September 1st, 2017 by kritiker

daumen05

 

Kinostart: 07.09.2017

Anfang der 80er Jahre hält sich der Draufgänger Barry (Tom Cruise) durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften zwischen CIA, FBI, Guerrilla-Kämpfern in Nicaragua und dem kolumbianischen Kartell um Pablo Escobar. Ein irrwitziges Abenteuer als Waffenschmuggler, Drogenhändler und verdeckter CIA-Agent beginnt, das Barry zu einem der reichsten Männer der USA macht. Doch wohin mit dem ganzen Geld?

Besetzung: Tom Cruise, Domhnall Gleeson, Sarah Wright, E. Roger Mitchell, Jesse Plemons, Lola Kirke, Alejandro Edda, Benito Martinez, Caleb Landry Jones, Jayma Mays
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Gary Spinelli
Produktion: Brian Grazer, Brian Oliver, Tyler Thompson, Doug Davison, Kim Roth

barry-seal-only-in-americaWahren Ereignissen nachempfunden. Amoralisches wird so nett dargestellt und mit so euphorischer Musik unterlegt, dass dem Publikum eine gewisse Reife abverlangt wird. Die ganze Wahrheit über den Drogen- und Waffenschmuggel unter Reagan wird leider nicht aufgedeckt, aber immerhin ein kleiner Teil der schwerst kriminellen Regierungsmachenschaften. Wer mehr erfahren will: Kill the Messenger.

 

November 11th, 2016 by kritiker

daumen055

 

Wertung für OmU

Frankreich, 1949: Jacques Cousteau (Lambert Wilson) lebt mit seiner Frau Simone (Audrey Tautou) und den beiden Söhnen in einem paradiesischen Haus am Mittelmeer. Er und Simone träumen vom Abenteuer und der Ferne. Gemeinsam bricht das Paar an Bord der Calypso zu einer Expedition der Ozeane auf und lässt die Kinder im Internat zurück. Als der erwachsene Philippe nach Jahren zu seinen Eltern auf das Schiff zurückkehrt, erkennt er seinen Vater kaum wieder: Aus dem einstigen Pionier Jacques ist ein globaler Filmstar und Frauenheld geworden, der bereit ist, für ein perfektes Bild alles zu opfern. Philippe dagegen hat erkannt, dass die Meere durch die Menschen zerstört werden. Er sieht es in der Verantwortung der Familie Cousteau, die Lebensvielfalt der Ozeane zu schützen. Auf ihrem größten gemeinsamen Abenteuer, einer gefährlichen Expedition zur Antarktis, finden Vater und Sohn wieder zueinander. Doch dann schlägt das Schicksal zu…

Regisseur Jérôme Salle (ZULU) versammelt Lambert Wilson (MATRIX RELOADED) als Jaques-Yves Cousteau, Pierre Niney (YVES SAINT LAURENT) als Sohn Philippe und Audrey Tautou als seine Ehefrau (DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE) vor der Kamera. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Brasilien, Südafrika, Kroatien und – zum ersten Mal für einen Spielfilm überhaupt – in der Antarktis.

Kinostart: 08.12.2016

jacques-plakatWenn skrupellos profitgierige Umweltfeinde in Staatsämter gewählt werden, ist unabhängiger Umweltschutz notwendiger denn je. Hochentwickelte Arten, die aufgrund einer seltenen, unfassbar wertvollen, kosmischen Anomalie hunderte Millionen Jahre Evolution überlebt haben, werden gewissen- und sinnlos ausgerottet. Übrig bleiben Viren und Bakterien. Kontinentale Landschaften mit komplexem Leben werden immer schneller und unumkehrbar vernichtet. Im Film wird zwar auch der Niedergang blühender Unterwasser-Lebensräume angedeutet, es wird aber viel zu viel Gewicht auf familiäre Verhältnisse gelegt. Leider ein Spiegelbild allzu menschlichen Versagens: während die Welt droht zugrunde zu gehen, werden Kommunkationskanäle mit immer gleichen, beziehungstechnischen Befindlichkeiten verstopft. Noch mehr Unterwasserbilder, die dringend notwendige Gefühle für das vermittelt hätten, was Tag für Tag zerstört wird und der Schwerpunkt auf Cousteaus Kampf für die Umwelt, hätten dem Film gut getan. Kleingeistige Dramaturgie, mediokre Regie, trotzdem sehenswert aufgrund des Themas.

