September 6th, 2016 by kritiker

daumen065

 

Zwölf Stunden absolute Gesetzlosigkeit. Alle Verbrechen, inklusive Mord, sind in der alljährlichen PURGE-Nacht erlaubt. Amerika ist erneut im Ausnahmezustand: In THE PURGE: ELECTION YEAR wird der knallharte Überlebenskampf zu einem Phänomen, das inzwischen auch mordlustige Touristen aus aller Welt anzieht. Gleichzeitig plädiert eine aufstrebende Senatorin für die Abschaffung der alljährlichen Purge, die sich vor allem gegen die Armen und Unschuldigen richtet, und gerät damit ins Visier der hochrangigen Eliten.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Leo Barnes (Frank Grillo) sich während der PURGE-Nacht im letzten Moment dagegen entschied, an dem Mann Rache zu üben, der Schuld am Tod seiner Tochter hatte. Es ist Wahljahr und mittlerweile arbeitet er als Sicherheitschef der Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Mitten in ihrer Präsidentschaftskampagne steht die alljährliche PURGE-Nacht bevor, die ihre politischen Gegner natürlich nicht ungenutzt lassen wollen. Nach einem hinterhältigen Verrat ist die bedingungslose Jagd auf die Senatorin eröffnet und Leo hat alle Hände voll zu tun, die Senatorin aus der Schusslinie zu bringen und die Nacht zu überleben …

Besetzung: Frank Grillo, Elizabeth Mitchell, Edwin Hodge, Betty Gabriel, JJ Soria, Mykelti Williamson
Drehbuch und Regie: James DeMonaco
Produktion: Jason Blum, Michael Bay, Andrew Form, Brad Fuller, Sébastien Kurt Lemercier

Kinostart: 15.09.2016

purge electionErlebbarer Raubtierkapitalismus. Die fürsorgliche Senatorin, die selbstlos alle retten will, muss allerdings in der Realität noch erfunden werden. Wenn auch simpel, so ist das vermittelte Weltbild erfrischend anders als das übliche, blind verlogene „für Kirche und Vaterland“. Trotz verhältnismäßig kostengünstiger Realisation wäre ein solcher Film in Deutschland undenkbar: Hier verhindert die – als „Förderanstalt“ getarnte – Zensurbehörde jegliche Staatskritik schon im Ansatz. Deutsche Fördergelder gehen ausschließlich an regierungskonforme Produzenten oder US-Großkonzerne.

August 5th, 2016 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

It feels good to be bad … Man stellt ein Team aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Superschurken zusammen, rüstet sie mit dem schlagkräftigsten staatlich geprüften Waffenarsenal aus und schickt sie auf ein Himmelfahrtskommando, um einem rätselhaften, unüberwindlichen Wesen den Garaus zu machen: Die amerikanische Geheimagentin Amanda Waller ist überzeugt, dass nur eine heimlich instruierte Gruppe aus bunt zusammengewürfelten, zwielichtigen Gestalten vom Bodensatz der Gesellschaft diese Mission meistern kann – weil sie nichts zu verlieren hat. Doch schon bald merken die Mitglieder der Suicide Squad, dass sie nicht rekrutiert worden sind, weil sie eine Chance auf Erfolg haben – vielmehr sollen sie praktische Sündenböcke abgeben, wenn das Unternehmen unweigerlich scheitert. Wie aber reagieren sie auf diese Erkenntnis? Stellen sie sich der Aufgabe, um beim Versuch draufzugehen? Oder beschließen sie, dass jeder seine eigene Haut retten muss?

Regie: DAVID AYER

Mit: WILL SMITH, JARED LETO, MARGOT ROBBIE, JOEL KINNAMAN, VIOLA DAVIS

Kinostart: 18.08.2016

www.suicidesquad.com

suicide squadGewaltverherrlichender Schwachsinn, aufwendig produziert – grafisch gefällige Comicbilder ohne Dramaturgie. Verzweifelt nach Sinn Suchende können sich, wenn auch nicht intendierte, Metareflexionen einreden: die USA haben böse Fieslinge selbst entfesselt – Schariaislamisten wären ohne Macht-, Öl-, Profitgier und Kommunistenhass nicht mächtig geworden.

 

Juli 31st, 2016 by kritiker

daumen015

 

Selten blöder, nerviger Quatsch.

