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Wertung für OV
Ende der 70er im schillernden New York: Irving Rosenfeld (Christian Bale) besitzt mehrere Waschsalons, aber sein Geld verdient er mit dubiosen Geldgeschäften und Kunstfälschungen. Mit Hilfe seiner Geschäftspartnerin und verführerischen Geliebten Sydney Prosser (Amy Adams) hat er es zu einem kleinen Vermögen gebracht. Als der überambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) den beiden brillanten Trickbetrügern auf die Schliche kommt, lässt sich das Gaunerpaar auf einen ungewöhnlichen Deal ein: DiMaso setzt die beiden als Lockvögel auf die Politikprominenz New Jerseys an. Vor allem auf den Bürgermeister von Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner), hat er es abgesehen. Hinter dessen Saubermann-Image vermutet er Korruption und Mafiaverbindungen. Am Ende könnte es allerdings Irvings unberechenbare und eifersüchtige Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) sein, die die gesamte Operation zum Platzen bringt…
Kinostart: 13.02.2014
Alles ist Schein zur Profitmaximierung. Auch dieses kompetent besetzte, für 10 Oscars nominierte 138-Minuten-Werk. Bis zu den letzten Schichten der Zwiebel dringt David O. Russell nicht vor, entblättert aber amüsant unterhaltsam die kriminellen Hintergründe der US-amerikanischen Geschäftswelt der späten 70er und setzt seine ausgezeichneten Darsteller trefflich in Szene. Tiefer gehende Reflexionen über Wertmaßstäbe darf man nicht erwarten.
Das wiederholte Herausstellen der angeblichen Verdienste der Mafia und korrupter Politiker für das Allgemeinwohl wirkt selbst aus dem Mund des kriminellen Hauptdarstellers seltsam aufgesetzt und überflüssig – hinter der Tarnung als Statements eines erzählenden Protagonisten lauern unreflektierte amoralische Abgründe.
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Wertung für OV
Wer ist bloß dieser charismatische Hengst in diesem fantastischen burgunderroten Anzug? Es ist RON BURGUNDY (Will Ferrell) – der legendärste Nachrichtensprecher aller Zeiten! Mittlerweile ist der umwerfend gut aussehende News Gott allerdings am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen: Ron moderiert eine Delfin Show in einem Themenpark. Als plötzlich der neue 24 Stunden Nachrichtensender GNN ihn beauftragt, das glorreiche „Action 4 News Team“ wieder zu vereinen, schöpft Ron frischen Mut. Er kehrt San Diego und den Delfinen den Rücken, um in New York zu neuem Ruhm und Reichtum zu gelangen. Der Anzug ist gestriegelt, der Scheitel sitzt, die Stimme ist geölt und der Schnauzer perfekt in Form gebracht – Ron Burgundy, das charismatischste Aushängeschild der amerikanischen News Branche, ist wieder da! Und so wollen er, Außenreporter und Ladie’s Man Brian Fantana (Paul Rudd), der unterbelichtete Wetterfrosch Brick Tamland (Steve Carrell), der eher schlagkräftige als schlagfertige Sportreporter Champ „Kawumm“ Kind (David Koechner) und seine bezaubernde Co Sprecherin und Ehefrau Veronica Corningstone (Christina Applegate) ihre Legende für immer zementieren.
Kinostart: 30.01.2014
Will Ferrells herrlich alberne Zeitreise in die Nachrichtenwelt der späten Siebziger offenbart, wie sehr Anspruchslosigkeit und Korrumpierung inzwischen zur Regel geworden sind, Seriosität und Ethos heute kaum noch eine Rolle spielen. Das Kaschieren von Unfähig- und Geschmacklosigkeit wird immer einfacher, es reicht ein Verweis auf die Selffulfilling Prophecy: das alles rechtfertigende Zauberwort „Quote“. Immerhin müssen US-Amerikaner keine Zwangsabgabe für Qualitätsnachrichten zahlen, in denen Stürze von Prominenten zum alles in den Schatten stellenden, wichtigsten Thema gemacht werden. Hoffentlich wird die deutsche Version nicht – wie so oft – unkomisch synchronisiert und zensiert.
