Filmempfehlungen

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War Dogs

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Wertung für OV

„War Dogs“ erzählt die Geschichte von zwei Freunden Anfang 20 (Hill und Teller), die während des Irak-Kriegs in Miami Beach leben und eine wenig bekannte staatliche Regelung ausnutzen, nach der sich auch kleine Firmen um amerikanische Rüstungsaufträge bewerben dürfen. Nach bescheidenen Anfängen sprudelt plötzlich das Geld und erlaubt den beiden ein Leben in Saus und Braus. Doch dann verheben sie sich kräftig: Sie sichern sich einen 300 Millionen schweren Auftrag und sollen der afghanischen Armee Waffen liefern – bei diesem Deal bekommen es die beiden mit äußerst zwielichtigen Partnern zu tun – und wie sich herausstellt, gehört dazu auch die amerikanische Regierung.

Todd Phillips (Trilogie „Hangover“) inszeniert die auf einer wahren Geschichte basierende Action-Comedy „War Dogs“ mit Oscar®-Kandidat Jonah Hill („The Wolf of Wall Street“, „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“) und Miles Teller („Whiplash“, Trilogie „Die Bestimmung“) in den Hauptrollen.

Kinostart: 29.09.2016

war dogsWaffenhändlerstory mit Jonah Hill nach wahren Begebenheiten. Ethik spielt keine Rolle mehr, nur noch wer wieviel bekommt – einschließlich der weiblichen Nebenrolle, die in fiktive Geschichten gerne als Moralwächterin hineingeschrieben wird. Die selbstzerstörerisch skrupellose Gier ist unermesslich und legt exemplarische Finger in die dem Raubtierkapitalismus systemimmanente Wunde. Weiterempfehlungen sollten sich an geistig reifes Publikum richten, Unreflektierte könnten sich animiert fühlen, Waffen dealen zu wollen.

 

Kill the Messenger

 

Der Journalist Gary Webb (Jeremy Renner) hört nun einmal nicht auf solche als Ratschlag getarnte Drohungen ist einem gewaltigen Politskandal auf der Spur: US-Geheimdienste stecken mit Drogenkartellen aus Mittelamerika unter einer Decke. Sie sorgen dafür, dass Tonnen von Crack ungehindert ins Land kommen können. Mit dem Geld wird in Nicaragua der Kampf der Contra-Rebellen gegen die Regierung finanziert. Webb recherchiert auf den Straßen von Los Angeles, in Nicaragua und auf den Fluren der Macht. Seine Artikel schlagen im ganzen Land hohe Wellen. Doch damit ist Webb einen Schritt zu weit gegangen. Nun beginnt für ihn erst der eigentliche Kampf: um die Wahrheit, sein Ansehen und schließlich auch um seine Familie…

Besetzung: Jeremy Renner, Rosemarie DeWitt, Ray Liotta, Tim Blake Nelson, Barry Pepper, Oliver Platt, Michael Sheen, Paz Vega, Michael Kenneth Williams, Mary Elizabeth Winstead und Andy Garcia
Regie: Michael Cuesta
Drehbuch: Peter Landesman
Produzenten: Scott Stuber, Naomi Despres, Jeremy Renner
Ausführende Produzenten: Peter Landesman, Pamela Abdy, Don Handfield, Michael Bederman

Kinostart: 10.09.2015

Gradlinig simple Verfilmung einer wahren Begebenheit. Die US-Regierungen, die sich nach außen als unerbittlichste Gegner des Drogenkomsums aufspielten und Konsumenten brutal entrechteten, waren für die tonnenweise Einfuhr von Kokain und das Süchtigmachen ganzer Communitys mit Crack verantwortlich. Der Reporter, der das aufdeckt wird arbeitslos und endet mit zwei Kopfschüssen, die bis heute offiziell als Selbstmord deklariert werden. Die Parallelen zum aktuellen deutschen Zeitgeschehen sind bedenklich: Anstatt dass diejenigen, die tagtäglich massenhaft grundlegende Prinzipien der Verfassung brechen angeklagt werden, initialisierte der Verfassungsschutz die Verfolgung von Journalisten, die das aufdecken.