September 19th, 2016 by kritiker

daumen075

 

Wertung für OV

„War Dogs“ erzählt die Geschichte von zwei Freunden Anfang 20 (Hill und Teller), die während des Irak-Kriegs in Miami Beach leben und eine wenig bekannte staatliche Regelung ausnutzen, nach der sich auch kleine Firmen um amerikanische Rüstungsaufträge bewerben dürfen. Nach bescheidenen Anfängen sprudelt plötzlich das Geld und erlaubt den beiden ein Leben in Saus und Braus. Doch dann verheben sie sich kräftig: Sie sichern sich einen 300 Millionen schweren Auftrag und sollen der afghanischen Armee Waffen liefern – bei diesem Deal bekommen es die beiden mit äußerst zwielichtigen Partnern zu tun – und wie sich herausstellt, gehört dazu auch die amerikanische Regierung.

Todd Phillips (Trilogie „Hangover“) inszeniert die auf einer wahren Geschichte basierende Action-Comedy „War Dogs“ mit Oscar®-Kandidat Jonah Hill („The Wolf of Wall Street“, „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“) und Miles Teller („Whiplash“, Trilogie „Die Bestimmung“) in den Hauptrollen.

Kinostart: 29.09.2016

war dogsWaffenhändlerstory mit Jonah Hill nach wahren Begebenheiten. Ethik spielt keine Rolle mehr, nur noch wer wieviel bekommt – einschließlich der weiblichen Nebenrolle, die in fiktive Geschichten gerne als Moralwächterin hineingeschrieben wird. Die selbstzerstörerisch skrupellose Gier ist unermesslich und legt exemplarische Finger in die dem Raubtierkapitalismus systemimmanente Wunde. Weiterempfehlungen sollten sich an geistig reifes Publikum richten, Unreflektierte könnten sich animiert fühlen, Waffen dealen zu wollen.

September 16th, 2016 by kritiker

daumen065

 

Wertung für OmU (UT teils schlecht übersetzt)

Verräter oder Held. Was trieb Edward Snowden dazu, geheime NSA-Dokumente zu veröffentlichen? War ihm bewusst, welchen Preis er dafür zahlen würde? Oscar®-Preisträger Oliver Stone bringt mit SNOWDEN das Leben des kontrovers diskutierten Whistleblowers Edward Snowden auf die große Leinwand und zeigt den Menschen hinter dem Mythos, der mit seinen Enthüllungen der Welt die Augen öffnete, dafür aber seine Karriere und Heimat aufgeben musste. Es ist die Geschichte eines normalen Mannes, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, zu schweigen…

Mit: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson und Timothy Olyphant
Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald
Regie: Oliver Stone
Produzenten: Moritz Borman, Eric Kopeloff, Philip Schulz-Deyle

Kinostart: 22.09.2016

www.snowden-film.de

snowdenWichtiger Film, der das Bewusstsein für Recht und Unrecht stärkt. Leider mehrt sich Oliver Stone zu sehr aus, einiges hätte gekürzt werden können, manches ist redundant. Trotzdem wertvolle Motivation für zukünftige Whistleblower. Ohne Kritik von innen besteht die Gefahr, dass antidemokratischer Totalitarismus unentdeckt wuchert und vor allem der diktatorisch organisierte militärisch-industrielle Komplex, getrieben von menschenverachtender Profitmaximierung, größte Schäden verursacht.
Allerdings geht die illegale Überwachung, trotz aller Öffentlichkeit, immer noch ungehindert weiter. Whistleblowing ist richtig, aber, solange die Wähler keine Konsequenzen ziehen, in diesem Fall ein stumpfes Schwert.

