einmal pro Woche darf jede der Schwestern am Wochentag, dessen Namen sie trägt, an die Öffentlichkeit und am Leben teilnehmen, während die restlichen sechs in der gemeinsamen Wohnung gefangen sind. Das geht so lange gut, bis Monday eines Tages nicht mehr nach Hause zurückkehrt…

Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson
Produktion: Raffaella De Laurentiis, Fabrice Gianfermi, Philippe Rousselet
Darsteller: Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe

What happened to mondayEins der größten Probleme der Menschheit ist die immer schneller wachsende Überbevölkerung. Als ob es nicht abstoßend genug wäre, in dieser Situation ausgerechnet einen Film über die angeblichen Entsetzlichkeiten von Bevölkerungskontrolle zu produzieren, konstruieren die Drehbuchautoren krude Absurditäten, um zu suggerieren, dass Geburtenkontrolle in einen Kontext mit an den Holocaust erinnernde Tötungsmethoden gebracht werden sollte: Verhütung existiert in ihrer Gedankenwelt offensichtlich nicht, illegal Geborene müssen grausam im Kindes- und Erwachsenenalter „abgetrieben“ werden, wegen „böser“ überbevölkerungskritischer Politiker. Eindimensional dümmlich inszeniert.

In der Realität können, dank des skrupellosen Lobbyismus durch Fundamentalreligiöse, ungewollte Schwangerschaften immer schwerer beendet werden. Anstatt Beratung zu Problemen, wird Hilfesuchenden ein schlechtes Gewissen eingeredet und dazu genötigt sinnlos zu gebären. Kondome werden von ewig Gestrigen zudem verboten.

Es

September 14th, 2017 at 12:04 by kritiker

daumen07

 

Wertung nur für OV !

Kinostart: 28.09.2017

Der englische Originaltrailer:

Der misslungene deutsche Trailer:

In der Stadt Derry in Maine verschwinden immer wieder Kinder. Eine Gruppe von Kids wird mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert, als sie dem bösen Clown Pennywise gegenüberstehen, der seit Jahrhunderten eine Spur von Mord und Gewalt hinter sich herzieht.

Andrés Muschietti inszenierte ES nach einem Drehbuch von Chase Palmer & Cary Fukunaga sowie Gary Dauberman, basierend auf dem Roman von King.

Bill Skarsgård: Pennywise
Javier Botet: The Leper
Finn Wolfhard: Richie Tozier
Nicholas Hamilton: Henry Bowers
Jaeden Lieberher: Bill Denbrough
Steven Williams: Leroy Hanlon
Megan Charpentier: Gretta
Wyatt Oleff: Stanley Uris
Sophia Lillis: Beverly Marsh

esKathartischer Horror at its best. Hinter der kleinbürgerlichen Fassade lauert das Grauen. Inhaltlich wurde der Stephen King Klassiker Hollywood-konform geglättet, die filmische Umsetzung ist jedoch hervorragend: Sehr gute Kamera- und Regiearbeit. Dass keine großen Stars auftreten, fällt angenehm auf.

Der misslungene deutsche Trailer war erster Hinweis auf eine auf Geisterbahn getrimmte Synchronisation, leider wurden in der deutschen Fassung entscheidende Feinheiten zerstört.

September 1st, 2017 at 01:30 by kritiker

daumen05

 

Kinostart: 07.09.2017

Anfang der 80er Jahre hält sich der Draufgänger Barry (Tom Cruise) durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften zwischen CIA, FBI, Guerrilla-Kämpfern in Nicaragua und dem kolumbianischen Kartell um Pablo Escobar. Ein irrwitziges Abenteuer als Waffenschmuggler, Drogenhändler und verdeckter CIA-Agent beginnt, das Barry zu einem der reichsten Männer der USA macht. Doch wohin mit dem ganzen Geld?