 

Alles steht Kopf

 

Wertung für OV, OT „Inside Out“

Im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum im Kopf der elfjährigen Riley, leisten fünf Emotionen Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Rileys Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich zu vergiften – körperlich oder mental. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist – nun ja, die anderen offensichtlich aber auch nicht. Als Rileys Familie eines Tages vom Land in eine fremde große Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen. Dummerweise haben FREUDE und KUMMER versehentlich wichtige Kernerinnerungen von Riley mitgenommen und müssen diese nun unbedingt ins Hauptquartier zurückbringen, wenn sie nicht für immer verloren gehen sollen. Es beginnt eine aufregende Reise durch ihnen unbekannte Hirnregionen wie das Langzeitgedächtnis, das Fantasieland, das Abstrakte Denken und die Traum Studios, die von den beiden Emotionen alles abverlangt – auch, über den eigenen Gefühlsrand hinauszuwachsen…

Regisseur: Oscar®-Preisträger Pete Docter („Die Monster AG“, „Oben“)
Ko-Regisseur: Ronnie Del Carmen („Oben“)
Produzent: Jonas Rivera („Oben“)
Soundtrack: Oscar®-Preisträger Michael Giacchino („Die Unglaublichen“, „Ratatouille“, „Oben“)

Kinostart: 01.10.2015

Entzückende, gut durchdachte metaphorische Darstellung der Prozesse, die im Hirn ablaufen. Possierlich familiengerecht und disneykonform – viel möglicherweise Kontroverses wird ausgeklammert -, aber einem Kinderfilm angemessen und zielgruppengerecht meisterhaft gefühlsmanipulierend umgesetzt. Die Allegorie kann zu komplexeren Denkmodellen inspirieren, motiviert Katharsis und trägt zu Bewusstmachung bei – einem der wichtigen Vorhaben unserer Zeit.

 

Gone Girl

 

Regisseur David Fincher zeichnet in seinem Thriller GONE GIRL – basierend auf dem weltweiten Bestseller von Gillian Flynn – das Psychogramm einer Ehe auf. Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich? Diese Frage stellt sich Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag, dem Tag, an dem seine schöne Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Unter dem Druck der Polizei und des wachsenden Medienspektakels, bröckelt Nicks Darstellung einer glücklichen Ehe. Durch seine Lügen, Täuschungen und sein merkwürdiges Verhalten stellt sich jeder bald dieselbe unheimliche Frage: Hat Nick Dunne seine Frau ermordet?

Kinostart: 02.10.2014

Bitter, dunkel und langsam zu genießen (149 Min.) – aber aufputschend und so entschleiernd, dass eine leichte Unruhe bleibt. David Fincher verfilmt den Roman von Gillian Flynn und verzichtet auf Zucker – kein süßes Leckerli lenkt vom Wesentlichen ab. Die Geschichte erzeugt gesundes Misstrauen gegenüber einer gefährlich verlogenen Welt.

 

 

 

Das Geheimnis der Bäume

 

Sprecher: Bruno Ganz

DAS GEHEIMNIS DER BÄUME ist ein faszinierender Dokumentarfilm über das Wunderwerk Baum. Er nimmt uns mit auf eine magische Reise zum Ursprung unseres Lebens – nicht umsonst werden die gewaltigen Ur- und Regenwälder die grüne Lunge unseres Planeten genannt. Wir begleiten den Botaniker Francis Hallé und sehen, wie Bäume geboren werden, wie sie leben und wie sie sterben.
Der Film entführt den Zuschauer auf eine poetische Reise, auf der er nicht nur in die Geheimnisse der Bäume eingeweiht, sondern auch für deren Gefährdung sensibilisiert wird: Sterben die Bäume – dann stirbt unsere Erde, denn sie sind lebensnotwendig für unser Ökosystem und für uns, den Menschen. Vom ersten Wachsen des Urwaldes bis hin zur Entwicklung der einzigartigen Verbindung zwischen Pflanzen und Tieren entfalten sich nicht weniger als sieben Jahrhunderte vor den Augen des Zuschauers, der Zeuge eines der größten Naturwunder wird.
Mit imposanten Kamerafahrten von der Vogelperspektive bis in mikroskopische Details und faszinierende Zeitrafferaufnahmen präsentiert der Film bildgewaltig und eindrucksvoll den Gesamtorganismus Wald.