Januar 11th, 2014 by kritiker

 

Wertung für OV

Nach einer wahren Begebenheit erzählt THE WOLF OF WALL STREET die Geschichte des New Yorker Börsenmaklers Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio). Belfort lebt seine eigene Version des amerikanischen Traums: Auf dem Weg nach oben findet er sich schnell in der korrupten Realität des Kapitals zurecht. Denn der Erfolg kennt nur eine Maxime: hemmungslose Habgier. Als Broker jongliert Belfort bald mit Millionen, feiert Ende der 80er- Jahre exzessive Erfolge mit seiner Maklerfirma „Stratton Oakmont“ und lebt schon mit Anfang 20 ein Leben in überbordendem Luxus und Überfluss – was ihm den Titel „The Wolf of Wall Street“ einbringt. Geld. Macht. Frauen. Drogen. Die Versuchungen lauern überall und ein Widerstehen ist nicht nötig! Belfort und seine Wolfsmeute lassen sich von keiner Behörde einschüchtern. Sie erkennen schnell, Bescheidenheit wird überbewertet und das Credo der Ellenbogengesellschaft lautet: Mehr ist nie genug!

Kinostart: 16.01.2014

http:the-wolf-of-wall-street

Drei Stunden knackige Unterhaltung ohne Langeweile – Martin Scorsese is back. Die hochgradig amoralische Story basiert auf der Selbstbeweihräucherung eines Börsenmaklers, nicht zu verwechseln mit einer „wahren Geschichte“. Das „Geschäftsmodell“ entspricht den „Wetten“ der Mafiosi: wenn sie gewinnen, zahlt der Andere, wenn sie verlieren, auch. Der Andere ist im Endeffekt der Steuerzahler. Die Risiken sind überschaubar, Gefängnis droht den wenigsten, auch wenn in den USA – anders als im bananenrepublikanischen Zockerparadies Deutschland – immerhin ein paar Bauernopfer vor Gericht gestellt werden.

November 5th, 2013 by kritiker

 

Wertung für OV

DIANA takes audiences into the private realm of one of the world’s most iconic and inescapably public women – the Princess of Wales, Diana (NAOMI WATTS) — in the last two years of her meteoric life. Oliver Hirschbiegel explores Diana’s final rite of passage: a secret love affair with Pakistani heart surgeon Hasnat Khan (NAVEEN ANDREWS), the human complications of which reveal the Princess’s climactic days in a compelling new light.

Kinostart: 09.01.2014

www.officialdianamovie.com

Einen Film über die aufregenden und herzzerreißenden Aspekte in Dianas Leben darf man nicht erwarten, einen Kinobesuch ohne Fremdschämen auch nicht, eigentlich auch keinen Kinofilm. Dafür das allseits beliebte Benimmtrainingsquiz in Sachen Hand-vor-den-Mund-beim-Gähnen: Can-you-spot-the-Pöbel?

Diana und der Herzchirurg – nur darum geht es und soll wohl so etwas sein wie ein Liebesfilm, nur eben viel schlechter inszeniert. Eine bewusste Demontage der Königin der Herzen? Jede Doku ist spannender, auch die neuen Erkenntnisse über den Unfall, der möglicherweise keiner war. Hoffentlich spendiert Mohamed Al-Fayed den entsprechenden Kinofilm.

 

März 2nd, 2013 by kritiker

 

Wertung für OV

Der Spielfilm KON-TIKI erzählt in atemberaubenden Bildern und spannenden Actionszenen die waghalsige und wahre Geschichte des jungen Teams um Thor Heyerdahl, das eines der großen Geheimnisse der Völkerwanderung lösen will: Wer hat zuerst die abgelegenen Archipele Polynesiens besiedelt und wie sind die Menschen einst dorthin gelangt? Schauplatz der weltberühmten Expedition von Thor Heyerdahl ist der halbe Erdball: Norwegen, USA, Peru, Polynesien – und der gefährlich-schöne Pazifik. Vor 65 Jahren landete die in Peru gestartete Crew der KON-TIKI nach 101 Tagen Seereise auf dem Tuamotu-Archipel. Heyerdahls Buch über seine Expedition wurde in über 67 Sprachen übersetzt und über 50 Millionen Mal verkauft. Sein Dokumentarfilm „KON-TIKI“ gewann 1952 den Oscar. Thor Heyerdahl (1914-2002) wurde der berühmteste Norweger der Gegenwart.