Besetzung: Tom Cruise, Domhnall Gleeson, Sarah Wright, E. Roger Mitchell, Jesse Plemons, Lola Kirke, Alejandro Edda, Benito Martinez, Caleb Landry Jones, Jayma Mays
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Gary Spinelli
Produktion: Brian Grazer, Brian Oliver, Tyler Thompson, Doug Davison, Kim Roth

barry-seal-only-in-americaWahren Ereignissen nachempfunden. Amoralisches wird so nett dargestellt und mit so euphorischer Musik unterlegt, dass dem Publikum eine gewisse Reife abverlangt wird. Die ganze Wahrheit über den Drogen- und Waffenschmuggel unter Reagan wird leider nicht aufgedeckt, aber immerhin ein kleiner Teil der schwerst kriminellen Regierungsmachenschaften. Wer mehr erfahren will: Kill the Messenger.

 

August 22nd, 2017 at 12:58 by kritiker

daumen02

 

Kinostart: 07.09.2017

Die 24-jährige Mae Holland (Emma Watson) ist überglücklich. Sie hat einen Job in der angesagtesten Firma der Welt ergattert: beim „Circle“, einem Internetkonzern, der alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die alles abgewickelt werden kann. Mae stürzt sich voller Begeisterung in die schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, Gratis-Konzerten und coolen Partys. Während sie innerhalb der Firma immer weiter aufsteigt, wird sie vom charismatischen Firmengründer Eamon Bailey (Tom Hanks) ermutigt, an einem für den „Circle“ bahnbrechenden Experiment teilzunehmen. Die Teilnahme an dem Experiment und ihre Entscheidungen zugunsten des „Circles“ beeinflussen zunehmend das Leben und die Zukunft ihrer Freunde und Familie. Und dann ist da auch noch ihr mysteriöser Kollege Kalden (John Boyega)…

Mit Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Karen Gillan, Bill Paxton, Ellar Coltrane
Regie und Drehbuch: James Ponsoldt

The-CircleWas zunächst den Anschein substantieller Kritik an totaler Überwachung und sozialen Netzwerken erweckt, entpuppt sich quälend langsam als undurchdachte Praktikantenfantasie: Anstatt das diktatorische System zu ändern oder wenigstens konsequent zu hinterfragen, setzt sich die Praktikantin an die Spitze. Unerträglich öde inszeniert.

 

August 17th, 2017 at 10:17 by kritiker

daumen025

 

Kinostart: 31.08.2017

Zach (Jannis Niewöhner) macht sich widerwillig auf in das Hochleistungs-Camp der Abschlussklasse. Im Gegensatz zu seinen Kommilitonen hat er kein Interesse daran, auf die renommierte Rowald Universität zu kommen. Obwohl sie ihn nicht versteht, ist die ehrgeizige Nadesh (Alicia von Rittberg) von dem Einzelgänger fasziniert und versucht, ihm näherzukommen. Zach wiederum interessiert sich mehr für das geheimnisvolle Mädchen Ewa (Emilia Schüle), das im Wald lebt und sich mit Diebstählen über Wasser hält. Als Zachs Tagebuch verschwindet und ein Mord geschieht, scheint der fragile Zusammenhalt der jugendlichen Elite an sich selbst zu zerbrechen. Nur der vermeintlich moralisch integre Lehrer (Fahri Yardim) versucht zu helfen, aber dafür ist es schon zu spät…

Darsteller: Jannis Niewöhner, Fahri Yardim, Emilia Schüle, Alicia von Rittberg Drehbuch: Alex Buresch, Matthias Pacht
Executive Producers: Martin Moszkowicz, Oliver Berben, Constantin Film Produzenten: Uli Aselmann, Sophia Aldenhoven, die film gmbh
Regie: Alain Gsponer

