September 16th, 2016 by kritiker

daumen065

 

Wertung für OmU (UT teils schlecht übersetzt)

Verräter oder Held. Was trieb Edward Snowden dazu, geheime NSA-Dokumente zu veröffentlichen? War ihm bewusst, welchen Preis er dafür zahlen würde? Oscar®-Preisträger Oliver Stone bringt mit SNOWDEN das Leben des kontrovers diskutierten Whistleblowers Edward Snowden auf die große Leinwand und zeigt den Menschen hinter dem Mythos, der mit seinen Enthüllungen der Welt die Augen öffnete, dafür aber seine Karriere und Heimat aufgeben musste. Es ist die Geschichte eines normalen Mannes, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, zu schweigen…

Mit: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson und Timothy Olyphant
Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald
Regie: Oliver Stone
Produzenten: Moritz Borman, Eric Kopeloff, Philip Schulz-Deyle

Kinostart: 22.09.2016

www.snowden-film.de

snowdenWichtiger Film, der das Bewusstsein für Recht und Unrecht stärkt. Leider mehrt sich Oliver Stone zu sehr aus, einiges hätte gekürzt werden können, manches ist redundant. Trotzdem wertvolle Motivation für zukünftige Whistleblower. Ohne Kritik von innen besteht die Gefahr, dass antidemokratischer Totalitarismus unentdeckt wuchert und vor allem der diktatorisch organisierte militärisch-industrielle Komplex, getrieben von menschenverachtender Profitmaximierung, größte Schäden verursacht.
Allerdings geht die illegale Überwachung, trotz aller Öffentlichkeit, immer noch ungehindert weiter. Whistleblowing ist richtig, aber, solange die Wähler keine Konsequenzen ziehen, in diesem Fall ein stumpfes Schwert.

September 6th, 2016 by kritiker

daumen065

 

Zwölf Stunden absolute Gesetzlosigkeit. Alle Verbrechen, inklusive Mord, sind in der alljährlichen PURGE-Nacht erlaubt. Amerika ist erneut im Ausnahmezustand: In THE PURGE: ELECTION YEAR wird der knallharte Überlebenskampf zu einem Phänomen, das inzwischen auch mordlustige Touristen aus aller Welt anzieht. Gleichzeitig plädiert eine aufstrebende Senatorin für die Abschaffung der alljährlichen Purge, die sich vor allem gegen die Armen und Unschuldigen richtet, und gerät damit ins Visier der hochrangigen Eliten.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Leo Barnes (Frank Grillo) sich während der PURGE-Nacht im letzten Moment dagegen entschied, an dem Mann Rache zu üben, der Schuld am Tod seiner Tochter hatte. Es ist Wahljahr und mittlerweile arbeitet er als Sicherheitschef der Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Mitten in ihrer Präsidentschaftskampagne steht die alljährliche PURGE-Nacht bevor, die ihre politischen Gegner natürlich nicht ungenutzt lassen wollen. Nach einem hinterhältigen Verrat ist die bedingungslose Jagd auf die Senatorin eröffnet und Leo hat alle Hände voll zu tun, die Senatorin aus der Schusslinie zu bringen und die Nacht zu überleben …

Besetzung: Frank Grillo, Elizabeth Mitchell, Edwin Hodge, Betty Gabriel, JJ Soria, Mykelti Williamson
Drehbuch und Regie: James DeMonaco
Produktion: Jason Blum, Michael Bay, Andrew Form, Brad Fuller, Sébastien Kurt Lemercier

Kinostart: 15.09.2016

purge electionErlebbarer Raubtierkapitalismus. Die fürsorgliche Senatorin, die selbstlos alle retten will, muss allerdings in der Realität noch erfunden werden. Wenn auch simpel, so ist das vermittelte Weltbild erfrischend anders als das übliche, blind verlogene „für Kirche und Vaterland“. Trotz verhältnismäßig kostengünstiger Realisation wäre ein solcher Film in Deutschland undenkbar: Hier verhindert die – als „Förderanstalt“ getarnte – Zensurbehörde jegliche Staatskritik schon im Ansatz. Deutsche Fördergelder gehen ausschließlich an regierungskonforme Produzenten oder US-Großkonzerne.

Dezember 30th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

New York im Jahr 2005: Der Dollar ist stark, die Wirtschaft boomt. An der Wall Street werden jeden Tag aufs Neue Börsen- und Wertpapiergeschäfte in gigantischem Umfang getätigt. Mit immer komplexer werdenden Immobilienprodukten, hervorragenden Renditen und vermeintlich minimalem Risiko werden selbst Arbeitslose zu Villenbesitzern und den Maklern, Versicherern und Bankenbossen winkt das schnelle Geld. Was die Finanzbosse, die Medien und die Regierung nicht erkennen, durchschaut der eigenwillige Hedgefonds-Manager Michael Burry (Christian Bale) sofort: Er prognostiziert schon in wenigen Jahren das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und den daraus resultierenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft, der Millionen Menschen heimat- und arbeitslos machen wird. Als Burry vor der großen Katastrophe warnt, will niemand auf ihn hören – zu sicher fühlen sich die Bankenbosse und tun seine Prognosen ab. Daraufhin entwickelt Burry einen perfiden Plan: den „Big Short“. Durch sogenannte „Shortings“, Leerkäufe von Aktien großer Investmentbanken, wettet er gemeinsam mit weiteren risikofreudigen Spekulanten, wie dem unbeirrbaren Trader Mark Baum (Steve Carell), dem geldgierigen Deutsche-Bank-Makler Jared Vennett (Ryan Gosling) und dem früheren Star-Investor Ben Rickert (Brad Pitt), gegen das Finanzsystem, um selbst das unfassbar große Geld zu machen. Das Desaster und der absolute Wahnsinn jenseits aller moralischen Grenzen hat begonnen …

