Wir

März 12th, 2019 by kritiker

daumen055

 

Wertung für OmU

Kinostart: 21.03.2019

Adelaide (Lupita Nyong’o) und Gabe Wilson (Winston Duke) fahren mit ihren beiden Kindern an den Strand und wollen Zeit mit ihren Freunden (u. a. Elizabeth Moss) verbringen. Die ausgelassene Urlaubsstimmung verwandelt sich in einen Albtraum, als am Abend plötzlich eine Gruppe unheimlicher Gestalten vor ihrem Haus auftaucht. Schon bald muss die Familie feststellen, dass die Fremden ihnen ähnlicher sind, als sie dachten. Sie selbst sind ihre schlimmsten Feinde.

Besetzung: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Elisabeth Moss, Tim Heidecker, Yahya Abdul-Mateen II, Anna Diop, Evan Alex, Shahadi Wright Joseph, Madison Curry, Cali Sheldon, Noelle Sheldon
Regie: Jordan Peele
Drehbuch: Jordan Peele
Produzenten: Jason Blum, Sean McKittrick, Jordan Peele, Ian Cooper

WirJordan Peele (Get Out) erzählt eine mystische Horrorgeschichte, die fesselt, überrascht und viel Spielraum für Interpretationen lässt. Deshalb wäre es möglich sozialkritische oder gar umstürzlerische Aspekte zu erkennen und die halbgare Story Kraft eigener Gedanken in etwas Sinnigeres zu verwandeln. Die okkulte Dunkelheit bleibt sich ihrer selbst genug und wird nicht erhellt. Wer unbedingt will, kann das als Sinnbild für Verantwortungs- und Vernunft-Verlust auf höchsten Führungsebenen deuten. Oder als Schlamperei. Oder beides.

Januar 14th, 2019 by kritiker

daumen07

 

Kinostart in Deutschland: unbekannt, wahrscheinlich nie. Erhältlich über Amazon USA.

After his wife is killed during a brutal mugging that also leaves him paralyzed, Grey Trace (Logan Marshall-Green, SPIDER-MAN: HOMECOMING, PROMETHEUS) is approached by a billionaire inventor with an experimental cure that will “upgrade” his body. The cure – an Artificial Intelligence implant called STEM – gives Grey physical abilities beyond anything experienced, and the ability to relentlessly claim vengeance against those who murdered his wife and left him for dead.

Drehbuch, Regie: Leigh Whannell (Insidious 3)
Produktion: Jason Blum (Get Out, Paranormal Activity, The Purge), Kylie Du Fresne, Brian Kavanaugh-Jones

upgradeLow-Budget KI-Sci-Fi-Thriller, dem nur wenig zu einem Bravurstück fehlt. Zu Lernfähigkeit programmierte Maschinen sind Instrumentarien ihrer Entwickler, die wiederum die Interessen der Konzernbesitzer umsetzen. Sollten Ziele wie rücksichtslose Machterweiterung vorgegeben werden, könnte es für die Menschheit heikel werden.
Die De-Facto-Kontrolleure der in Deutschland gezeigten Spielfilme brauchen keine Ausweitung ihrer Macht mehr. Dass Upgrade – obwohl von Publikum und vielen Kritikern begeistert gelobt und in den USA erfolgreich – wahrscheinlich nicht in deutschen Kinos zu sehen sein wird, könnte auch damit zusammenhängen, dass zwei kurze, ironische Bemerkungen als flapsige Religionskritik interpretiert werden. Eine familienfreundliche FSK-Freigabe und Massenmedienunterstützung bekommen in Deutschland Filme, in denen Religion sakrosankt ist wie im Mittelalter. Dann geht auch brutalste Gewalt und „kostenlose“ (vom Steuerzahler bezahlte) Werbung.