Jugend_ohne_GottDeutsche Near-Future-Fiction angelehnt an Horvaths Roman. Banalitäten und emotionale Unglaubwürdigkeiten werden von der doppelzüngigen Weltsicht in den Schatten gestellt, die vorgibt sozialkritisch sein zu wollen, aber existierende Vorurteile durch noch geistlosere ersetzt. Anstatt reiche Erben, werden Arbeiter als asozial schmarotzend bezeichnet – und das wird nie aufgelöst. Im Gegenteil, die Darstellung als heruntergekommenes Lumpenpack, das nicht mal in der Lage ist vernünftig zu kommunizieren, wird konkretisiert. Spenden und (eigennützig partikuläres) Mitgefühl durch ein paar reiche Außenseiter müssen für moralische Reinwaschung reichen. Systemkritik wird durch das Märchen vom ethisch empfindsamen reichen Erben ersetzt.

August 4th, 2017 at 17:52 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

Kinostart: 10.08.2017

Revolvermann Roland Deschain (IDRIS ELBA) ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O’Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (MATTHEW MCCONAUGHEY). Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann.

Mit Idris Elba und Matthew McConaughey.
Regie führte Nikolaj Arcel (“A Royal Affair”) nach einem Drehbuch von Akiva Goldsman & Jeff Pinkner und Anders Thomas Jensen & Nikolaj Arcel, basierend auf Stephen Kings Romanen.
Die Produzenten des Films sind Akiva Goldsman, Brian Grazer, Ron Howard und Erica Huggins.

Der dunkle TurmBasierend auf Stephen Kings achtbändiger Saga. Hintergründe der düsteren Fantasy werden im Film nicht enthüllt, einiges wird nicht aufgelöst. Das wäre akzeptabel, wenn die Metaebenen tragfähig wären. Aber leider schimmern simple Metaphern und Dichotomien durch, die zuweilen an das fundamentalchristlich-rückschrittliche Weltbild, der von King oft besuchten Anonymen Alkoholiker erinnern. Konventionelle Hollywood-Dramaturgie, Waffennarreteien und Geballer.

Juli 25th, 2017 at 00:42 by kritiker

daumen06

 

Wertung für OV

Kinostart: 07.09.2017

Ein Jahrzehnt nach dem Oscar®-prämierten Vorgänger EINE UNBEQUEME WAHRHEIT zeigt Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger, wo die Welt im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung heute steht. Die packende Fortsetzung IMMER NOCH EINE UNBEQUEME WAHRHEIT – UNSERE ZEIT LÄUFT dokumentiert, wie er sich unermüdlich einsetzt und die Welt bereist, um die aktuellen, durch den Klimawandel hervorgerufenen Veränderungen festzuhalten, um Klimaexperten zu schulen und die internationale Klimapolitik zu beeinflussen. Kameras folgen ihm hinter die Kulissen – in privaten und öffentlichen sowie humorvollen und ergreifenden Momenten. Anschaulich zeigt die fesselnde Dokumentation, wie er seine Vision verfolgt und die Gefahren des Klimawandels mit Einfallsreichtum und Leidenschaft zu überwinden versucht.

REGIE: Bonni Cohen und Jon Shenk
PRODUZENTEN: Richard Berge und Diane Weyermann
AUSFÜHRENDE PRODUZENTEN: Jeff Skoll, Davis Guggenheim, Lawrence Bender, Laurie David, Scott Z. Burns, Lesley Chilcott