Dezember 5th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

Auch 30 Jahre nach der Rückkehr der Jedi-Ritter, dem Tod von Darth Vader und der Vernichtung des zweiten Todessterns scheint die Befreiung von der Terrorherrschaft nicht vollends gelungen zu sein. Die Resistance (vormals „die Rebellion“) befindet sich mit einer Nachfolgeorganisation des Imperiums namens „Erste Ordnung“ (engl. First Order) im Krieg. Ein Helden-Trio, bestehend aus dem desertierten Sturmtruppler Finn, der sonst zurückgezogen lebenden Rey, die auf dem Wüstenplaneten Jakku vom Ausschlachten von Raumschiffwracks lebt, und dem Resistance-Piloten Poe Dameron, steht den Schurken der Ordnung gegenüber, zu denen der Anhänger der dunklen Seite der Macht Kylo Ren, General Hux, der eine Basis der Ersten Ordnung befehligt, und die Sturmtruppen-Offizierin Phasma gehören. (Quelle: Wikipedia)

Regie: J.J. Abrams Mit Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Daisy Ridley, Andy Serkis, Domhnall Gleeson, Max von Sydow, Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Lupita Nyong’o u.v.m.

Kinostart: 17.12.2015

http:star-wars-das-erwachen-der-macht

Die Befürchtungen, dass eine Nachfolgeorganisation des Imperiums (Disney) Star Wars komplett entstellen würde, waren unbegründet: Ballereien und beiläufiges Auslöschen ganzer Zivilisationen gibt es zuhauf. Die Weisheiten und den grammatikalischen Anarchismus eines Yoda vermissen wohl nur die nerdigsten Nerds, die nie aufhören die Ursprünge, Tiefen und Auswirkungen der „Force“ zu erkunden – die wahren Jedi-Ritter. Möge der Saft mit Euch sein.

September 17th, 2015 by kritiker

 

Nach dem Entkommen aus dem Labyrinth sind Thomas (Dylan O’Brien) und seine Mitstreiter noch immer nicht in Sicherheit. Stattdessen wartet eine neue Herausforderung auf sie: Betrogen von der geheimnisvollen Organisation WCKD landen sie in der Brandwüste, einer trostlosen Landschaft, in der sie sich erneut unglaublichen Gefahren stellen müssen. Die Gruppe um Thomas verbündet sich mit Widerstandskämpfern, auf die sie treffen, um die schockierenden Pläne der mächtigen Institution WCKD zu enthüllen und das Rätsel, um die Brandwüste und warum sie hier sind zu lösen…

Ein Film von Wes Ball
mit Dylan O’Brian,Thomas Brodie-Sangster, Kaya Scodelario, Ki Hong Lee, Patricia Clarkson, Aidon Gillen und Giancarlo Esposito

Kinostart: 24.09.2015

www.fox.de/maze-runner-2

Der erste Teil der Maze Runner Reihe war vor allem aufgrund angedeuteter Gruppendynamiken inspirierend, der zweite Teil wiederholt nur noch das Prinzip ständiger Flucht. Logik darf man nicht erwarten, dafür jede Menge undurchdachte Wirrnis.

 

 

Juli 5th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

Die Erde im Jahr 2029: John Connor (Jason Clarke), Anführer der Rebellion des menschlichen Widerstands, führt einen erbitterten Krieg gegen das übermächtige Maschinen-Imperium von Skynet. Um seine Mutter Sarah Connor (Emilia Clarke) vor einem Killer-Cyborg zu schützen und damit seine eigene Existenz sowie die Zukunft der Menschheit zu retten, schickt John seinen loyalen Freund und Mitstreiter Kyle Reese (Jai Courtney) zurück ins Jahr 1984. Auf das, was ihn im Los Angeles der Vergangenheit erwartet, ist dieser jedoch nicht im Geringsten vorbereitet: Ein unvorhergesehenes Ereignis hat alles verändert und die Zeit, in die er von Connor zurückgeschickt wurde, existiert nicht mehr. Der Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse steht unaufhaltsam bevor – kann er mithilfe eines unverhofften Verbündeten (Arnold Schwarzenegger) den Tag der Abrechnung verhindern?