Oktober 22nd, 2018 by kritiker

daumen01

Kinostart: 08.11.2018

Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetzten Dorf in Nordfrankreich. Während ihres Einsatzes stoßen sie auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem die Besatzer völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durchführen, um menschliche Kampfmaschinen zu züchten. Mit verheerenden Folgen …

REGIE Julius Avery
DREHBUCH Billy Ray, Mark L. Smith
DARSTELLER Wyatt Russell, Jovan Adepo, Ben Tavassoli, Pilou Asbæk, Mathilde Ollivier u.a.
PRODUZENTEN J.J. Abrams, Lindsey Weber, Jo Burn

operation overlord

Unerträglich dümmlich und unoriginell. Dass die Drehbuchschreiber eine Antagonie zwischen Kirche und Nazis dahinfantasieren, obwohl die Nazis dem Klerus mittels Reichskonkordat mehr (auch heute noch geltende) Rechte/Privilegien eingeräumt haben als alle anderen deutschen Regierungen, die Koppeln der Waffen-SS die Aufschrift „Gott mit uns“ trugen und Geistliche im Vatikan den Hitlergruß zeigten – geschenkt. Dass aber in jeder Szene mindestens eine Unlogik oder Idiotie den Spaß verdirbt – nervig.

Es

September 14th, 2017 by kritiker

daumen07

 

Wertung nur für OV !

Kinostart: 28.09.2017

Der englische Originaltrailer:

Der misslungene deutsche Trailer:

In der Stadt Derry in Maine verschwinden immer wieder Kinder. Eine Gruppe von Kids wird mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert, als sie dem bösen Clown Pennywise gegenüberstehen, der seit Jahrhunderten eine Spur von Mord und Gewalt hinter sich herzieht.

Andrés Muschietti inszenierte ES nach einem Drehbuch von Chase Palmer & Cary Fukunaga sowie Gary Dauberman, basierend auf dem Roman von King.

Bill Skarsgård: Pennywise
Javier Botet: The Leper
Finn Wolfhard: Richie Tozier
Nicholas Hamilton: Henry Bowers
Jaeden Lieberher: Bill Denbrough
Steven Williams: Leroy Hanlon
Megan Charpentier: Gretta
Wyatt Oleff: Stanley Uris
Sophia Lillis: Beverly Marsh

esKathartischer Horror at its best. Hinter der kleinbürgerlichen Fassade lauert das Grauen. Inhaltlich wurde der Stephen King Klassiker Hollywood-konform geglättet, die filmische Umsetzung ist jedoch hervorragend: Sehr gute Kamera- und Regiearbeit. Dass keine großen Stars auftreten, fällt angenehm auf.

Der misslungene deutsche Trailer war erster Hinweis auf eine auf Geisterbahn getrimmte Synchronisation, leider wurden in der deutschen Fassung entscheidende Feinheiten zerstört.

Mai 11th, 2017 by kritiker

daumen025

 

Kinostart: 18.05.2017

Die Crew des Kolonisationsraumschiffs Covenant ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Sie entdeckt – wie sie glaubt – ein unerforschtes Paradies, aber tatsächlich ist es eine dunkle, gefährliche Welt. Als die Crew mit einer ihre Vorstellungskraft übersteigenden Bedrohung konfrontiert wird, muss sie einen grauenvollen Fluchtversuch unternehmen.

Regie: Ridley Scott
Darsteller: Katherine Waterston, Michael Fassbender, James Franco (winzige Nebenrolle), Noomi Rapace, Guy Pearce, Danny McBride

Alien CovenantBeeindruckend, dass es möglich ist, so viel so wenig Durchdachtes in 2 Stunden zu komprimieren – bis ins kleinste Detail geht diese Besessenheit, die offensichtlich ansteckend war. Womit dann auch der kreationistische Grundgedanke anschaulich verdeutlicht wird: Der Fisch stinkt vom Gott her (bzw. dem was als „Gott“ verkauft werden soll).
Lustig war die, wie eine Entschuldigung wirkende, Tafel nach dem Abspann: Durch diesen Film wurde einer großen Anzahl Menschen Arbeit ermöglicht. Das wird auch immer wieder als Argument für die staatliche Förderung von US-Trivialkommerz angeführt – Steuergeld das dann bei der Entwicklung anspruchsvollerer inländischer Produktionen fehlt. Dass durchdachtere Filme auch Arbeit schaffen und sogar eher auf Dauer, weil abgeschmackte die Lust auf Kino zerstören können, wäre wohl zu weit gedacht.

