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Wertung für OmU
Kinostart: 22.08.2013
Wie schaffen es deutsche Drehbuchautoren immer wieder diese außergewöhnlichen Leistungen zu vollbringen? Es reicht nicht einfach nur die langweiligsten Lebensmomente larmoyant aneinanderzureihen, hier wurden die langweiligsten überhaupt erdenkbaren Augenblicke synthetisch kreiert. Diese Kunstfertigkeit sollte nicht unterschätzt werden – über 70-Jährige, die sich Hörgeräte und Sehhilfen nicht leisten können, wollen erobert werden – in nicht allzu ferner Zukunft sind sie die Hauptzielgruppe.
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Kinostart: 15.08.2013
Hier passt einfach alles: unkomisch, ekelhaft, peinlich. Wer schon immer mal als lebende Kotztüte für unterbelichteten Autorenauswurf dienen wollte, ist hier richtig.
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Simon (James McAvoy), ein Kunstauktionator, verbündet sich mit einer Bande von Kriminellen, um ein millionenschweres Kunstwerk zu stehlen. Nachdem er bei dem Raub einen Schlag auf den Kopf erlitten hat, entdeckt er nach dem Aufwachen, dass er sich nicht daran erinnern kann, wo er das Gemälde versteckt hat. Als Drohungen und Folter ohne Erfolg bleiben, heuert der Anführer der Bande (Vincent Cassel) eine Hypno-Therapeutin (Rosario Dawson) an, um in den dunkelsten Untiefen von Simons Psyche zu wühlen. Als sie tiefer in sein angeschlagenes Unterbewusstsein eindringt, wird das Spiel immer gefährlicher, und die Grenzen zwischen Begehren, Realität und hypnotischer Suggestion verwischen.
Kinostart: 08.08.2013
Danny Boyle inszeniert einen Mindbender mit Vincent Kassel und der hypnotischen Rosario Dawson (Sin City). Was kann man da schon falsch machen? Würde man ein Drehbuch akzeptieren, das thematisch faszinierende Möglichkeiten eröffnet, aber nur mit halbfertiger, unorigineller Auflösung aufwarten kann? Sich die Enthedderung der konfusen Handlungsstränge sparen? Wieso nicht. Merkt ja doch keiner – alle denken sie wären die einzigen, die nichts peilen.
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Der Indianer Tonto (Johnny Depp) erzählt die sagenhafte Geschichte, die den Texas Ranger John Reid (Armie Hammer) in einen maskierten Rächer gegen das Verbrechen verwandelt und nimmt die Zuschauer dabei mit auf eine tollkühne Achterbahnfahrt voller epischer Überraschungen und witziger Reibereien zwischen den beiden ungleichen Helden, die erst lernen müssen zusammen zu arbeiten um gemeinsam gegen Korruption und Habgier zu kämpfen.
Kinostart: 08.08.2013
Vorzüglich hochwertiges Popcornkino-Drehbuch – wenn auch etwas zähflüssig im Mittelteil -, liebenswert detailreich umgesetzt von Gore Verbinski. Mit Johnny Depp als Tonto.
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Kinostart: 01. August 2013
Im Auftrag des russischen Geheimdienstes soll Top-Spion Grégory Lioubov (Jean Dujardin) belastendes Material gegen einen mächtigen russischen Oligarchen (Tim Roth) beschaffen, der vom mondänen Monaco aus sein Imperium steuert. Vor Ort wird Finanzjongleurin Alice (Cécile de France) als Undercover-Agentin für die Mission rekrutiert. Als er sich ihrer Loyalität nicht mehr sicher ist, bricht Grégory die goldene Regel und nähert sich Alice – der Beginn einer verhängnisvollen Affäre mit ungewissem Ausgang. Denn neben den Russen spielt auch die CIA ein doppeltes Spiel, das sich in Moskau zu einem packenden Machtkampf ausweitet.
Spionage-Liebesthriller mit Jean Dujardin. Die französische Variante des Agentenfilms – Amour, Glamour, Geld, Macht und Tragédie. Manchmal fehlt dramaturgische Dichte, dann wird zu sehr das Klischee bemüht. Nicht spektakulär, aber auch nicht dumm.