REGIE Adam McKay DREHBUCH Charles Randolph und Adam McKay BESETZUNG Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Marisa Tomei u. a. PRODUKTION Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner und Arnon Milchan BASIEREND AUF DEM BUCH „The Big Short“ von Michael Lewis

Kinostart: 14.01.2016

www.thebigshortmovie.com

Die wahre Geschichte vom Platzen der Immobilienblase 2008. Coproduziert von Brad Pitt. Die kriminellen Machenschaften des mafiösen Klüngels wurden weder aufgeklärt, geahndet noch werden sie in Zukunft verhindert. Trotz ungelenker, zu harmloser Inszenierung wird ein Bewusstsein für das Big Game und für bedenkliche Strukturen hinter den Kulissen gestärkt. Die Kombination aus Herdenhirnlosigkeit, menschenunwürdiger Skrupellosigkeit der Gierigen, gepaart mit kurzsichtig korrupter Feigheit von Medien und Politik, führt systemimmanent in Abgründe. Die Lösungen sind bekannt, werden jedoch nicht umgesetzt. Solange Schwerstkriminelle in Konzernen nicht belangt werden und Lobbyismus wuchert, steuern wir auf eine mafiöse Diktatur organisierter Kriminalität zu.

Mai 18th, 2015 by kritiker

 

Wertung für OV

A WORLD BEYOND erzählt die faszinierende Abenteuerreise des ungleichen Paars Frank (Oscar®-Preisträger George Clooney) und Casey (Britt Robertson): Angespornt von wissenschaftlicher Neugier und voller Optimismus begibt sich der aufgeweckte Teenager auf eine gefahrenvolle Mission, zu der sie das Schicksal mit Frank zusammengeführt hat. Gemeinsam mit dem resignierten Wissenschaftler, dessen frühere Tage als einstiges Wunderkind mittlerweile schon lange zurückliegen, macht sie sich auf, die Geheimnisse des mysteriösen Tomorrowlands zu entdecken. Ob und wie sie die Herausforderungen, die die beiden dort erwarten, meistern werden, wird die Welt – und sie selbst verändern … für immer!

Regie: Brad Bird
mit George Clooney, Hugh Laurie, Britt Robertson, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Kathryn Hahn, Keegan-Michael Key, Thomas Robinson

Kinostart: 21.05.2105

http://filme.disney.de/a-world-beyond

Disney tourt uns durch den Themenpark Zukunft. Die Magie der Gutenachtgeschichte entfaltet sich markenkonform – rührende Heranwachsende und Feuerwerk. Den vergleichsweise weitsichtigen Ansprüchen eines Walt Disney werden die Metaebenen nicht gerecht, Schlussfolgerungen bleiben wie viele Handlungsdetails auf Kindergartenniveau. Immerhin erwecken Auseinandersetzungen mit der Zukunft – egal wie naiv und realitätsfremd – abstraktes Denken. Hoffentlich.
So treuherzig anrührend die Sieh-alles-positiv-dann-wird-es-so-Botschaft auch ist, so sinnlos ist der Seitenhieb auf kritische Vorhersagen. Oder geraten jetzt sogar schon die Überbringer unbequemer Wahrheiten ins Visier? Und würde das nicht völlige Blindheit bedeuten und im Widerspruch zum geforderten „fix it“ der Welt stehen? Denn eigentlich ergänzen sich Kritik und Positivismus: ohne Warnungen vorausschauender Idealisten hätten wir Luftverhältnisse wie in China, atomverseuchte Böden etc. Real geht es leider nur sekundär um technische Entwicklungen, das eigentliche Problem ist die skrupellose Gier der herrschenden Mafias. Und die lassen sich von dem im Film propagierten positiven Denken und Optimismus eher wenig beeindrucken. Auch wenn das ganz toll schön wäre.

Mai 15th, 2014 by kritiker

 

MALEFICENT – DIE DUNKLE FEE ist die bisher noch nie erzählte Geschichte von Maleficent, der bösen Fee aus dem Disney-Klassiker DORNRÖSCHEN. Es ist die Geschichte des Verrats, der ihr reines Herz einst zu Stein verwandelt hat. Auf Rache sinnend versucht sie mit allen Mitteln ihr Reich aus Moor und Wald zu beschützen und belegt schließlich Aurora, das neugeborene Kind des Königs, mit dem grausamen Fluch, den wir alle kennen: noch vor ihrem 16. Geburtstag wird Aurora sich an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen. Als die Königstochter allerdings über die Jahre heranwächst, erkennt Maleficent nach und nach, dass Aurora selbst der friedenbringende Schlüssel zu allem ist – auch zu ihrem eigenen Glück.