April 25th, 2017 by kritiker

daumen065

 

Kinostart: 04.05.2017

Ein Landhaus im Grünen, ein Wochenende bei den Schwiegereltern in spe, der Empfang ist herzlich – vielleicht eine Spur „zu herzlich“. Schnell muss Chris (Daniel Kaluuya; Sicario) feststellen, dass mit der Familie seiner Freundin Rose (Allison Williams; Girls) etwas nicht stimmt. Bizarre Zwischenfälle verwandeln den vermeintlich entspannten Antrittsbesuch unversehens in einen ausgewachsenen Alptraum für den Familien-Neuling.

Besetzung: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Stephen Root, Lakeith Stanfield und Catherine Keener
Regie & Drehbuch: Jordan Peele
Produzenten: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr., Jordan Peele

get_outWer nicht zu viel erwartet, wird nicht enttäuscht. Detailreich durchdacht – funktioniert. Ein angenehm unangehmes Gefühl bleibt, das zum Nachdenken anregt: Die allgegenwärtigen Hypnose- und Einlullversuche, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind, werden so möglicherweise hinterfragt.

 

 

März 19th, 2017 by kritiker

daumen03

 

Wertung für OV

Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftler auf einer internationalen Raumstation wird zu einem Trip in schlimmste Urängste: Eines Tages entdeckt das sechsköpfige Team einen sich rapide entwickelnden Organismus, der für die Auslöschung allen Lebens auf dem Mars verantwortlich ist und bald nicht nur die Crew, sondern auch den gesamten Planeten Erde bedroht.

Regisseur: Daniel Espinosa („Kind 44“, „Safe House“)
Darsteller: Jake Gyllenhaal („Southpaw“, „Prisoners“), Ryan Reynolds („Deadpool“, „Buried – Lebend begraben“), Rebecca Ferguson („Girl on the Train“, „Mission Impossible – Rogue Nation“)
Drehbuch: Paul Wernick, Rhett Reese

Kinostart: 23.03.2017

LifeHorror auf der ISS – gespickt mit Unlogiken und potentiell rassistischen, unangenehm unausgegorenen Untertönen und Metaebenen. Die penetrant wiederholte Botschaft: Helfen ist tödlich. Hilfereflexe sind aber nie das eigentliche Problem, sondern fehlender Überblick, mangelndes Verständnis für möglicherweise weitreichende fatale Folgen, unzureichende Selbstdisziplin oder andere Absichten, die als Hilfe getarnt werden. Die Autoren von „Alien“ (1979) haben weiter gedacht und noch verstanden, dass es vorgeschobene und wirkliche Motivationen gibt, dass triebhafte, undurchdachte Gier stärker als Vernunft und verheerend sein kann; Sabotage sinnvoller Maßnahmen kann aus niederen Beweggründen von höchster Ebene gewollt sein. Life bleibt eindimensional und verschenkt Spannungspotential.

Januar 12th, 2017 by kritiker

daumen0351

 

Kinostart: 26.01.2017

Das Leben von drei Mädchen wird zum grauenvollen Alptraum, als sie von einem unheimlichen Mann brutal gekidnappt und verschleppt werden. Der Entführer entpuppt sich als gefährlicher Psychotiker mit multipler Persönlichkeitsstörung. 23 verschiedene Wesen lauern im Innern des Wahnsinnigen, bestimmen wechselweise sein Verhalten und sorgen mit Psychoterror für blankes Entsetzen unter den geschockten Teenagern. Während die hilflosen Mädchen verzweifelt nach einer Möglichkeit zur Flucht aus ihrem düsteren Verlies suchen, ringt der schaurige Besessene mit seinen inneren Dämonen – bis eine Grauen erregende Inkarnation des Bösen vollständig Besitz von ihm ergreift, die sich „die Bestie“ nennt?