DVD, Blu-Ray Start: 22.05.2014
Kinostart: 02.01.2014

Wunderschöne Naturdokumentation über das Entstehen eines Urwaldes, brillant gefilmt und gekonnt animiert. Der deutsche Kommentar ist zuweilen ungenau unwissenschaftlich, der unbeholfene Wille zur Poesie steht im Vordergrund. So wurde auch darauf verzichtet zu erwähnen, wie schwierig es war gesunde Waldgebiete für die Dreharbeiten zu finden. Laut Aussagen des Botanikers und Protagonisten Francis Hallé wird es möglicherweise keine „zweite Chance geben einen Film über den Regenwald zu machen“. Die spannenden Phänomene rund um die Bäume faszinieren, die erstklassigen Bilder bereichern die Sinne.

 

Lone Ranger

 

Der Indianer Tonto (Johnny Depp) erzählt die sagenhafte Geschichte, die den Texas Ranger John Reid (Armie Hammer) in einen maskierten Rächer gegen das Verbrechen verwandelt und nimmt die Zuschauer dabei mit auf eine tollkühne Achterbahnfahrt voller epischer Überraschungen und witziger Reibereien zwischen den beiden ungleichen Helden, die erst lernen müssen zusammen zu arbeiten um gemeinsam gegen Korruption und Habgier zu kämpfen.

Kinostart: 08.08.2013

Vorzüglich hochwertiges Popcornkino-Drehbuch – wenn auch etwas zähflüssig im Mittelteil -, liebenswert detailreich umgesetzt von Gore Verbinski. Mit Johnny Depp als Tonto.

 

 

 

 

The East

 

Die ehemalige FBI Agentin Sarah Moss (Brit Marling) startet eine steile Karriere bei „Hiller Brood“, einer erfolgreichen privaten Sicherheitsfirma, zu deren Klienten vor allem hochrangige Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zählen. Von ihrer Chefin Sharon (Patricia Clarkson) wird sie für eine gefährliche Mission ausgewählt und soll – undercover – die anarchistische Vereinigung THE EAST infiltrieren. Die extreme Gruppierung hat sich zum Ziel gesetzt, kriminelle Machenschaften großer Unternehmen aufzudecken. Schnell kann sich die zielstrebige Sarah in die Gruppe integrieren und fühlt sich vor allem zu deren Anführer Benji (Alexander Skarsgård) hingezogen. Immer mehr sympathisiert sie mit den Zielen und Vorstellungen von THE EAST und fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihrer moralischen Haltung, ihrer neuen Liebe und ihrer Mission. Sie muss eine fundamentale Entscheidung treffen…

Kinostart: 18.07.2013

Die relevante Thematik stößt wichtige Gedanken an und Moralvorstellungen werden gegenwartssignifikant konkretisiert. Die Umsetzung hätte temporeicher sein können, die Storyline ist zuweilen holperig und realitätsfern, aber letztendlich werden große Gefühle ausgelöst: Wie kann es sein, dass die Abwehr der Verseuchung des Planeten von den hilflosen (filmischen) Versuchen einiger weniger Idealisten abhängt? Aber immerhin wurde dieser Film überhaupt produziert, angesichts des momentan Realisierten, könnte man meinen Idealismus wird im Keim erstickt. Der Blick hinter die Kulissen wäre kein erfreulicher.

Wenig überraschend wird in dieser US-Produktion von Ridley Scott auch wieder versucht christlich zu bekehren – wenn auch einigermaßen dezent. Der Führer der vorgeblich „anarchistischen Gruppe“ fordert eher unmotiviert „Auge um Auge“, wohingegen die zu kapitalistischer Enthaltsamkeit bekehrte Heldin gegen Ende ihr Halsband-Kreuz beschwört (s. Prometheus) und den Kampf mit friedlicheren Mitteln fortsetzen will. Dass blinder Glaube in der Realität oft auch Ursache nicht-reflektierten Handelns und eher selten Lösung ist, wird in der märchenhaften Konstruktion nicht kritisch hinterfragt. Angesichts der realen Situation, in der weggeworfene Essensüberschüsse absichtlich vergiftet und Umweltschützer mit Drohnen und lethalen Waffen gejagt werden, ist man aber gewillt die vielen Schwächen zu verzeihen und den Mut der Macher zu bewundern.