Immer noch eine unbequeme WahrheitDie Folgen von Abgasen und Klimawandel sind früher als vorhergesagt eingetreten: Wetterextreme, Millionen Tote durch Luftverschmutzung, Dürren, Ausbreitung von Seuchen und Krankheitserregern, Überschwemmungen, vernichtete Ernten, Radikalismus und mehr Flüchtlinge.
Fatalerweise bringen Einige Ursache und Wirkung nicht in Zusammenhang und wählen ausgerechnet diejenigen, die Ursachen verschlimmern und rücksichts- und verantwortungslos sinnlose Verseuchung forcieren wollen. Dabei geht es immer seltener um Wirtschaftlichkeit, denn auch mit regenerativen Energien werden Jobs geschaffen und kann Geld verdient werden. Der Kampf um die Umwelt mutiert fatalerweise zu einem Glaubenskampf. Und das ist dann so, als ob die Feuerwehr von Gläubigen aktiv daran gehindert würde, brennende Häuser zu löschen, weil die Extremisten nicht an Feuer „glauben“. Würden innovative Wirtschaftszweige nicht blockiert werden, hätte sich schon viel von selbst geregelt. Korrupte, neoliberale Regierungskreise verhindern natürliche Entwicklungen. Das ist im viel gelobten Deutschland nicht anders, hier wird beispielsweise der Anschluss von Offshore-Windkraftanlagen u.v.m. sabotiert.

Im Film geht es hauptsächlich um Al Gore, wodurch ein Blick hinter die Kulissen von Entscheidungsprozessen ermöglicht wird. Leider geht inzwischen auch Gore in die Glaubensfalle – für diejenigen, die ihre Argumente belegen können, wäre Glaube gar nicht nötig. Die Beschwörung von wenig differenziertem Glauben spielt eher den Realitätsleugnern in die Hände. Wer alle Fakten auf seiner Seite hat, sollte besser nur an die Vernunft appellieren. Formal gesehen hätte viel gekürzt werden müssen, es ist kontraproduktiv, wenn Gore zu oft in ein selbstgefälliges Licht gerückt wird. So wirkt der Film streckenweise wie schmalzige Kampagnenwerbung. Der unbedarfte Zuschauer hätte besser abgeholt werden können, mehr absurde Behauptungen der Umweltfeinde hätten entkräftet werden müssen. Leider gibt es noch zu wenig Engagierte von Al Gore’s Format und zu wenig Filmprofis, die sich für Umweltschutz engagieren.

Juli 11th, 2017 at 15:44 by kritiker

daumen065

 

Wertung für OV

Kinostart: 20.07.2017

Im 28. Jahrhundert sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) als Spezialagenten der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. Während der verwegene Frauenheld Valerian es auf mehr als nur eine berufliche Beziehung mit seiner schönen Partnerin abgesehen hat, zeigt ihm die selbstbewusste Laureline jedoch die kalte Schulter… Auf Anordnung ihres Kommandanten (Clive Owen) begeben sich Valerian und Laureline auf eine Sondermission in die atemberaubende, intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums beheimatet. Die siebzehn Millionen Einwohner haben sich über die Zeiten einander angenähert und ihre Talente, Technologien und Ressourcen zum Vorteil aller vereint. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt…

Regie & Drehbuch: Luc Besson
Mit Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Rihanna, Ethan Hawke u.a.

ValerianSchön bunt: Luc Bessons fantastische Welten und Wesen im 28. Jahrhundert. Produktionsbudget: $180 Mio. Technische Spielereien werden vulminant in Szene gesetzt, psycho-soziale, gesellschaftliche Entwicklungen scheint es nur bei Aliens zu geben. Ob die Menschheit in der Realität ohne grundlegende Denkfortschritte Planeten außerhalb des Sonnensystems besiedeln wird, darf bezweifelt werden. Zuweilen verheddert sich der ohnehin dünne Erzählstrang in Nebensächlichkeiten und wirkt dadurch wenig stringent. An die damals visionäre Relevanz der Comicvorlage kommt die Verfilmung kaum heran.

Juli 3rd, 2017 at 13:29 by kritiker

daumen055

 

Wertung für OV

Kinostart: 13.07.2017

Immer noch euphorisch von dem packenden Kampf mit den Avengers kehrt Peter (TOM HOLLAND) in seine Heimat zurück, wo er mit seiner Tante May (MARISA TOMEI) und unter dem wachsamen Auge seines neuen Mentors Tony Stark (ROBERT DOWNEY JR.) lebt. Es fällt ihm jedoch nicht leicht, sich im Alltag zurechtzufinden – vielmehr will er beweisen, dass er mehr ist als nur der sympathische Spider-Man aus der Nachbarschaft. Als aber The Vulture (MICHAEL KEATON) als neuer Gegenspieler auftaucht, gerät plötzlich alles, was Peter im Leben wichtig ist, in große Gefahr.