Kinostart: 09.07.2015

www.terminatorgenisys.de

Aufsehenerregend undurchdacht, sowohl Actiondetails als auch Storyline. Wenn auch bieder und zuweilen ermüdend, immerhin beachtlich wirr. Aber auch das noch untertroffen durch Billigsprüche von der Stange. Ach, Arnie, war das der Deal: „I’ll be back“ – bis zu einem würdigen Abgang? Willst du so den Tod überlisten?

 

Mai 18th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

A WORLD BEYOND erzählt die faszinierende Abenteuerreise des ungleichen Paars Frank (Oscar®-Preisträger George Clooney) und Casey (Britt Robertson): Angespornt von wissenschaftlicher Neugier und voller Optimismus begibt sich der aufgeweckte Teenager auf eine gefahrenvolle Mission, zu der sie das Schicksal mit Frank zusammengeführt hat. Gemeinsam mit dem resignierten Wissenschaftler, dessen frühere Tage als einstiges Wunderkind mittlerweile schon lange zurückliegen, macht sie sich auf, die Geheimnisse des mysteriösen Tomorrowlands zu entdecken. Ob und wie sie die Herausforderungen, die die beiden dort erwarten, meistern werden, wird die Welt – und sie selbst verändern … für immer!

Regie: Brad Bird
mit George Clooney, Hugh Laurie, Britt Robertson, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Kathryn Hahn, Keegan-Michael Key, Thomas Robinson

Kinostart: 21.05.2105

http://filme.disney.de/a-world-beyond

Disney tourt uns durch den Themenpark Zukunft. Die Magie der Gutenachtgeschichte entfaltet sich markenkonform – rührende Heranwachsende und Feuerwerk. Den vergleichsweise weitsichtigen Ansprüchen eines Walt Disney werden die Metaebenen nicht gerecht, Schlussfolgerungen bleiben wie viele Handlungsdetails auf Kindergartenniveau. Immerhin erwecken Auseinandersetzungen mit der Zukunft – egal wie naiv und realitätsfremd – abstraktes Denken. Hoffentlich.
So treuherzig anrührend die Sieh-alles-positiv-dann-wird-es-so-Botschaft auch ist, so sinnlos ist der Seitenhieb auf kritische Vorhersagen. Oder geraten jetzt sogar schon die Überbringer unbequemer Wahrheiten ins Visier? Und würde das nicht völlige Blindheit bedeuten und im Widerspruch zum geforderten „fix it“ der Welt stehen? Denn eigentlich ergänzen sich Kritik und Positivismus: ohne Warnungen vorausschauender Idealisten hätten wir Luftverhältnisse wie in China, atomverseuchte Böden etc. Real geht es leider nur sekundär um technische Entwicklungen, das eigentliche Problem ist die skrupellose Gier der herrschenden Mafias. Und die lassen sich von dem im Film propagierten positiven Denken und Optimismus eher wenig beeindrucken. Auch wenn das ganz toll schön wäre.

Mai 7th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

Dank der ersten Zeitreise mit ihrem einzigartigen Whirlpool in die 80er Jahre, konnten die Freunde Nick (CRAIG ROBINSON), Jacob (CLARK DUKE) und Lou (ROB CRODDRY) die Gegenwart mehr oder weniger nach ihren Wunschvorstellungen gestalten: Lou, mittlerweile Chef des Medienkonzerns „Lougle“ und mächtig unbeliebt bei seinen Mitarbeitern, führt ein dekadentes Luxusleben und feiert sich als „Vater des Internets“. Das sorgt natürlich für ordentlich Ärger und so wird das angebliche „Internet-Genie“ ausgerechnet auf seiner Party angeschossen. Das einzige, was ihn noch retten kann, ist eine weitere Zeitreise: Das verrückte Trio zögert nicht lange und will mithilfe ihrer sonderbaren Zeitmaschine das Geschehene wieder gut machen. Allerdings geht der Plan schief und sie landen nicht in der Vergangenheit, sondern katapultieren sich auf direktem Wege in die Zukunft und ein irrer Trip voller Eskapaden ins Jahr 2025 nimmt seinen Lauf…