 

Die wilde Zeit

 

Wertung für OmU

Paris in den frühen 1970er Jahren. Gilles (Clément Métayer), ein junger Student, lässt sich von der politisch aufgeladenen und kreativen Aufbruchstimmung seiner Zeit mitreißen und engagiert sich mit seinen Freunden für eine neue Gesellschaftsordnung. Dabei lernt er Christine (Lola Créton) kennen, die für die gleiche Sache kämpft wie er, und verliebt sich in sie. Neben der Liebe entdeckt er die Welt der Kunst und sein Interesse für Malerei und Film. Selbst sehr talentiert erkennt Gilles, dass die Zeit gekommen ist, seinem Leben eine Richtung zu geben – und er sucht, hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Christine, seinen Freunden, seinen politischen Überzeugungen und seinen ganz persönlichen Träumen seinen eigenen Weg. Es sind bewegte Zeiten, und er muss klare Entscheidungen treffen, um den richtigen Platz im Leben zu finden…

Kinostart: 30.05.2013

DVD/Blu-Ray Release: 05.12.2013

Angenehm nüchtern und unaufwändig, fast dokumentarfilmartig gefilmt. Gelassen, keine aufgebauschte Storyline, ungewöhnlich simpel – französisch zurückgenommen eben, so dass auffällt, wie sehr Hollywood mit am Fließband, nach Schema F produzierten künstlichen „Gefühlen“ inhaltliche Leere kaschiert. Mittlerweile ist es leider schwer vorstellbar geworden, dass ein solcher Film mit derartigen politischen Anklängen in Deutschland produziert werden könnte, deshalb ragt dieser, in einigen Belangen eher mediokre Film, momentan so liebenswürdig heraus.

 

Kon-Tiki

 

Wertung für OV

Der Spielfilm KON-TIKI erzählt in atemberaubenden Bildern und spannenden Actionszenen die waghalsige und wahre Geschichte des jungen Teams um Thor Heyerdahl, das eines der großen Geheimnisse der Völkerwanderung lösen will: Wer hat zuerst die abgelegenen Archipele Polynesiens besiedelt und wie sind die Menschen einst dorthin gelangt? Schauplatz der weltberühmten Expedition von Thor Heyerdahl ist der halbe Erdball: Norwegen, USA, Peru, Polynesien – und der gefährlich-schöne Pazifik. Vor 65 Jahren landete die in Peru gestartete Crew der KON-TIKI nach 101 Tagen Seereise auf dem Tuamotu-Archipel. Heyerdahls Buch über seine Expedition wurde in über 67 Sprachen übersetzt und über 50 Millionen Mal verkauft. Sein Dokumentarfilm „KON-TIKI“ gewann 1952 den Oscar. Thor Heyerdahl (1914-2002) wurde der berühmteste Norweger der Gegenwart.

Kinostart: 21.03.2013

Thor Heyerdahls Reise auf einem Floß. Wunderschöne natur- und erdverbundene Momente, wissenschaftlicher Forschergeist, Mut und Vertrauen in eine Idee werden in dieser norwegischen Großproduktion glänzend in Szene gesetzt.

 

 

 

Django Unchained

 

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django (JAMIE FOXX), einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (CHRISTOPH WALTZ) Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (KERRY WASHINGTON) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie (LEONARDO DICAPRIO). Candie ist der Eigentümer von „Candyland“, einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen (SAMUEL L. JACKSON). Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden…

Kinostart: 17.01.2013

Aus einem Stück gegossenes, episches Trash-Masterpiece. Tarantino brilliert mit Humor, Style und Präzision.

Man könnte Gewaltverherrlichung vorwerfen und (fragwürdig) erwidern, dass sich Widerstand in einer gewalttätigen Welt nicht anders behaupten kann oder genau das die Gesellschaftskritik ausmacht – aber eine Eins-zu-eins-Sicht wird dem Werk nicht gerecht, denn der brodelnde Kessel explodiert metaphorisch, wenn zu viel Unterdrückung angestaut wurde und reinigt mit Kompromisslosigkeit, wenn strukturelle, psychische und physische Vergewaltigungen selbstverständlich geworden sind oder werden wollen.