Besetzung: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley, Jessica Sula, Haley Lu Richardson
Regie: M. Night Shayamalan
Drehbuch: M. Night Shayamalan
Produktion: M. Night Shayamalan, Jason Blum

SplitUnd wieder ein angetäuschter Orgasmus von M. Night Shayamalan. Es hätte so schön sein können, die Exposition lässt viel erwarten und McAvoy spielt gut. Aber das, was dann letztendlich rauskommt, kann mit den Erwartungen während des Guckens nicht mithalten. Derart halbfertige Drehbücher würden weniger Prominenten um die Ohren gehauen, aber im Filmbusiness geht es leider immer häufiger (als bisher sowieso schon) um Namedropping und immer weniger um soliden Inhalt.

Dezember 18th, 2015 by kritiker

 

Die beliebte Studentin Laura genießt das College-Leben, das sie gern auch mit ihren über 800 Freunden auf Facebook teilt. Aber als sie eines Tages die mysteriöse Freundschaftsanfrage der Außenseiterin Marina annimmt, gerät sie in den Bann eines schrecklichen Fluchs: Lauras engste Freunde sterben auf grausame Weise. Ihr selbst bleiben nur wenige Tage Zeit, das Rätsel des geheimnisvollen Mädchens und ihres Facebookprofils zu lösen und den tödlichen Bann zu brechen.

Regie: Simon Verhoeven
Drehbuch: Matthew Ballen, Philip Koch und Simon Verhoeven
Kamera: Jo Heim
Hauptdarsteller: Alycia Debnam-Carey, William Moseley, Liesl Ahlers, Connor Paolo.

Produzenten: Quirin Berg, Max Wiedemann
Koproduzenten: Stefan Gärtner, Simon Verhoeven, Mark Popp, Giselher Venzke und Bertha Spieker
Förderung: FFF Bayern, FFA, DFFF, DTI
Verleih: Warner Bros.

Kinostart: 07.01.2016

http:/unfriend

Für einen deutschen (staatlich geförderten) Horrorfilm gar nicht mal schlecht. Allerdings so überangepasst, dass nichts mehr von Hollywoodklonen unterscheidet. Die als Kommerzialisierung getarnte Assimilation der deutschen Filmkultur nähert sich der Zielvorgabe. Seit den Neunzigern haben sich die Filmbehörden gesträubt deutsches Genre zu fördern, Fördergelder für Genrefilme gingen nur an US-Produktionen. Jetzt verdienen US-Verleihs (in diesem Fall Warner) auch an hiesigen Klonproduktionen – dann wird auch Genreförderung wieder gestattet.

Dezember 3rd, 2015 by kritiker

 

Wo Weihnachten mit der Familie – für den kleinen Max (Emjay Anthony) ist das der pure Horror. Harmonie und Freude? Nicht bei seiner Verwandtschaft – die ewig grantige Tante, die Mutter, die darüber die Geduld verliert, die fiesen Cousinen und ein Onkel, der alle Probleme mit der Schrotflinte lösen will – darüber kann man nur verzweifeln. In diesem Jahr stellt sich Max allen trotzig entgegen und verliert darüber seinen Glauben an Weihnachten… Unwissend, dass er damit den unbändigen Zorn des Krampus‘ heraufbeschwört. Er und seine düsteren Helfer kommen nicht, um zu geben, sondern um zu nehmen. Was für eine furchteinflößende Bescherung für Max und seine Familie! Statt um Geschenke und Gezänk geht es für sie plötzlich um viel mehr: ums Überleben! Nur gemeinsam, als Familie, die zusammenhält, kann es gelingen, sich aus den Fängen von Krampus zu befreien.

Darsteller: Adam Scott, Toni Collette, David Koechner, Allison Tolman, Conchata Ferrell, Emjay Anthony, Stefania Lavie Owen und Krista Stadler
Regie: Michael Dougherty
Drehbuch: Michael Dougherty & Zach Shields & Todd Casey
Produzenten: Thomas Tull, Jon Jashni, Alex Garcia, Michael Dougherty
Ausführender Produzent: Daniel Stillman