Der biedere Bankberater Till Reiners (AXEL STEIN) hat mal wieder keinen guten Tag. Er ist gelangweilt. Von seinem Job, seinem kleinstädtischen Leben und von sich selbst. Und er ist frustriert von seiner Ehe mit Miriam (ANNA MARIA MÜHE), die irgendwo zwischen Alltagstrott und Windelwechseln ihr Feuer verloren hat. Soll das wirklich schon alles gewesen sein, was das Leben ihm zu bieten hat? Doch dann kommt plötzlich alles ganz anders. Denn eines Tages überfällt Gelegenheitsgangster Nappo (MORITZ BLEIBTREU) Tills Bank – und nimmt ihn als Geisel. Dadurch wird eine wahnwitzige Kette von unvorhergesehenen Ereignissen in Gang gesetzt, die Tills und Nappos Leben in nur 48 Stunden kräftig durcheinander wirbelt. Denn wie sich bald herausstellt, steckt in dem vermeintlichen Spießer Till weit mehr, als Nappo jemals ahnen konnte. Der Rest ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und des schlimmsten Tages aller Zeiten…
Kinostart: 16.01.2014
Wer aufgrund des Trailers und der Besetzung eine Thorwarth-Komödie à la „Bang Boom Bang“ erwartet, wird hässlich enttäuscht. Diejenigen, die sich gerne ins Gesicht rülpsen und furzen lassen möchten, Ausländer als „Scheiß Kanacken“ bezeichnet hören wollen und keine plausible Handlung erwarten, werden allerdings gut bedient. Selbstverständlich staatlich gefördert im Rahmen der „Kulturförderung“. Erstaunlich ist nur noch, dass die deutschen Prollfilmemacher es immer wieder schaffen, sich gegenseitig in Stil-, Humor-, Geschmacklosig- und Spießigkeit zu überbieten. Schade um die Schauspieltalente.
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Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet seit Jahren im Fotoarchiv der Zeitschrift Life!. Er ist ein Einzelgänger, der sich, um seinem grauen Alltag zu entfliehen, in abenteuerlichen, heldenhaften und romantischen Tagträumen verliert. Einziger Lichtblick ist die neue Kollegin Cheryl (Kristen Wiig), die Walter aus der Ferne bewundert. Eines Tages wird bekannt, dass Life! zukünftig nur noch online erscheinen und eine letzte Printausgabe herausgebracht werden soll, die auf dem Titel ein Bild des berühmten Life!-Fotografen Sean O’Connell (Sean Penn) zeigen soll. Doch das besagte Bild, das an Walter geschickt wurde, ist verschwunden. Motiviert durch Cheryl nimmt Walter all seinen Mut zusammen und begibt sich auf eine aufregende Reise ans andere Ende der Welt, die für ihn zu einem wunderbaren Abenteuer wird, das er sich nicht besser hätte erträumen können…
Kinostart: 01.01.2014
www.waltermitty-derfilm-mobil.de
Ben Stiller inszeniert und spielt einen Tagträumer, der aus langweiligen Situationen in seiner Vorstellung spannende macht. Hervorragend nachvollziehbar erzählt, so war es möglich einzudämmern und coole Szenen zu imaginieren. Insgesamt ganz nett, wenn auch streckenweise wie Tourismuswerbung.
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Johnny Knoxville is back! Als 86-jähriger Irving Zisman begibt er sich auf den ultimativen Road Trip quer durch die USA und fordert ein Opfer nach dem nächsten – natürlich alles festgehalten mit versteckter Kamera! An seiner Seite sein achtjähriger Enkel Billy (Jackson Nicoll), den er unfreiwillig an der Backe hat. Der obszöne, versoffene und respektlose Rentner konfrontiert seinen Enkel und völlig fremde Menschen mit den absurdesten Situationen, die nicht selten die Grenzen des guten Geschmacks neu definieren. Ob Ladendiebstahl, Besuche im Strip-Lokal oder ein nachmittäglicher Bierrausch – Irving Zisman genießt sein Großvaterdasein in vollen Zügen.
Kinostart: 24.10.2013
Nicht sonderlich originell, langatmig, bescheuert – eine Frechheit. Aber: 3-4 Lacher und gute Laune, das ist mehr als manch andere Filme bieten.