 

 

 

 

The Cabin in the Woods

 

Kinostart: 06.09.21012

Bääm! Außergewöhnlicher Horror-Slasher, der mit originellen Details und unkonventioneller Metaebene überzeugt – basierend auf einem Drehbuch von Drew Goddard und Joss Whedon. Goddards eindrucksvolle erste Regiearbeit lässt auf mehr hoffen.

Kleinere Unstimmigkeiten wie Schwerverletzte, die in späteren Szenen mirakulös geheilt wieder auftauchen, stören den Erzählfluss nicht. Um das Ende und damit auch das Gesamtkonstrukt nicht als sinnlos destruktiv zu begreifen, bedarf es viel guten Willens und Kreativität seitens der Rezipienten, um die moralischen Lücken zu füllen, bzw. Amoralität als Kritik an den herrschenden Verhältnissen zu begreifen. Trotzdem ist das Werk so frisch und kraftvoll, dass man hoffen kann, die erzkonservativ öde Fifties-Retrowelle ist endlich vorbei.

 

 

 

Prometheus

 

Wertung für OV

Kinostart: 09.08.2012

3D Science-Fiction. Ridley Scott verwandelt das Kino in ein Raumschiff, fliegt uns auf einen anderen Planeten und erzählt eine nicht ganz ausgereifte Geschichte in beeindruckenden Bildern. Unlogiken und Andeutungen, die nicht konsequent genug weitergedacht wurden und die dadurch verschenkten Spannungsmomente fallen nicht weiter ins Gewicht, falls man gewillt ist die geistigen Schwächen der Macher zu ignorieren und das Alien-Prequel gedanklich selbst zu vervollkommnen.
Kreationisten könnten den Film als Bestätigung ihres kruden Weltbildes missverstehen, aber es handelt sich um eine Fabel, die auf Metaebenen anregende Botschaften weitergibt, sofern man die eigene schöpferische Kraft als erstrebenswerten Weg und Ziel erkennt. Und sogar simpel gestrickte Gläubige müssten die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das was sie als „Gott“ ansehen auch feindlich gesonnen oder imbezil sein könnte. Das Ende ist in vielfacher Hinsicht enttäuschend, die Schönheit realer evolutionärer (glaubensunabhängiger) Autopoiesis darf wohl noch nicht dargestellt werden – in Anbetracht momentaner Filmfinanzierungs-Machtstrukturen ist das wenig überraschend.

 

 

Der Diktator

 

Wertung nur für OV

Kinostart: 17.05.2012

Lachen ohne Ende, danach befriedigte Erschöpfung wie nach großartigem Sex – Sacha Baron Cohen hat seine Latte noch etwas höher geschraubt.

Die deutsche Fassung ist selbstverständlich zensiert.

 

 

 

 

John Carter

 

Wertung für OV

Kinostart: 08.03.2012

Fantasy auf dem Mars, basierend auf Edgard Rice Burroughs‘  „A Princess of Mars“. Alle Unlogik beiseite findet man in der bunten Fantastik Ansätze zu aufschlussreichen, wenn auch nicht allzu neuen Metaebenen. Leider sind heutige Disneyfilme manchmal schlampig bezüglich Storydetails und vertrauen zu sehr auf althergebrachte Drehbuchstrukturen, so dass  einiges vorhersehbar ist. Insgesamt aber angenehm fantasieanregend.

 

 

The Artist

 

Kinostart: 26.01.2012

Ergreifende Ode an die Ausdrucksstärke einfacher Schwarzweiß-Bilder ohne Ton mit Jean Dujardin. Erstaunlich, dass eine simple Stummfilmliebesgeschichte so berühren kann. Effekthascherei und sinnloses Blabla verstellen zunehmend den Blick aufs Wesentliche; The Artist überwältigt durch Befreiung von diesem Ballast, umgarnt charmant und weckt Emotionen.

