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Kinostart: 19.01.2012
http://jedgarmovie.warnerbros.com
Clint Eastwood verfilmt das Leben aus Sicht des uralten Hoover. Obwohl sich Eastwood hinter dieser Erzählform versteckt, fallen feige Kritiklosigkeit und Anbiederungsversuche an populistische Undifferenziertheit auf. Hoovers rücksichtslose Intellektuellenhatz, die weder vor Martin Luther King noch den Kennedys haltmachte, wird hinter belanglosen Schilderungen von Homosexualität und Selbstmitleid verborgen. Langeweile ohne Durchblick.
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DVD, Blu-Ray
Ein Kosmonaut landet im Jahr 2157 auf einem Exoplaneten, dessen Bewohner gewaltsam beherrscht werden. Die russische Produktion verblüfft durch unerwartet aufwendiges Produktionsdesign, eine episch angelegte Geschichte, Meta-Einsichten in Machtstrukturen und gewitzte Twists. Auch wenn das fehlende Interesse für logische Details Größe suggerieren könnte, fallen die vielen kleinen Fehler negativ auf, die holperige Storyline mit schwer nachvollziehbaren Sprüngen erinnert zuweilen eher an unausgegorene B-Movies. Wenn auch überladen, reißt die imaginäre Größe des Werkes trotzdem mit.
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3D: mäßig bis überflüssig, nur konkav.
Shakespeare Originaltexte in Jetztzeitsettings, von und mit Ralph Fiennes. Funktioniert leider nicht so gut wie Romeo und Julia, trotz überdurchschnittlichem Schauspiel.
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Kinostart: 26.01.2012
Gedankenloses Autofahren und brutale Gewalt – die Zielgruppe ist offensichtlich. Die manische Lobpreisung des Films durch Autofanatiker wurde noch durch eine Klage gegen den Verleih, aufgrund des angeblich irreführenden Titels und Trailers, wegen zu wenig Fahrszenen übertroffen – 80 % der Gesamtfilmlänge reichen anscheinend nicht. Für Manche scheint Autofahren religiöse Züge anzunehmen; ein Jahrhundert exzessive Autowerbung zeigt Wirkung. Die Traurigkeit des Eingesperrtseins im Blechsarg und der daraus resultierende Autismus ist nur angedeutet. Trotz Substanzlosigkeit ist die düstere, retardierende Atmosphäre stimmig, aber macht auch unangenehm primitiv aggressiv.
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Kinostart: 12.01.2012
Dümmliche Zumutung auf Filmschülerniveau. Überflüssige, zudem handwerklich lächerlich schlecht gemachte, peinliche deutsche Provinzposse. Fremdschämen bis es einen schüttelt ist unvermeidlich. Liest irgendjemand noch Drehbücher bei der Filmförderung?
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Gut besetztes Politdrama über die Geplänkel hinter den Wahlkampfkulissen. Ein irreligiöser US- Präsidentschaftskandidat, der überzeugend ethisch korrekte Standpunkte vertritt – schön wärs ja. Leider lassen sich auch hier immer noch zu viele Wähler vom ewigen Intrigentheater verwirren, anstatt den Blick auf dem Ball zu halten: den vernünftigen, idealistischen Inhalten jenseits gieriger Verlogenheit.
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Dänische Barbarenanimation. Kommt teilweise etwas pubertär daher, aber die Sprüche sind erträglich, die Gestaltungsdetails originell und die Story nett, wenn auch flach. Die Figuren sind ungewohnt sexy. Macht Spaß.
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Kinostart: 05.01.2012
Mockumentary. Christian Ulmen drückt die Schulbank mit echten Schülern und Lehrern. Einsichten in Lehrmethodik, die Dressur Motivation vorzuziehen scheint. Ulmen zeigt mal wieder, dass dümmlich clowneskes Verhalten, das sich mit Themen nicht wirklich auseinandersetzt, (bei Schülern) gut ankommt, zum Preis der Verunmöglichung differenzierter Stellungnahmen. Die dauernden krampfhaften Versuche Ulmens, Gottesglaube einzubringen, stoßen bei den Schülern auf Ablehnung. Glücklicherweise glauben Schüler heutzutage nicht mehr an Schöpfung und erkennen Religion als etwas Gestriges für Ungebildete. Die Ethiklehrerin wird daraufhin in einer Kirche von Ulmen vor laufenden Kameras genötigt, das Vaterunser aufzusagen – widerlich. So wird, möglicherweise ungewollt, auf die größte Bedrohung für das deutsche Bildungssystem hingewiesen. In Hessen beispielsweise wollte die CDU- Bildungsministerin Kreationismus als Pflichtlehre im wissenschaftlichen Unterricht einführen.
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Kinostart: 22.12.2011
BOUM! Guy Ritchie zeigt wo der Hammer hängt und trifft immer wieder den Nagel tief im Sehnerv. Hier stimmt alles: Tempo, Witz, Action, Stil, Schauspiel, Waffenhändler, die um des Profites willen Kriege provozieren – etwas mehr Philosophie, Erleuchtung und höhere Erkenntnisse – der Film wäre schwer zu toppen. An diesem Weltklasse-Popcornkino-Feuerwerk wird sich Zukünftiges messen müssen. Unbedingt auf großer Leinwand gucken.
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Schöne Bilder, in denen sich die Dramaturgie verliert. Wenn auch filmtechnisch gut umgesetzt, bleibt die Geschichte platt, grob klischeehaft und berührt zu wenig. Shakespeare als dummen Proleten darzustellen ist primitiv, vieles wird entgegen historischer Beweise einfach plump behauptet. Das Thema an sich ist interessant: der Blick hinter die Kulissen offenbart Zensur und Kampf um Wahrheit, der bis heute andauert. Emmerich musste sich auch selbst schon Plagiatsvorwürfen bzgl. „The Day After Tomorrow“ stellen. Meist wird leichtfertig übersehen, dass nichts mehr wirklich Herausragendes erschaffen wird, wenn Diebstahl geistigen Eigentums nicht sanktioniert wird, bzw. die wahren Urheber nicht entlohnt und originale Gedanken banalisiert werden. Der Wert neuer Ideen für die Gesellschaft wird fatalerweise völlig unterschätzt.
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Remake des schwedischen Vampirfilms „So finster die Nacht“. Von der Freizügigkeit, Subtilität und den feinen Zwischentönen des Originals ist der simpel grobschlächtige US-Nachahmungsversuch weit entfernt. Die dünne Story schleppt sich dahin, das Ende entschädigt einigermaßen. Und mal wieder wurde eine Geschichte banalisiert.
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Kinostart: 15.12.2011
Schweighöfer als Frau. Hat lustige Momente, aber man wünscht sich, dass die piefige Kleingeistigkeit überwunden wird, die vielen deutschen Komödien anhaftet. Abgesehen von Unlogik, Klischees, Doofheit und Peinlichkeiten: im deutschen Vergleich dank Schweighöfer trotzdem annehmbar.