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Wertung für OV
Mit einem gewaltigen Donnerschlag kehrt er zurück – der mächtige Thor (Chris Hemsworth)! Denn nicht nur die Erde, sondern alle Neun Reiche werden von einem dunklen Feind bedroht, ein Gegner, der älter ist als das Universum selbst: Malekith, der Verfluchte (Christopher Eccleston)! Der unerbittliche Herrscher der dunklen Elfen setzt alles daran, das Universum zu zerstören. Nicht einmal Thors Vater Odin (Anthony Hopkins), König von Asgard, vermag es, ihn aufzuhalten. Um Malekith zu besiegen und die Kräfte des Kosmos wieder in Einklang zu bringen, tritt Thor seine gefährlichste Reise an. Diese wird ihn mit seiner großen Liebe Jane Foster (Natalie Portman) wiedervereinen – sie wird ihn jedoch auch dazu zwingen, alles zu opfern, um die Welten zu retten…
Kinostart: 31.10.2013
Und das kommt dabei heraus, wenn anstatt eines Kenneth Branagh ein Fernsehserien-Regisseur und fünf uninspirierte Schreiber engagiert werden – parkinsonsches TV-Zapping ist zusammenhangsvoller. Wenn wenigstens die Bilder irgendwelche Inhalte transportieren würden, auf welcher Ebene auch immer – so aber bleibt nur mechanisierte Storyboardtechnik, die den Trailer aufbläht. Wer allerdings nach drei Sekunden vergessen hat, was eben war, ist klar im Vorteil und fährt auf die „Sprüche“ und 08/15-Bombastik möglicherweise voll ab.
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Weil die Welt noch nie von Taboulistan gehört hat, greift der langjährige Diktator zu drastischen Werbemaßnahmen: Er will zwei Selbstmordattentäter nach Paris schicken, wo sie sich opfern und den Eiffelturm zum Einsturz bringen sollen. Die Wahl fällt auf die unbedarften Ziegenhirten Muzafar (JOSÉ GARCIA) und Feruz (MICHAËL YOUN), die in Istanbul in ein Flugzeug gesetzt werden, das sie entführen und auf das französische Wahrzeichen stürzen lassen sollen. Zu ihrem Unglück wird der Flug nach Korsika umgeleitet. Die zwei Terroristen in spe beginnen eine Tour de France, die sich bald als Tour de Force erweist: Sie begegnen nationalistischen Korsen, dienstbeflissenen Polizisten, unehrlichen Taxifahrern, gewalttätigen Fußballfans, nörgelnden Arbeitern, unfreundlichen Kellern, kafkaesken Verwaltungen und medizinischen Irrtümern. Bis sie die junge Journalistin Marianne (ISABELLE FUNARO) treffen. Sie hält Muzafar und Feruz für illegale Einwanderer und unterstützt sie nicht nur, sondern zeigt ihnen auch ein ganz anderes Frankreich, das sie ihre mörderischen Pläne noch einmal überdenken lässt …
Kinostart: 31.10.2013
Die französischen Möchtegern-Borats kommen nicht an die Klasse des Originals heran. Einige Schmunzler können die bisweilen comicartigen Gags dennoch entlocken.
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Wertung nur für Extended Cut, OV auf Blu-ray
Blu-ray Start: 2013
http://thecampaignmovie.warnerbros.com
Will Ferrell spielt einen wahlkämpfenden Kongressabgeordneten. Der furiose Spaß wird in der Kinofassung leider durch ein enttäuschendes letztes Drittel getrübt – dank massiver Zensur. Die unzensierte Fassung ist nur als Extended Cut auf der Blu-ray zu sehen.
Die anfangs couragiert witzige Komik wird durch das naiv märchenhafte Ende und einseitig gefärbte, realitätsfern unkomische Fantasievorstellungen – des doofen, aber herzensgut ehrlichen republikanischen Kandidaten – überschattet, doch ohne die wäre der Film möglicherweise nicht finanziert worden. Viele kleine Denkanstöße, wie der Hinweis auf die Manipulationsmöglichkeiten mittels elektronischer Wahlmaschinen zeugen jedoch von Relevanz.