Kinostart: 21.03.2013

www.rpc.kontikifilmen.no

Thor Heyerdahls Reise auf einem Floß. Wunderschöne natur- und erdverbundene Momente, wissenschaftlicher Forschergeist, Mut und Vertrauen in eine Idee werden in dieser norwegischen Großproduktion glänzend in Szene gesetzt.

 

 

 

Januar 17th, 2013 by kritiker

 

Wertung für OmU

Steven Spielbergs neuester Film LINCOLN ist eine aufregende Chronologie der letzten vier Monate im Leben des einflussreichsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als Lincoln 1864 seine zweite Amtsperiode als 16. Präsident antritt, steht die junge Nation durch den blutigen Bürgerkrieg vor der Zerreißprobe. Mit Mut und Entschlossenheit widmet sich der republikanische Politiker der fast unlösbaren Aufgabe, den Krieg zu beenden, Nord- und Südstaaten zu versöhnen und die Sklaverei abzuschaffen. In jenen wenigen Monaten vor seiner Ermordung am 15. April 1865 durch einen Attentäter wird Lincoln in einem unerhörten Kraftakt die entscheidenden Weichen für das Schicksal kommender Generationen stellen.

Kinstart: 24.01.2013

www.fox.thelincolnmovie.com

Spielberg quält den Zuschauer mit so unerträglich staubtrocken erzkonservativer Langeweile, dass man nachvollziehen kann, wenn ihm nahegelegt wird: Hör auf, es reicht, tritt in Würde ab. Auch wenn er das Drehbuch nicht selbst verbrochen hat, so hätte er es ablehnen können.

 

 

Oktober 24th, 2012 by kritiker

 

Wertung für OV

In der wahren Geschichte geht es um die lebensgefährliche Geheimaktion, mit der sechs Amerikaner am Rande der Geiselnahme von Teheran in Sicherheit gebracht werden sollten – diese Umstände wurden erst Jahrzehnte später bekannt.

Kinostart: 08.11.2012

www.warner.argo-derfilm.de

Auf wahren Ereignissen basierender Thriller von und mit Ben Affleck – ansehnlich, aber etwas lahmer als erhofft. Amüsant, wie wenig perfekt manche reale Geheimdienstaktionen geplant und durchgeführt werden.

 


 

Februar 12th, 2012 by kritiker

 

www.die-kunst-zu-gewinnen.de

Nach der wahren Geschichte eines Baseballteam-Managers, mit einem überzeugenden Brad Pitt. Das Plädoyer für Mut zu neuem Denken ist, trotz einiger Längen, gelungen. Ginge es nicht um ohnehin lahmen Baseball, könnte man fragen, ob die Spannung spielerischer Unterhaltung unter der propagierten kühlen Kalkulation leidet.  Der Widerstand gegen neue Methoden ist selbst dann groß, wenn sie sich in klingelnden Kassen niederschlagen, um wie viel schwieriger sind neue Wege durchzusetzen, wenn sich gesellschaftliche Erfolge erst auf lange Sicht einstellen?

 

Februar 7th, 2012 by kritiker

 

Kinostart: 09.02.2012

www.indarkness-derfilm.de

Mit deutschen Fördergeldern finanzierter polnischer Film über Juden, die sich während der deutschen Besatzung in der Kanalisation verstecken – nach einer wahren Geschichte. Teilweise überinszeniert und sehr lang. Die gleichzeitige staatliche Finanzierung und Unterstützung gegenwärtiger deutscher Rechtsextremer und Verhinderung eines NPD-Verbots ist grausam und absurd.

 

 

Januar 9th, 2012 by kritiker

 

Kinostart: 19.01.2012

http://jedgarmovie.warnerbros.com

Clint Eastwood verfilmt das Leben aus Sicht des uralten Hoover. Obwohl sich Eastwood hinter dieser Erzählform versteckt, fallen feige Kritiklosigkeit und Anbiederungsversuche an populistische Undifferenziertheit auf. Hoovers rücksichtslose Intellektuellenhatz, die weder vor Martin Luther King noch den Kennedys haltmachte, wird hinter belanglosen Schilderungen von Homosexualität und Selbstmitleid verborgen. Langeweile ohne Durchblick.