 

 

 

Dark Planet – Prisoners of Power

 

DVD, Blu-Ray

Ein Kosmonaut landet im Jahr 2157 auf einem Exoplaneten, dessen Bewohner gewaltsam beherrscht werden. Die russische Produktion verblüfft durch unerwartet aufwendiges Produktionsdesign, eine episch angelegte Geschichte und Meta-Einsichten in Machtstrukturen. Auch wenn das fehlende Interesse für logische Details Größe suggerieren könnte, fallen die vielen kleinen Fehler negativ auf, die holperige Storyline mit schwer nachvollziehbaren Sprüngen erinnert zuweilen eher an unausgegorene B-Movies. Wenn auch überladen, reißt die imaginäre Größe des Werkes trotzdem mit.

 

 

Sherlock Holmes – Spiel im Schatten

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Kinostart: 22.12.2011

BOUM! Guy Ritchie zeigt wo der Hammer hängt und trifft immer wieder den Nagel tief im Sehnerv. Hier stimmt wirklich alles: Tempo, Witz, Action, Stil, Schauspiel, Waffenhändler, die um des Profites willen Kriege provozieren – etwas mehr Philosophie, Erleuchtung und höhere Erkenntnisse – der Film wäre schwer zu toppen. Weltklasse-Popcornkino-Feuerwerk.

 

 

Mr. Nice

 

Biopic über den ehemaligen Drogendealer Howard Marks. Berührender Independent Film, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass der Handel mit weichen Drogen härter bestraft wird als Mord, zeigt wie ungerecht und zum Schaden der Grundrechte des Individuums der Bestrafungsapparat der Herrschenden sein kann. Die Priorität liegt nicht auf dem Wohlergehen und der Sicherheit der Bürger, sondern der Sicherung der Herrschaftsverhältnisse. Straight erzählt, ohne den üblichen  Schmus.
Der Film ist gut, das Buch ist besser.

 

 

Midnight in Paris

 

Woody Allens wunderschön simple poetische Fantasie mit Owen Wilson. Henry Miller wird uns leider vorenthalten, die Freiheit, die er genossen hat, hätte den Rahmen wohl gesprengt.

 

 

 

 

 

Hell

Verleih: Paramount

Kinostart: 22.09.11

 

Wow, endlich mal wieder ein sehenswerter deutscher Film: Endzeit-Survival Thriller, straight erzählt, ohne aufwändige SFX, packend. Gute Figuren, gutes Schauspiel. Logische Unstimmigkeiten kann man übersehen. Die Zerstörung des Planeten durch menschliches Verschulden zu erklären wäre noch mutiger gewesen, aber das ist wohl momentan noch zu viel verlangt.
Man kann nur hoffen, dass dem von der Filmförderung ungeliebten Genre endlich keine Steine mehr in den Weg gelegt werden und in Deutschland vielleicht irgendwann sogar eine entferntere Zukunft als nur „near fiction“ dargestellt werden darf.

 

 

Planet der Affen: Prevolution

Verleih: Fox

Kinostart: 11.08.11

 

Gut gemachtes Popcornkino mit allzu straighter Story. Viele erzählerische Möglichkeiten wurden verschenkt, von Philosophie und Metaebene ganz zu schweigen. Aber in Zeiten einer Schwemme dümmlicher Haudrauf Filme und hirnerweichender Sinnlosigkeit mutet dieses Prequel für Viele wahrscheinlich schon „irgendwie intellektuell“ an.

Das muss reichen auf dem Planeten, auf dem Menschen zu konsumgeilen Affen gemacht werden.

 

 

Sucker Punch

Verleih: Warner Bros.

Kinostart: 31.03.11

 

Düsteres Actionfeuerwerk das verschiedene Wahrnehmungsebenen eindrucksvoll in parallelen Handlungssträngen verknüpft. Comicartige fantastische Bilder, hirnlose Ballereien und Schwertkämpfe. Ein opulentes Junk-Festmahl für Augen und Ohren.

 

 

 

 

Four Lions

Verleih: Wild Bunch

Kinostart: 21.04.11

 

Wertung für OV 

Satire. Auch Islamisten können unfreiwillig komisch sein, so komisch dass ein CSU Politiker diesen Film in Deutschland verbieten will (übrigens ohne ihn gesehen zu haben). Die Angst vor der Macht des erkennenden Lachens ist unbegründet, sogar Islamisten amüsieren sich und man kann nur hoffen, dass Angst- und Unterdrückungssysteme irgendwann einfach weggelacht werden. Mehr davon.