In HOT TUB TIME MACHINE 2 wird wieder wild durch die Zeit gereist und die Fans des ersten Teils können sich erneut auf abgefahrenen Humor, coole Sprüche und eine durch geknallte Story freuen! Dafür garantiert Steve Pink („About Last Night“, 2014), der bei der Fortsetzung des Kultfilms von 2010 erneut Regie führt. Auch wieder mit am Start bei der verrücktesten Zeitreise des Jahres sind die beliebten Schauspieler Craig Robinson („Das ist das Ende“, 2013), Clark Duke („Kick-Ass 2, 2013) sowie Rob Corddry („Sex Tape“, 2014), die für ordentlich Trubel in der Zukunft sorgen – aufgemischt wird das Ganze von Adam Scott („Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“, 2013), der als Adam Jr. den Sohn von John Cusacks Rolle Adam aus dem ersten Teil spielt.

Kinostart: 07.05.2015

http:hot-tub-time-machine-2

Interessante Prämisse: Was wäre, wenn man sich mit dem heutigen Wissen in die Vergangenheit beamen könnte? Im Film werden Trottel zu Multimillionären, in der Realität würden die Ideen einfach geklaut, was bestenfalls zu teuren Gerichtsprozessen führen würde. Denn zur Umsetzung gehört Kapital und Marktmacht. Wettbewerb wird zusätzlich durch staatliche Subventionen für die innovationsträgen Marktführer zu deren Gunsten verzerrt.

Der charmant abgedrehte erste Teil ließ auf eine halbwegs komische Fortsetzung hoffen – leider zu unrecht. Lag es an den neuen Drogen im Hottub? Alkohol und Koks sind nicht unbedingt bekannt für kreativitätsfördernde Hirnstimulanz.

Februar 2nd, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

Jupiter Jones (Kunis) wurde unter dem Nachthimmel geboren – man sagt ihr eine große Zukunft voraus. Als erwachsene Frau träumt Jupiter von den Sternen, wird aber immer wieder vom nüchternen Alltag eingeholt, denn sie bekommt nichts auf die Reihe und jobbt als Putzfrau. Erst als der genetisch manipulierte Ex-Soldat Caine (Tatum) auf der Erde landet, um sie zu finden, beginnt Jupiter zu ahnen, welches Schicksal ihr von Geburt an vorherbestimmt ist: Ihre Gene weisen sie als Anwärterin auf ein außergewöhnliches Erbe aus, das den gesamten Kosmos aus den Angeln heben könnte.

Kinostart: 05.02.2015

wwws.warnerbros.de/jupiterascending

Bewusstseinserweiternd sind die Werke der Wachowskis nicht mehr. Sollte die Matrix-Story tatsächlich einem Berliner Autor gestohlen worden sein, ist der Mangel an Substanz nicht verwunderlich. Der Zuschauer bekommt zwar optisch einiges geboten und wer unbedingt will, kann homöopathische Meta-Systemkritik light erkennen, zur Relevanz reicht es aber nicht.

 

November 17th, 2014 by kritiker

 

Wertung für OV

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) konnte von den Rebellen aus der Arena gerettet und in dem zerstört geglaubten Distrikt 13 in Sicherheit gebracht werden. Für die unterdrückte Gesellschaft wird sie zum Symbol des Aufstands gegen das Kapitol. Als der Krieg ausbricht, der das Schicksal Panems für immer bestimmen wird, muss Katniss sich entscheiden: Kann sie den Rebellen rund um Präsidentin Coin (Julianne Moore) trauen? Und was kann sie tun, um Peeta (Josh Hutcherson) aus den Fängen des Kapitols zu retten und Panem in eine bessere Zukunft zu führen?

Kinostart: 20.11.2014

www.thehungergamesexplorer.com

Aus Rebellen sind Uniformierte in Einheitsoverall geworden, die in Flugzeugträger-ähnlichen, hochtechnisierten Unterkünften hausen und auf Kommando grüßen und applaudieren. Unter der Führung einer Oberbefehlshaberin. Ein scharfer Blick ist vonnöten, um beabsichtigte Täuschung von einlullender Propaganda zu unterscheiden. Denn erst der letzte Teil bringt Aufklärung. Bis dahin sind Zweifel angesagt.
Suzanne Collins veranstaltet ein Wechselbad der Gefühle. Inwieweit Szenen- und Kostümdesign – durch die kollektive Erinnerungen geweckt werden – ihren Vorstellungen entsprechen, kann spekuliert werden. Die Kampfschreie lösen jedenfalls ungute Gefühle aus.
Die Dynamik gerechtfertigter Empörung gegenüber Ungerechtigkeiten und Grundrechte einschränkender Systeme bleibt auf der Strecke, weil keinerlei Werte oder Überzeugungen dem Handeln zugrunde liegen. Das mag ein Zeichen der Zeit sein, aber die Kraft, die der Erzählung verlorengeht und der fehlende Mut sind zu bedauern. Die Protagonistin bleibt Spielball, anstatt selbst aus Überzeugung zu handeln.

