Februar 27th, 2017 by kritiker

daumen055

 

Wertung für OmU

Kinostart: 09.03.2017

MOONLIGHT erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein einzigartiges Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen, Homosexualität und den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann.

Drehbuch, Regie: Berry Jankins
Produktion: Brad Pitt, Adele Romanski, Dede Gardner, Jeremy Kleiner
Cast: Drei Schauspieler verkörpern die Hauptfigur Chiron in drei Phasen seines Lebens – Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes. In weiteren Rollen: Naomie Harris (SPECTRE, MANDELA), Mahershala Ali („Luke Cage“, „House of Cards“).

Moonlight2Coming of-Age. Unprätentiöse Annäherung an die affektiven Schichten einer Psyche. Je weniger über die einfach erzählte Handlung bekannt ist, desto intensiver das Verstrickungspotential. Berry Jankins spinnt ein emotionales Netz, gräbt sich in versteckte Gefühlslabyrinthe und drückt tief liegende Knöpfe.
Etwas zu klischeebeladen.

 

Dezember 22nd, 2016 by kritiker

daumen065

 

Wertung für OV

Inhaltsangabe des Verleihs – Spoiler und Fehlinformationen:

„Aurora (JENNIFER LAWRENCE) und Jim (CHRIS PRATT) sind zwei Passagiere an Bord eines Raumschiffs, das sie zu einem neuen Leben auf einem anderen Planeten bringen soll. Doch ihre Reise nimmt plötzlich eine lebensbedrohliche Wendung. Denn die Schlafkammern, in denen sie liegen, wecken sie auf unerklärliche Weise 90 Jahre zu früh auf – lange ehe sie ihr Ziel erreicht haben. Während Jim und Aurora versuchen, hinter das Geheimnis dieser Fehlfunktion zu kommen, fühlen sie sich mehr und mehr zueinander hingezogen. Doch dann werden sie von dem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Raumschiffs bedroht und entdecken den wahren Grund, warum sie aufgewacht sind.“

Mit Chris Pratt („Jurassic World“, „Die glorreichen Sieben“) und Jennifer Lawrence („Die Tribute von Panem“, „X-Men: Apocalypse“), Michael Sheen („Frost/Nixon“) und Laurence Fishburne („Matrix“) sind in weiteren Rollen zu sehen.
Regie führte Morten Tyldum („The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“).

Kinostart: 05.01.2017

passengersWeltraumromance. Kleinere logische Schwächen, zu gewollt Dahinkonstruiertes, Schmalz und Vorhersehbarkeiten – trotzdem in sich stimmig. Bis auf den spektakulär unpassenden, billigen Retortenpopsong auf den Schlussbildern. Sollte so die zu nachdenkliche Stimmung zerstört oder falsch verstandene Jugendverbundenheit demonstriert werden? Oder auf die hässliche Seite des Zeitgeistes eingegangen werden: Angst davor, dass mitfühlende Verbundenheit mit Universum, Natur und Mitmenschen für „gutmenschlich“ oder „schwul“ gehalten werden könnte? Eine seltsame Zeit, in der erstaunlich viele immer noch wider besseren Wissens glauben, dass an den rücksichtslos zerstörerischen und inkompetenten Entscheidungen der Herrschenden, ausgerechnet die gemeinschaftlich Denkenden, Naturverbundenen und Progressiven schuld sein sollen, die nicht mal an der Macht sind.

Dezember 11th, 2013 by kritiker

 

Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet seit Jahren im Fotoarchiv der Zeitschrift Life!. Er ist ein Einzelgänger, der sich, um seinem grauen Alltag zu entfliehen, in abenteuerlichen, heldenhaften und romantischen Tagträumen verliert. Einziger Lichtblick ist die neue Kollegin Cheryl (Kristen Wiig), die Walter aus der Ferne bewundert. Eines Tages wird bekannt, dass Life! zukünftig nur noch online erscheinen und eine letzte Printausgabe herausgebracht werden soll, die auf dem Titel ein Bild des berühmten Life!-Fotografen Sean O’Connell (Sean Penn) zeigen soll. Doch das besagte Bild, das an Walter geschickt wurde, ist verschwunden. Motiviert durch Cheryl nimmt Walter all seinen Mut zusammen und begibt sich auf eine aufregende Reise ans andere Ende der Welt, die für ihn zu einem wunderbaren Abenteuer wird, das er sich nicht besser hätte erträumen können…