 

 

 

Männer die auf Ziegen starren

Verleih: Kinowelt

Kinostart: 04.03.10

 

Auf wahren Geschehnissen basierend. Erstaunlich wie skurril Forschungsversuche des US Militärs auf geistigem Gebiet anmuten und wie vertraut normal uns sinnloses Morden und Folter scheinen. Herrlich selbstironische Erkenntnissuche moderner Schamanen und deren Nachahmern. Die befreiende Lächerlichkeit des Seins kann das Richtige im Falschen offenbaren.

 

 

 

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Verleih: Concorde

Kinostart: 07.01.10

 

Eine Ode an die Fantasie. Wunderschöne fantastische Bilder und eine Geschichte die sich simpler Logik widersetzt – eigenwillig und jenseits der Eintönigkeit gleichgeschalteter Gedanken. Wenige vernachlässigbare dramaturgische Schwachstellen.

Leider schlecht beworben vom deutschen Verleih.

 

 

 

Brüno

Verleih: Universal

Kinostart: 9.07.09

 

Wertung für OV

Zu komisch für dieses Land – die Deutschen dürfen nur eine zensierte Fassung sehen. Die deutsche Synchronisation ist so haarsträubend schlecht, dass es schon wieder witzig sein sollte. Ist es aber nicht.

 

 

 

 

 

There Will Be Blood

Verleih: Buena Vista

Kinostart: 14.02.08

 

Historiendrama. Die fast durchweg positiven Kritiken sind gerechtfertigt. Eine spontane einseitige Verurteilung des bösen Kapitalisten liegt nahe – des selfmade-man, der Arbeitsplätze schafft, ein Waisenkind großzieht und sich gegen verlogenen religiösen Wahn zur Wehr setzt. Religion, die auch versucht Menschen mit Unwahrheiten zu verführen, um von Ihnen zu profitieren. Nur eben nicht so erfolgreich. Sehenswert, aber man muss sich auf die sehr langsame Inszenierung einlassen.

 

 

Der Krieg des Charlie Wilson

Verleih: Universal

Kinostart: 7.02.08

 

Wertung nur für OV – die deutsche Übersetzung ist nicht gelungen.

Dramatische Komödie, auf tatsächlichen Geschehnissen basierend. Die CIA engagiert einen hochintelligenten Spezialisten, der auf eine geniale Idee kommt: Um russische Hubschrauber in Afghanistan zu bekämpfen, braucht man Hubschrauberabwehrraketen. Darin erschöpft sich der Intellekt der Entscheider, nach dem Milliarden teuren Krieg wird kein Cent für Aufbau und Schulen ausgegeben. Heute sterben anstatt russischer amerikanische Soldaten. Amüsant temporeich umgesetzt. Die unmenschliche Logik der Kriegsprofiteure wird allerdings ausgeklammert.

 

 

9/11 Mysteries

 

Inoffizieller Link zum ca. 90-minütigen Film (nicht überprüft)

Dokumentation aus dem Jahr 2007 von Sofia Shafquat. Untersuchung der Ereignisse am 11.09.2001 in New York: Physikalische Unmöglichkeiten, Bilder von schräg gesprengten Tragpfeilern und der „Zusammensturz“ des kaum beschädigten WTC 7. Filmisch mittelmäßig, einiges kennt man aus Loose Change (inoffizieller Link), aber die Fakten elektrisieren.

Ärgerlich ist, dass verschiedene Desinformationswebseiten, die den Klimawandel leugnen und gegen Umweltschutz agitieren (finanziert von ultrakonservativen Industriellen), den Film als Aushängeschild benutzen und für ihre Zwecke missbrauchen.

Die Filme werden immer wieder zensiert und gelöscht, die neuen inoffiziellen Links können wir nicht jedes Mal überprüfen (bitte mailen falls nicht fehlerfrei). Eine unabhängige, eigene Sicherung (à la „Fahrenheit 451“) könnte sinnvoll sein.