Regisseur: Jon Watts („Cop Car”)
Produktion: Kevin Feige, Amy Pascal

Spiderman HomecomingComing-of-Age Highschool-Setting. Selbstironisch, den Erwartungen entsprechend und kaum erwähnenswert, wären da nicht Differenzierungsvermögen und die kleinen, fast schon philosophisch (in Relation zu Warners Wonder Woman) anmutenden Spitzen gegen andere Marvel-Superhelden. Der von Michael Keaton gespielte Antagonist bringt es auf den Punkt: die Waffenschmiede von Ironman beliefert auch Kriminelle wie er, nur in größerem Maßstab. Die Kleinen bekommen Haftstrafen, die Großen Regierungsaufträge.

Juni 26th, 2017 at 00:47 by kritiker

daumen02

 

Kinostart: 06.07.2017

Im nunmehr dritten Teil bekommt es Gru mit seinem bisher unbekannten Zwillingsbruder Dru zu tun. Blöd nur, dass der nicht nur besser aussieht und mehr Haare hat, sondern auch erfolgreicher ist als Gru. Die beiden Zwillingsbrüder könnten unterschiedlicher nicht sein, doch als Superschurke Balthazar Bratt mit Vokuhila, großen Schulterpolstern und einem teuflischen Plan auftaucht, müssen Gru und Dru sich zusammen raufen…

Drehbuch: Cinco Paul, Ken Daurio
Regie: Pierre Coffin, Kyle Balda
Produktion: Illumination (Chris Meledandri, Janet Healy, Chris Renaud)

ich unverbesserlich 3Auf der Leinwand werden grundlos heftige Schmerzen zugefügt und ein Kind im Zuschauerraum zuckt verstört zusammen. Der Vater lacht hämisch und das Kind versteht: Jemandem Schmerzen zufügen ist lustig und gut. Im Verlauf der Handlung wird dieses Prinzip auf die Spitze getrieben: Es geht darum wie öde und sterbenslangweilig „Gutsein“ ist und wie großartig sinnloses „Bösesein“. Wobei Normen und Gesetze keinesfalls aus Notwendigkeit o.ä. übertreten werden, sondern einfach nur um „böse“, hinterhältig und gemein zu sein – „wegen des Kicks“. Das wird dann genauer veranschaulicht: Je rücksichtsloser das Autofahren beispielsweise, desto besser. Je asozialer das Schaden-zufügende Verhalten, desto euphorischer der Beifall. Wahrscheinlich weil auch gebetet wird, bekam der Film von der FSK eine Altersfreigabe ab 0 Jahren.

Juni 7th, 2017 at 22:22 by kritiker

daumen03

 

Kinostart: 29.06.2017

Mifti (Jasna Fritzi Bauer) ist 16, sieht aus wie 12, verhält sich wie Mitte 30 und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG. Ihr Vater hält Terrorismus für einen zeitgemäßen Karrierezweig und interessiert sich eher für Kunst als für Menschen; zur Schule gehen macht in diesem Setting weniger Sinn als sein Leben zwischen Parties, Drogen, Affären und Küchentischpolemiken zu verbringen. Sie ist wild, traurig, vernünftig und verliebt. Die Erwachsenen, auf die sie trifft, sind dagegen nur eines: verzweifelt. Entweder, weil bald die Welt untergeht, oder weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Also muss Mifti selbst erwachsen werden, auf die eine oder andere Weise.

Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Arly Jover, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Julius Feldmeier, Hans Löw, Christopher Roth, Bernhard Schütz
Produzenten: Hanneke van der Tas, Alain de la Mata
Co-Produzenten: Constanze Guttmann, Friederich Oetker
Redaktion: Cooky Ziesche (RBB), Cornelia Ackers
Executive Producer: Martin Moszkowicz, Oliver Berben
Regie und Drehbuch: Helene Hegemann

axolotlCopy (von Blogger Airen) und Paste wie in Hegemans gehyptem Roman funktioniert im Kino nicht, es bleiben nur Hohlheiten ohne Storyline, die von Pseudo-„Verrücktheiten“ übertüncht werden. Das ist das generelle Problem beim Diebstahl geistigen Eigentums: Sinn, Hintergründe und Entstehungswelten der Ideen werden meist nicht verstanden, es bleiben nur leere Hüllen – den Urhebern und eigentlichen Erfindern wird die Existenzgrundlage genommen, so dass originäres Neues nicht mehr entwickelt werden kann. Dem erzkonservativen Teil des Establishments ist das gerade recht, denn so bekommt potentiell gefährliches (weil unverstandenes) Gedankengut kein Forum, keine Öffentlichkeit. Immerhin holen die Schauspieler das Bestmögliche aus ihren Rollen und man kann Hegemann zugute halten, dass sie sich für (vergleichsweise) außergewöhnliche Nischen interessiert – auch wenn vieles so wirkt, als habe sie diese nicht selbst kennengelernt und zudem Kontroverses aus dem Buch nicht den Weg auf die Leinwand gefunden hat.

Juni 2nd, 2017 at 13:53 by kritiker

daumen015

 

Wertung für OV

Kinostart: 15.06.2017

Vor ihrem Siegeszug als Wonder Woman wurde die Amazonenprinzessin Diana zu einer unüberwindlichen Kriegerin ausgebildet. Erst von einem notgelandeten amerikanischen Piloten erfährt sie von den fürchterlichen Konflikten im Rest der Welt. Daraufhin verlässt sie ihre Heimat, weil sie überzeugt ist, dass sie der bedrohlichen Situation Herr werden kann. In dem Krieg, der alle Kriege beenden soll, kämpft Diana an der Seite der Menschen, entdeckt allmählich ihr volles Potenzial … und ihre wahre Bestimmung.

Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, David Thewlis, Connie Nielsen, Elena Anaya
Patty Jenkins inszeniert das Drehbuch von Allan Heinberg nach der Story von Zack Snyder & Allan Heinberg und Jason Fuchs, sowie den Figuren von DC. WONDER WOMAN wurde von William Moulton Marston konzipiert. Produziert wird der Film von Charles Roven, Deborah Snyder, Zack Snyder und Richard Suckle. Als Executive Producers sind Stephen Jones, Geoff Johns, Jon Berg, Wesley Coller und Rebecca Steel Roven beteiligt.

Wonder WomanDie verklemmtesten Sittenwächter des viktorianischen Zeitalters waren vergleichsweise freizügig, Vollrausch-Straßenkämpfe unter Hooligans geradezu intellektuell. „Die Menschheit“ (jeder einzelne Mensch, der jemals gelebt hat) ist laut Drehbuchautoren total „verdorben“ – Differenzierungsvermögen Fehlanzeige. „Entscheidend ist, woran du glaubst“ ist die Devise der „Wonder Woman“. Und diese hohle Phrase füllt sie dann mit willkürlichem, brutalem Metzeln zahlloser Wehrdienstpflichtiger, ist sogar für einen einzigen Kuss zu prüde und schließt mit dem Fazit „Ich glaube an die Liebe“. Das passt in die schöne neue Welt: Liebe ist gleich Krieg, in dem die blind glaubenden Vorbilder/Helden je nach gerade passendem „Glauben“ (Geld, Religion, Führer – völlig egal an was) eingesetzt werden können und idealerweise je nach Bedarf ihr Leben opfern.