Kinostart: 01.01.2014

www.waltermitty-derfilm-mobil.de

Ben Stiller inszeniert und spielt einen Tagträumer, der aus langweiligen Situationen in seiner Vorstellung spannende macht. Hervorragend nachvollziehbar erzählt, so war es möglich einzudämmern und coole Szenen zu imaginieren. Insgesamt ganz nett, wenn auch streckenweise wie Tourismuswerbung.

 

 

September 15th, 2013 by kritiker

 

Wertung für OmU

In einer Welt, in der man auf einer Wolke durch die Luft reisen kann und Pianos Cocktails mixen können, je nachdem welche Töne man anschlägt, lebt der wohlhabende Fantast und Tagträumer Colin. Er liebt Partys, Jazz und den Müßiggang, doch zu seinem großen Glück fehlt ihm… die wahre Liebe. Da hilft es auch nichts, das sein Koch und Vertrauter Nicholas (Omar Sy) versucht, ihn mit kulinarischen Skurrilitäten aufzuheitern. Als Colin auf der Geburtstagsparty des Pudels einer Freundin die wunderschöne Chloé (Audrey Tautou) trifft, wendet sich das Blatt: Sie verlieben sich und feiern bald eine schillernd-schräge Hochzeit. Doch bereits auf der Hochzeitsreise erkrankt Chloé an einer rätselhaften Krankheit: Eine Seerose wächst in ihrer Lunge. Die Ärzte sind ratlos und nichts scheint zu helfen. Aber Colin ist entschlossen die Liebe seines Lebens zu retten, koste es was es wolle…

Kinostart:  03.10.2013

www.derschaumdertage.de

Michel Gondrys surreale Verfilmung von Boris Vians Roman entführt in handgefertigte Kunstwelten, die zunächst in viel zu süße, rührselige Antiquiertheiten abzugleiten scheinen. Doch weit gefehlt – der Bilderzirkus entfaltet abgründige Enblicke.

Die Millionen, die jedes Jahr an Lungenkrankheiten sterben (verursacht durch Umweltverschmutzung) lassen den existentiellen Aspekt über das Werk hinaus in einem noch bedeutungsvollerem Licht erscheinen.

 

 

August 10th, 2013 by kritiker

 

Wertung für OV

Kirsten Dunst (Spider-Man, Melancholia) and Jim Sturgess (Cloud Atlas, Across the Universe) star in Upside Down, an interplanetary dystopian romance about a young man’s search for the long-lost girl of his dreams. Written and directed by award-winning filmmaker Juan Solanas and set in twinned worlds with opposite gravities, the film puts an eye-popping, original twist on the classic tale of forbidden love. Lovers Adam (Sturgess) and Eden (Dunst) are separated not just by social class and a political system bent on keeping them apart, but also by a freak planetary condition: they live on twinned worlds with gravities that pull in opposite directions—he on the poverty-stricken planet below, she on the wealthy, exploitative world above. The planets are so close that their highest mountain peaks almost touch. That’s where Adam and Eden first meet as children. And later, as teens, where he pulls her down to his world by a rope to cavort in dual-gravity bliss (visiting the other planet does not release a person from the gravitational pull of their native planet). But when interplanetary borderpatrol agents attack them, Eden falls back to her world—apparently dead. Ten years later, Adam learns that Eden is alive and working at TransWorld—a vast corporation whose towering headquarters is the only structure that connects the planets—and the only legal means of passing between them. In a desperate attempt to find her, Adam gets a job at TransWorld developing a revolutionary face-lift cream based on a secret, gravity-neutralizing ingredient that has been passed down for generations in his family. From his lower-world cubicle, he quickly sets about infiltrating the upper-world executive suites to reconnect with Eden. And so begins a quest fraught with dangers and challenges—from having to woo Eden all over again because of the memory loss she suffered in the fall, to fleeing authorities through a topsy-turvy realm where up is sometimes down and down is sometimes up. Upside Down is a visually stunning romantic adventure that asks the question: what if love was stronger than gravity?