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Wertung für OmU
Seit 12 Monaten müssen der DEA Agent Bobby Trench (DENZEL WASHINGTON) und der U.S. Naval Intelligence Officer Michael Stigman (MARK WAHLBERG) nun schon gegen ihren Willen zusammenarbeiten, denn die beiden wurden undercover in ein Drogen-Syndikat eingeschleust. Jeder der beiden misstraut seinem Partner mindestens genauso sehr wie den Kriminellen, die sie zur Strecke bringen sollen. Als ihr Versuch, ein mexikanisches Drogenkartell zu unterwandern und Millionen von Dollar sicher zu stellen, schief geht, werden Trench und Stigman plötzlich von ihren Vorgesetzten fallen gelassen. Jetzt, da jeder sie im Gefängnis oder tot sehen will, gibt es nur noch eine Person, auf die sie sich verlassen können – auf den jeweils anderen. Zum Leidwesen ihrer Verfolger. Denn die müssen bald feststellen, dass gute Jungs, die jahrelang so getan haben, als wären sie böse Jungs, nebenbei auch ein paar entsprechende Tricks aufgeschnappt haben…
Kinostart: 26.09.2013
Und auch dieser Actionfilm lebt durch Marc Wahlberg, ansonsten eher schlichte Durchschnittskost.
Im Hollywoodfilm funktioniert das Prinzip des Aufeinanderhetzens der Bad Guys – bis sie sich gegenseitig wegballern. Hoffentlich verwechseln US-Strategen Filmdrehbücher nicht mehr allzu oft mit einer sehr viel komplexeren Realität, in der die Opfer von Stellvertreterkriegen unschuldige Zivilisten und gesunder Menschenverstand sind.
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Der erfahrene Sheriff Roy Pulsifer (Jeff Bridges) hat seine gesamte Laufbahn in der legendären Polizeieinheit namens R.I.P.D. verbracht, um monströse Seelen aufzuspüren, die sich als normale Menschen unter die Lebenden mischen. Sein Auftrag? Er muss diese speziellen Gesetzesbrecher verhaften und dem letzten Gericht übergeben, wenn sie sich ihrem Urteil widersetzen und in der Menge der ahnungslosen Erdbewohner Zuflucht suchen. Als diesem plötzlich der einst vielversprechende Nachwuchs-Detective Nick Walker (Ryan Reynolds) als Junior-Partner zugeteilt wird, reicht es nicht aus, dass sie sich gegenseitig widerwillig ihren Respekt bekunden – jetzt heißt es, als Team ganze Arbeit zu leisten,
Kinostart: 29.08.2013
Men in Black mit Geisterwesen statt Aliens – bemerkenswert schlecht geklaut: uninspiriert, uncharmant, uncool. $130 Mio. für Technik, Null für Hirn.
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Der Indianer Tonto (Johnny Depp) erzählt die sagenhafte Geschichte, die den Texas Ranger John Reid (Armie Hammer) in einen maskierten Rächer gegen das Verbrechen verwandelt und nimmt die Zuschauer dabei mit auf eine tollkühne Achterbahnfahrt voller epischer Überraschungen und witziger Reibereien zwischen den beiden ungleichen Helden, die erst lernen müssen zusammen zu arbeiten um gemeinsam gegen Korruption und Habgier zu kämpfen.
Kinostart: 08.08.2013
Vorzüglich hochwertiges Popcornkino-Drehbuch – wenn auch etwas zähflüssig im Mittelteil -, liebenswert detailreich umgesetzt von Gore Verbinski. Mit Johnny Depp als Tonto.
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Wertung für OV
„Das ist das Ende“ erzählt die Geschichte von sechs Freunden, die sich gefangen in einem Haus wiederfinden, nachdem eine Reihe mysteriöser Vorfälle Los Angeles katastrophal verwüstet hat. Während sich die Menschen draußen allmählich wieder berappeln, wird die Freundschaft der sechs Eingeschlossenen angesichts schwindender Vorräte und des einsetzenden Lagerkollers auf eine harte Probe gestellt. Dann aber müssen sie das Haus verlassen und sich ihrem Schicksal und der wahren Bedeutung von Freundschaft und Wiedergutmachung stellen.
Kinostart: 08.08.2013
Das Amüsement über den anfänglich herrlich verblödet-albernen Humor wird mit primitiven Verdammnisfantasien und den immer gleichen Missio-gähn-ierungbemühungen bestraft. Als aufgeklärter Europäer geht man davon aus, dass es sich um sarkastische Kritik am US-amerikanischen Konservativismus handeln müsse, aber selbst wenn dem so wäre, ist die einfältige Darstellung einfältiger Weltbilder nicht sonderlich originell.