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Die ehemalige FBI Agentin Sarah Moss (Brit Marling) startet eine steile Karriere bei „Hiller Brood“, einer erfolgreichen privaten Sicherheitsfirma, zu deren Klienten vor allem hochrangige Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zählen. Von ihrer Chefin Sharon (Patricia Clarkson) wird sie für eine gefährliche Mission ausgewählt und soll – undercover – die anarchistische Vereinigung THE EAST infiltrieren. Die extreme Gruppierung hat sich zum Ziel gesetzt, kriminelle Machenschaften großer Unternehmen aufzudecken. Schnell kann sich die zielstrebige Sarah in die Gruppe integrieren und fühlt sich vor allem zu deren Anführer Benji (Alexander Skarsgård) hingezogen. Immer mehr sympathisiert sie mit den Zielen und Vorstellungen von THE EAST und fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihrer moralischen Haltung, ihrer neuen Liebe und ihrer Mission. Sie muss eine fundamentale Entscheidung treffen…
Kinostart: 18.07.2013
Die relevante Thematik stößt wichtige Gedanken an und Moralvorstellungen werden gegenwartssignifikant konkretisiert. Die Umsetzung hätte temporeicher sein können, die Storyline ist zuweilen holperig und realitätsfern, aber letztendlich werden große Gefühle ausgelöst: Wie kann es sein, dass die Abwehr der Verseuchung des Planeten von den hilflosen (filmischen) Versuchen einiger weniger Idealisten abhängt? Aber immerhin wurde dieser Film überhaupt produziert, angesichts des momentan Realisierten, könnte man meinen Idealismus wird im Keim erstickt. Der Blick hinter die Kulissen wäre kein erfreulicher.
Wenig überraschend wird in dieser US-Produktion von Ridley Scott auch wieder versucht christlich zu bekehren – wenn auch einigermaßen dezent. Der Führer der vorgeblich „anarchistischen Gruppe“ fordert eher unmotiviert „Auge um Auge“, wohingegen die zu kapitalistischer Enthaltsamkeit bekehrte Heldin gegen Ende ihr Halsband-Kreuz beschwört (s. Prometheus) und den Kampf mit friedlicheren Mitteln fortsetzen will. Dass blinder Glaube in der Realität oft auch Ursache nicht-reflektierten Handels und eher selten Lösung ist, wird in der märchenhaften Konstruktion nicht kritisch hinterfragt. Angesichts der realen Situation, in der weggeworfene Essensüberschüsse absichtlich vergiftet und Umweltschützer mit Drohnen und lethalen Waffen gejagt werden, ist man aber gewillt die vielen Schwächen zu verzeihen und den Mut der Macher zu bewundern.
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Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und es gibt nur ein Ziel: überlebe diese Nacht! Die Kriminalität in Amerika lässt sich nicht mehr eindämmen und die Gefängnisse sind überfüllt. Um die Lage in den Griff zu bekommen, etabliert der Staat den sogenannten Purge-Day, das heißt, er gewährt jedes Jahr eine zwölfstündige Generalamnestie: In dieser Zeitspanne bleiben alle illegalen Aktivitäten straffrei, Mord eingeschlossen. Die Polizei kommt niemandem zu Hilfe. Alle Krankenhäuser werden geschlossen. Eine Nacht lang bestimmen die Bürger ihre eigenen Regeln, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Der alljährliche Purge-Day steht kurz bevor und das heißt Hochbetrieb für James Sandine (Ethan Hawke), einem Spezialist für Sicherheitssysteme. Denn um der ausbrechenden Anarchie zu entfliehen, verbarrikadiert sich jeder, der es sich leisten kann, mit Hilfe modernster Technik in seinen eigenen vier Wänden. Es gilt 12 Stunden unbeschadet zu überstehen, so auch für James, seine Frau Mary (Lena Headey) und ihre beiden Kinder. Alles scheint sicher zu sein, bis plötzlich ein um Hilfe rufender Fremder vor ihrem Haus auftaucht. Als dieser Unterschlupf in deren Haus findet, gerät die bedrohliche Situation außer Kontrolle. Eine Kettenreaktion schrecklicher Ereignisse, die das Leben von Familie Sandine für immer verändern wird…
Kinostart: 13.06.2013
Beeindruckend fesselnd verstörende Gesellschaftskritik, die hoffentlich auch als solche vom US-Durchschnittszuschauer verstanden wird. Gutes Konzept mit kleinen Mängeln – insbesondere der erste Plotpoint hätte besser durchdacht sein dürfen. Die Umsetzung leidet unter der mangelnden Schauspielbegabung des Sohndarstellers. Wäre dieser anders besetzt und inszeniert worden, hätte das Werk ganz andere Höhen erreichen können.