Kinostart: 22.08.2013

http://upsidedown-movie.com

Verträumt poetisches Liebesmärchen mit Kirsten Dunst und Jim Sturgess. Das Tempo hätte erhöht und dramaturgisch einiges verbessert werden können. Die Möglichkeiten dreidimensionaler Umsetzung wurden kaum genutzt. Das Ende kommt zu abrupt und mehr Erwartungen werden geweckt als letztendlich erfüllt. Trotz Vorhersehbarkeit aber außergewöhnlich und sympathisch.

 

Juli 11th, 2013 by kritiker

 

Kinostart: 01. August 2013

Im Auftrag des russischen Geheimdienstes soll Top-Spion Grégory Lioubov (Jean Dujardin) belastendes Material gegen einen mächtigen russischen Oligarchen (Tim Roth) beschaffen, der vom mondänen Monaco aus sein Imperium steuert. Vor Ort wird Finanzjongleurin Alice (Cécile de France) als Undercover-Agentin für die Mission rekrutiert. Als er sich ihrer Loyalität nicht mehr sicher ist, bricht Grégory die goldene Regel und nähert sich Alice – der Beginn einer verhängnisvollen Affäre mit ungewissem Ausgang. Denn neben den Russen spielt auch die CIA ein doppeltes Spiel, das sich in Moskau zu einem packenden Machtkampf ausweitet.

www.die-moebius-affaere.de

Spionage-Liebesthriller mit Jean Dujardin. Die französische Variante des Agentenfilms – Amour, Glamour, Geld, Macht und Tragédie. Manchmal fehlt dramaturgische Dichte, dann wird zu sehr das Klischee bemüht. Nicht spektakulär, aber auch nicht dumm.

 

 

Mai 15th, 2013 by kritiker

 

In „Der große Gatsby“ kommt der hoffnungsvolle Nachwuchsautor Nick Carraway im Frühjahr 1922 aus dem Mittelwesten nach New York City, das von lockeren Moralvorstellungen, Jazz-Glamour, mächtigen Alkoholschmugglern und ins Astronomische steigenden Aktien geprägt wird. Auf seiner Suche nach dem amerikanischen Traum wird Nick der Nachbar des geheimnisvollen, rauschende Feste feiernden Millionärs Jay Gatsby. Auf der anderen Seite der Bucht wohnt seine Cousine Daisy mit ihrem Mann, dem blaublütigen Frauenhelden Tom Buchanan. So erlebt Nick die faszinierende Welt der oberen Zehntausend und lernt ihre Illusionen, Romanzen und Täuschungsmanöver kennen. Von außen und von innen beobachtet Nick diese Welt, die ihn zu der Geschichte einer unmöglichen Liebe, unzerstörbarer Träume und eines tragischen Autounfalls inspiriert – womit er auch uns, unserer Gegenwart und unseren aktuellen Problemen den Spiegel vorhält.

Kinostart: 16.05.2013

wwws.warnerbros.de/thegreatgatsby

Die erste Hälfte überschlägt sich vor überambitionierter Poppigkeit – ohne Gespür für die Plotpoints. Später schimmert, wie unabsichtlich, die Story durch, als ob der Regisseur kurzzeitig vergessen hat seine stillosen Aufdringlichkeiten in den Vordergrund zu spielen – dann entfalten Fitzgeralds Erzählung und das Ensemble die größte Kraft.