Oktober 31st, 2014 by kritiker

 

Da sich unsere Zeit auf der Erde dem Ende zuneigt, unternimmt ein Forscherteam die wohl wichtigste Mission in der Geschichte der Menschheit: Es reist jenseits dieser Galaxie, um andere Lebensräume im Weltall für die Menschen zu erkunden.

Kinostart: 06.11.2014

www.Interstellar-derFilm.de

Unlogiken, Absurditäten und Jammerei sind leichter zu ertragen, wenn Fluchtmöglichkeiten bestehen. Ohne die Möglichkeit larmoyanten Schwätzern die Tür vor der Nase zuzuschlagen oder umzuschalten, ziehen sich 3 Stunden endlos in die Länge. Auch wenn wissenschaftliche Erkenntnisse im Film kaum eine Rolle spielen oder durch Abstrusitäten ersetzt werden – die Relativität von Zeit wurde eindrucksvoll bewiesen.

 

September 8th, 2014 by kritiker

 

Wertung für OV

In einer scheinbar perfekten Welt leben die Menschen ohne Schmerzen, Leiden oder Krieg – alle Menschen sind gleich. Alles ist vorherbestimmt – von der Geburt über die Wahl des Berufs und des Partners bis hin zum Tod. Falsche Entscheidungen können nicht getroffen werden. Aber die Bewohner haben auch keine Erinnerungen und Gefühle. Eines Tages wird der 16-jährige Jonas auserwählt, um das höchste Amt der Gemeinschaft einzunehmen: der „Hüter der Erinnerung“. Angeleitet wird er dabei von seinem Vorgänger, der sein langjähriges Wissen an Jonas weitergibt. Jonas erfährt, was sonst niemand weiß, und erlebt zum ersten Mal wahre Freude und Liebe aber auch Trauer und Schmerzen. Er soll stellvertretend für alle Menschen die Erinnerung an ein früheres Leben bewahren. Doch je mehr er erkennt, welch hohen Preis die Menschheit für ihre perfekte Welt zahlen muss, desto klarer wird ihm, dass es nur eine Möglichkeit gibt, sie zu retten…

Regie: Phillip Noyce, mit Jeff Bridges, Meryl Streep, Brenton Thwaites, Alexander Skarsgård, Katie Holmes, Odeya Rush, Taylor Swift

Kinostart: 02.10.2014

http://hueterdererinnerung.de

Verfilmung des Bestsellers aus den Neunzigern, mit Jeff Bridges und Meryl Streep. Sogar simpel in Szene gesetzt fasziniert sozialkritischer Science-Fiction. Die Auseinandersetzung mit dem Kontext, in dem wir leben (werden), ermöglicht Reflexion, die Voraussetzung für Verbesserungen und gesellschaftliche Innovation sein kann. Selbst wenn auf der Leinwand unausgereifter Flachsinnn läuft, befinden wir uns in einer Situation, die zum Nachdenken auf Metaebene anregt. Und wird es dann immer schlimmer und dümmer, unlogisch und zusammenhangslos – so entsteht doch in unseren Köpfen ein Impuls zur Infragestellung von Systemen; oder Drehbüchern, denen dutzende Seiten fehlen.

Die Klischees sind bekannt: unkontrollierte Gefühle gut – kontrollierte Gefühle böse. So ist das, wenn es nur zwei Schubladen gibt, die aus der Marketingabteilung der Fünfziger stammen (und von eigentlichen Problemen ablenken sollen). Dass unkontrollierte Gefühle sehr leicht zu beeinflussen sind und daraus viel Leid und Zerstörung resultiert, wird vielleicht erkannt, wenn irgendwann die Sechziger wiederentdeckt werden.