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Wertung für OV
Das Ende steht unaufhaltsam bevor. Eine tödliche Pandemie breitet sich über Kontinente hinweg aus. Das Ausmaß der weltweiten Katastrophe mit unzähligen Toten und Infizierten ist kaum fassbar. Keine Regierung kann dem alltäglichen Chaos und Sterben noch etwas entgegensetzen. Eine Welt, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr und die gesamte Zivilisation steht am Rande des Untergangs: Es herrscht ein globaler Krieg – es herrscht der WORLD WAR Z!
Kinostart: 27.06.2013
Das lahme Rumgelatsche hat ein Ende: endlich schnelle Zombies in 3D. Brad Pitt versucht zu überleben und ist immer wieder sehenswert. Dass „die einzige Hoffnung Krieg“ sei, ist zwar nur ein reißerischer Werbespruch zum Film, zugleich aber auch Hinweis auf das, was Unbehagen auslöst.
Das Ende ist einigermaßen unbefriedigend, möglicherweise wird auf eine Fortsetzung spekuliert.
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Wertung für OV
Nach einer Bruchlandung stranden der Teenager Kitai Raige (JADEN SMITH) und sein legendärer Vater Cypher (WILL SMITH) auf der Erde – 1000 Jahre nachdem katastrophale Ereignisse die Menschheit dazu gezwungen haben, diese zu verlassen. Da Cypher schwer verletzt wurde, muss sich Kitai auf einen gefährlichen Weg machen, um ein Notrufsignal abzusenden. Dabei muss er das feindliche und ihm fremde Gelände erkunden und sich gegen hochentwickelte Tiere zur Wehr setzen, die jetzt die Erde beherrschen. Und auch eine unaufhaltsame Alien-Kreatur, die bei dem Absturz entkommen ist, ist ihm dicht auf den Fersen. Vater und Sohn müssen lernen, zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen, wenn sie je wieder heil nach Hause zurückkehren wollen.
Kinostart: 06.06.2013
Will Smiths Sohn: „Das von Dir geschriebene Skript ist doch nur die dümmliche Nacherzählung der dümmsten Mission meines dümmlichsten Videospiels.“ Will Smith: „Wie heißt das?“ Sohn: „Videospiels, Sir. Jawohl, Sir!“
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Wertung für OV
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig – nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie (SAOIRSE RONAN). Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared (MAX IRONS) wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält – und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat … Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern.
Kinostart: 13.06.2013
www.concorde.seelen-derfilm.de
Auf die Gefühls- und Tränendrüse wird permanent gedrückt, Logik spielt keine große Rolle – weder in Details noch im Großen. Das hat einige unfreiwillige Komik und B-Movie-Feeling zur Folge.
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Kinostart: 11.07.2013
Eindrucksvoller Beweis der zwei erstmals auch regieführenden Drehbuchschreiber, wer für die lustigen und originellen Momente der Hangover Reihe verantwortlich war: sie wohl eher nicht.
Ursprünglicher Titel: Something in the Air
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Wertung für OmU, französischer Originaltitel: Après Mai
Kinostart: 30.05.2013
Angenehm nüchtern und unaufwändig, fast dokumentarfilmartig gefilmt. Gelassen, keine aufgebauschte Storyline, ungewöhnlich simpel – französisch zurückgenommen eben, so dass auffällt, wie sehr Hollywood mit am Fließband, nach Schema F produzierten künstlichen „Gefühlen“ inhaltliche Leere kaschiert. Mittlerweile ist es leider schwer vorstellbar geworden, dass ein solcher Film mit derartigen politischen Anklängen in Deutschland produziert werden könnte, deshalb ragt dieser, in einigen Belangen eher mediokre Film, momentan so liebenswürdig heraus. Leider bis jetzt kaum beworben vom deutschen Verleih.