 

 

März 17th, 2013 by kritiker

 

Jede Nacht wird Ethan (Alden Ehrenreich) von demselben Alptraum geplagt. Verzweifelt versucht er ein Mädchen zu retten, das in großer Gefahr schwebt. Doch immer wieder scheitert er und wacht schweißgebadet auf, ohne zu wissen, wer die Unbekannte ist. Umso überraschter ist er, als sie plötzlich als neue Schülerin in seine Klasse kommt. Lena (Alice Englert) ist die Nichte des mürrischen Gutsbesitzers Macon Ravenwood (Jeremy Irons), um den in der Kleinstadt alle einen großen Bogen machen. Es dauert nicht lange und Ethan verliebt sich in die geheimnisvolle Außenseiterin, ohne zu wissen, dass sie ein düsteres Geheimnis verbirgt: Lena stammt aus einer Familie von Castern und Hexen und besitzt übernatürliche Kräfte, die sie immer weniger kontrollieren kann. Obwohl auch sie sich nichts sehnlicher wünscht, als in Ethans Nähe zu sein, beschwört sie ihn, sich von ihr fernzuhalten. Denn bald, an ihrem sechzehnten Geburtstag, wird Lena berufen und es entscheidet sich, ob sie auf die helle oder die dunkle Seite der Magie übertritt. Eine Entscheidung, die alle, die sie liebt, in tödliche Gefahr bringen wird…

Kinostart: 04.04.2013

http://beautifulcreatures.warnerbros.com

Aus der Kategorie: Wow, nicht schlecht … hoffentlich versauen sie es nicht … hoffentlich … oh, no! Prima erste Hälfte, danach gehen Luft, Stil und Mut aus – fast so, als ob Laien in eine smarte Geschichte hineingepfuscht hätten.

 

 

 

März 2nd, 2013 by kritiker

 

Eigentlich ist Gwendolyn Shepherd (MARIA EHRICH) ein ganz normaler sechzehnjähriger Teenager – ärgerlich nur, dass ihre Familie definitiv einen Tick zu viele Geheimnisse hat. Allesamt ranken die sich um ein Zeitreise-Gen, das in der Familie vererbt wird. Jeder ist sich sicher: Gwens Cousine Charlotte (LAURA BERLIN) trägt das Gen in sich und so dreht sich alles ständig um sie. Bis sich Gwen eines Tages aus heiterem Himmel im London Anfang des 20. Jahrhunderts wiederfindet. Ihr wird schlagartig klar, dass stattdessen sie zur Zeitreisenden geboren wurde. Und das, obwohl sie darauf gut verzichten könnte. Genauso wie auf Charlottes arroganten Freund Gideon de Villiers (JANNIS NIEWÖHNER), mit dem sie sich nun zusammentun muss, um das größte Geheimnis ihrer Familiengeschichte aufzuklären. Eins steht für sie fest: Sie wird alles daran setzen die uralten Mysterien zu lösen. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Kinostart: 14.03.2013

www.rubinrot-derfilm.de

Deutsche Fantasy-Romanze für 8 bis 13-jährige Mädchen. Wer mehr als Soap-Niveau erwartet, wird bitter enttäuscht.

 

 

 

 

Februar 2nd, 2013 by kritiker

 

Wertung für OV

Die Untoten beherrschen das Land, und er ist einer von ihnen: Zombie R (Nicholas Hoult) bewegt sich durch ein post-apokalyptisches Amerika der kollabierten Hochhäuser, verrosteten Autowracks und zerstörten Highways. R hat es vor allem auf eines abgesehen: auf die Gehirne der noch verbliebenen Menschen. Die Erinnerungen, die diese in sich bergen, sind sein Lebenselixier und erinnern ihn an das, was er auch einmal war: ein Mensch. Nachdem er eines Tages das Gehirn eines jungen Mannes verspeist hat, ändert sich sein Leben schlagartig. R wird überwältigt von Liebesgefühlen zu Julie (Teresa Palmer), der Freundin des Toten, und entbrennt in heißer Leidenschaft für sie. Dass er nicht sprechen kann, macht eine Kommunikation mit seinem menschlichen Schwarm nicht leicht, aber für ihre Rettung vor seinen Artgenossen braucht er auch nicht viele Worte. Es gelingt ihm, Julie vor dem schon sicheren Tod zu bewahren und sie in sein Versteck zu bringen. Im Zusammensein mit ihr wird R zunehmend menschlicher und probiert sich sogar in Zombie-untypischen Aktivitäten aus, dem Autofahren zum Beispiel. Als Julie jedoch eines Tages aus dem gemeinsamen Lager verschwindet, folgt R ihr – in die grüne Zone, die größte noch existierende Menschen-Kolonie…