Kinostart: 03.12.2015

www.krampus-film.de

Spannungsniveau „Wort zum Sonntag“ mit Einblicken in den religiösen Glauben der Drehbuchschreiber: „Es ist egal, was du tust, wichtig ist nur, was du glaubst.“ Folgerichtig „darf“ (unter strikter Beachtung des ersten/wichtigsten biblischen Gebotes) gemetzelt werden. Schenken und freuen ist falsch: „Es muss voller Schmerz geopfert werden, was du liebst.“ Von Gläubigen, die opfern, was sie lieben, möchte man nicht unbedingt „geliebt“ werden. Solange der archaische Quatsch Filmmärchen bleibt, stört nur die Langeweile – tragisch wird es, wenn die Staatsführung an religiöse Opferbeitschaft glaubt und obige Prinzipien durchsetzen will.

Juni 23rd, 2015 by kritiker

 

Ein Jahr ist es her, seit sich High-School-Schönheit Laura (Heather Sossaman) auf der Party eines Mitschülers bis auf die Knochen blamierte. Ein Jahr, seit das Video ihres peinlichen Fehltrittes ins Internet gestellt wurde und Lauras Ruf auf einen Schlag ruinierte. Ein Jahr, seit sich Laura auf tragische Weise das Leben genommen hat. Heute Nacht versammeln sich sechs ihrer Mitschüler auf Skype, um über Lauras Tod zu reden. Bis sich eine unbekannte siebte Person mit Lauras Konto einloggt und alle Anwesenden warnt: Wer versucht, den Chat zu verlassen – stirbt. Wer sich weigert, zu reden – stirbt. Wer die Wahrheit über die Ereignisse im vergangenen Jahr verschweigt – stirbt. Ist Lauras Geist zurückkehrt, um Rache zu nehmen? Oder spielt jemand den sechs Freunden einen grausamen Streich?

 

Besetzung: Shelley Hennig, Renee Olstead, Courtney Halverson, Will Peltz, Moses Jacob, Jacob Wysocki

Regie: LevanGabriadze

Drehbuch: Nelson Greaves

Produktion: Timur Bekmambetov, Nelson Greaves

Ausführende Produzenten: Jason Blum

Kinostart: 16.07.2015

http://unknown-user

Zugegeben, das ist Horror: Pubertierenden beim Chatten zusehen. Ausschließlich vom Monitor abgefilmt. Die Herren der NSA sind nicht zu beneiden. Die Chance Substanz, Sinn, Logik, Auflösung oder die historisch erstmaligen Möglichkeiten totaler unrechtsstaatlicher Überwachung und Manipulation einzuflechten, wurden komplett vertan. Immerhin kann man sich in eine rückschrittlich geprägte Welt hineinversetzen (Sex böse, Sünde, Beichte, die übliche US-christliche Verklemmtheit), in der keiner der Wege auf denen die Protagonisten wandeln ihnen gehört.

Juli 22nd, 2014 by kritiker

 

Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und es gibt nur ein Ziel: überlebe diese Nacht! Sommer 2014: Wieder ist Purge-Night. Ein Paar sitzt aufgrund einer Autopanne auf offener Straße fest und auch eine hilflose Frau und deren Tochter sind dem Chaos der Purge-Night völlig ausgeliefert. Ein Polizist könnte ihre allerletzte Hoffnung sein, die Nacht zu überleben…

Regie: James DeMonaco

Besetzung: Frank Grillo, Michael K. Williams, Zach Gilford

Kinostart: 31.07.2014

http://the-purge-anarchy.html

Das $9 Mio. Budget wurde sinnvoll eingesetzt, trotzdem ist die Inszenierung auffallend mittelmäßig – Chargieren und Überspielen hätten sogar einem ungeübten Regisseur auffallen müssen. So zerstört DeMonaco sein eigenes Werk durch Anfängerfehler. Das ist schade, denn die Gesellschaftskritik verfolgt einen ganz eigenen, spannenden Ansatz. Schon vor dem weltweiten Start hat Purge 2 in den USA über $30 Mio. eingespielt. Obwohl geldträchtig und kathartisch, wird Kritik (insbesondere in SciFi-Form) von den (in Deutschland staatlichen) Wächtern der Geldtöpfe immer noch größtenteils boykottiert und kleingehalten.