Link zur 9/11 Dokumentation des WDR („Aktenzeichen 11.9. ungelöst“)

Link zur 9/11 Dokumentation des ORF („9/11 Was steckt wirklich dahinter“)

Link zum Dokumentarfilm „September 11 – The New Pearl Harbour“ (dt. UT)

 

 

The 11th Hour

Verleih: Warner Independent

Kinostart: 15.11.07

 

Dokumentarfilm über den Klimawandel. Wir müssen nur mehr Geld für die richtigen Produkte ausgeben und alles wird gut? Problematisch, denn der Großteil der Menschheit lebt in Armut. Der Film deutet vieles an, geht aber über bekannte Denkgrenzen nicht hinaus. Solange jetzt in diesem Augenblick in einem ökologisch bewussten Land neue riesige Kohlekraftwerke gebaut werden, von denen jedes einzelne mehr CO2 ausstößt als andere Länder insgesamt, vorhandene Umwelttechnologien nachweislich verhindert und durch Augenwischerei ersetzt werden, kann nur ein grundlegend anderes Denken und Handeln die Katastrophe verhindern. Der globale Blick zeigt, daß Überbevölkerung und zerstörte Umwelt Krankheiten, Elend und Seuchen zur Folge haben, die jeden treffen werden. Früher als wir gerne glauben wollen.

Youtube-Clip zum Thema

 

 

300

Verleih: Warner

Kinostart: 5.04.07

 

Gut gelungene Comicadaption. Der Kampfschrei der Spartaner hätte besser gewählt werden können. Visuell fesselnd. Das Recht auf Wahrheit ohne Mystizismus ist ein hohes Gut, das in Jahrtausenden hart erkämpft wurde und einer der Grundpfeiler einer gerechteren Gesellschaft ist. Dem Film Beleidigung des Iran vorzuwerfen ist absurd und zielt wohl eher darauf ab die Meinungsfreiheit einzuschränken.

 

 

Blood Diamond

Verleih: Warner

Kinostart: 25.01.07

 

Thriller über das blutige Geschäft mit afrikanischen Diamanten. Durchgehend spannend, schöne Bilder. Die Wandlung des schießwütigen, skrupellosen Protagonisten in einen selbstlosen Helden wirkt zu gewollt, aber eine Identifikationsfigur sollte eben nicht nur Schwarzen in den Rücken schießen. Leider einige Klischees und insgesamt zu dick aufgetragen (vor allem die Schlußszene). Trotzdem sehenswert, insbesondere wegen des realen Hintergrundes und der Originalschauplätze.

 

 

Departed: Unter Feinden

Verleih: Warner

Regie: Martin Scorsese

Kinostart: 07.12.06

 

Gut besetzter Mafia Thriller. Remake des Hongkongfilms Infernal Affairs. Wem Goodfellas gefallen hat, wird auch diesen Film mögen. Etwas zu lang. Konventionell, trocken umgesetzt, ohne cinematographische Leckerbissen, aber auch ohne überflüssigen Hollywoodschmonzes.

 

 

 

 

An Inconvenient Truth

Verleih: UIP

Dokumentarfilm

Kinostart: 12.10.06

 

Unbedingt sehenswerter Dokumentarfilm über den Klimawandel und die Folgen. Filmisch mittelmäßig, einiges hätte man getrost weglassen, anderes besser machen können. Manches wurde nicht konsequent genug weiter gedacht. Aber allein durch die Ballung der Fakten sitzt man gebannt im Kinosessel. Die Wahrheit macht diesen Film zu einem überwältigenden Thriller, in dem wir uns auch dann noch befinden, wenn wir das Kino verlassen. Trotzdem ist die Wirkung nicht deprimierend, sondern inspirierend, aufbauend, beflügelnd. Berührt tiefer als künstliche Hollywoodgefühle. Und macht Sinn. Muss man sehen.

 

 

Serenity

Verleih: UIP

Genre: Science-Fiction Komödie

 

Erfreulich selbstironischer Science-Fiction. Witzige Dialoge, Weltraumschlachten, Special Effects. Nette Meta Ebene. Popcornkino mit angenehmen Tendenzen zum B-Movie.

 

 

 

 

 

Idiocracy

Verleih: Fox

Genre: Science-Fiction Komödie

 

Scene 1 youtube (english)

Scene 2 youtube (english)

Hochentwickelte Technik, die auch von Idioten gesteuert werden kann, bei gleichzeitiger Verrohung, Niedergang der Kultur und totaler Verblödung, die keinem mehr auffallen kann. Erschreckend reale, aber auch komische Zukunftsvision.

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