Kinostart: 21.02.2013

www.warmbodies-derfilm.de

Filmemachen extrem: Um vermindert Lebensfähige besser verstehen zu können, hat sich Regisseur/Drehbuchautor Levine sein Hirn von echten Zombies verputzen lassen – Uarrrrrrrrrgchrrrr …

 

 


November 10th, 2012 by kritiker

 

Wertung für OV

Da Bella (Kristen Stewart) während der Geburt ihres Babys fast gestorben wäre, mussten Edward (Robert Pattinson) und die Cullens schnell handeln und Bellas Wandlung zum Vampir vollziehen. Sie muss sich nun an dieses Leben und an ihre neuen Fähigkeiten gewöhnen, doch das gelingt ihr schneller als von allen erwartet. Und das ist auch notwendig, denn die Geburt ihrer außergewöhnlichen Tochter Renesmee (Mackenzie Foy) setzt eine Kette von gefährlichen Ereignissen in Gang. Der Volturi-Clan will den Tod der Kleinen. Als die Cullens von diesem grausamen Plan erfahren, versammeln sie all ihre Freunde um sich, um für den unerwünschten Besuch gerüstet zu sein. In einer schicksalsträchtigen Schlacht entscheidet sich die Zukunft der Cullens und ihrer Verbündeten.

Kinostart: 22.11.2012

www.breakingdawn-themovie.com

Der hoffentlich letzte Teil der spießigen Twilight-Vampir-Familiengeschichte mit rassistischen Untertönen ist gefährlicher als erwartet: schwerer Kieferschaden durch Dauergähnen. Immerhin nicht so ärgerlich wie Teil 1, stellenweise akzeptabel.

Eine wohlwollende, die Vorgängerfilme außer Acht lassende Interpretation des letzten Teils könnte sogar so aussehen: Wenn noch dogmatisch Reaktionärere das eigene Kind töten wollen, überdenken sogar Konservative ihre Geisteshaltung und widersetzen sich sinnlos gewordenen Traditionen.

 

 

Juli 27th, 2012 by kritiker

 

Wertung für OV

Kinostart: 30.08.2012

www.constantin-film.de/kino/step-up-miami-heat

US-Tanzfilm mit Boygroup-Choreographien. Auch wenn die Bemühungen dem Wort „Revolution“ im Originaltitel auf irgendeine Weise Bedeutung zu geben unlogisch, naiv und unbeholfen wirken, sorgt sogar der tapsige Versuch politischen Denkens in einem US-Film mit anspruchslosem Zielpublikum für positive Überraschung. Trotz aller Einfalt wird Denken angeregt – über die Zerstörung von Lebensqualität durch skrupellose Unternehmer und korrupte Politiker.

Die Tanzcrew denkt letztendlich nur an ihr eigenes Wohl und verkauft sich bei erstbester Gelegenheit an einen Konzern, der Kinderarbeit duldet – aber alleine die Anregung zu Kritik und kreativem Protest, der selbstverständlich nicht zu sehr stören darf, ist heute selten. Nutzlose sterile Bürohochhäuser, die später leerstehen, die nur errichtet werden, damit sich Einzelne eine goldene Nase verdienen und die dafür in Kauf genommene Vernichtung lange gewachsener Kultur, Lebensqualität und den schönsten Nischen am Flussufer, sind nicht nur in Berlin Thema. Politik, die kurzfristigen Profit dem langfristigen Wohl der Allgemeinheit vorzieht, ist überflüssig.