Als Szenenbildner und zweifacher Oscar®-Preisträger hat Robert Stromberg mit gewaltigen Bildern in AVATAR und ALICE IM WUNDERLAND bereits das Publikum überzeugt, mit MALEFICENT – DIE DUNKLE FEE startet er seine erste große Regiearbeit. Neben Angelina Jolie (SALT, LARA CROFT, DURCHGEKNALLT, DER FREMDE SOHN) glänzen in weiteren Rollen Sharlto Copley (DISTRICT 9), Elle Fanning (SUPER 8, SOMEWHERE), Sam Riley (UNTERWEGS – ON THE ROAD), Imelda Staunton (VERA DRAKE), Juno Temple (ABBITTE, DIE DREI MUSKETIERE) und Lesley Manville (LÜGEN UND GEHEIMNISSE). Als Produzent fungiert Joe Roth (SNOW WHITE & THE HUNTSMAN, ALICE IM WUNDERLAND), als Drehbuchautorin Linda Woolverton (DER KÖNIG DER LÖWEN, DIE SCHÖNE UND DAS BIEST) und als ausführende Produzenten zeichnen Angelina Jolie, Don Hahn, Palak Patel, Matt Smith und Sarah Bradshaw verantwortlich.

Kinostart: 29.05.2014

www.disneymaleficent.de

Wunderschöner Märchenfilm, der mit mutiger Geschichte verführt. Für das Fantasy-Creature-Design wurden anscheinend die Unendliche-Geschichte-Mülltonnen aus den Achtzigern geplündert – das reißen herzzerreißende Musik, prächtige Kostüme und stimmiges Drehbuch aber locker wieder raus.

 

 

April 30th, 2014 by kritiker

 

Mac (Seth Rogen) und Kelly (Rose Byrne) haben ihre wilden Party-Zeiten hinter sich. Die frischgebackenen Eltern genießen nun das besinnliche Leben am Stadtrand. Doch diese Idylle endet schneller als erwartet, als eine Horde lautstarker Studenten der Delta Psi-Verbindung in ihre direkte Nachbarschaft zieht: Rücksicht? Nachtruhe? Hilfsbereitschaft? Das sind Fremdwörter für die partywütigen Studenten. Angeführt vom charismatischen Studenten Teddy (Zac Efron) feiern sie ein feuchtfröhliches Fest nach dem anderen. Auf der einen Seite wollen Mac und Kelly ihren Traum vom lauschigen Vorstadtidyll nicht aufgeben. Auf der anderen Seite wollen sich die Mittdreißiger beweisen, dass sie sich trotz allem ein Mindestmaß an Coolness bewahrt haben. So versuchen sie zunächst, keine Spielverderber zu sein und aus dieser ungemütlichen Situation das Beste zu machen. Doch die wilden Partys der Studentenverbindung werden immer ausufernder – und die Beziehung zwischen den Nachbarn immer angespannter. Man sabotiert sich, stellt sich gegenseitig bloß und versucht dem jeweils anderen das Leben zur Hölle zu machen. Die Lage spitzt sich dermaßen zu, dass entweder die College-Kids aus der Siedlung geworfen werden – oder das junge Ehepaar den letzten Funken gesunden Verstand einbüßen wird, das ihnen noch geblieben ist.

Kinostart: 08.05.2014

http:bad-neighbors.html

Leichte Unterhaltung mit Seth Rogen und Zac Efron – je weniger man erwartet, desto besser. Der lockere Schwung rettet über Untiefen und biedere Gemeinplätze. Die Deutschen dürfen wieder mal nur eine zensierte Version sehen.

 

 

 

April 5th, 2014 by kritiker

 

In der 3-D-Computeranimationsstory geht es um Emmet, eine ganz normale, völlig durchschnittliche LEGO-Figur, die stets alle Regeln befolgt. Durch ein Missverständnis wird Emmet jedoch für einen außergewöhnlichen Helden gehalten, der als Einziger die Welt retten kann. Deshalb begleitet er eine Gruppe von Fremden auf einer gewaltigen Mission, um dem bösen Tyrannen das Handwerk zu legen. Urkomisch wird es deshalb, weil der arme Emmet von dieser Aufgabe heillos überfordert ist.

Phil Lord & Christopher Miller („21 Jump Street“, „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“) schrieben das Drehbuch nach einer Story von Dan Hageman & Kevin Hageman und Phil Lord & Christopher Miller – als Vorlage dienen LEGO-Steine und -Spielzeug. Die Filmproduktion verantworten Dan Lin („Sherlock Holmes“, „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“) und Roy Lee („Departed – Unter Feinden“, „Drachenzähmen leicht gemacht“).

Kinostart: 10.04.2014

www.lego.com/de-de/movie

Gut gemacht, wenn auch nicht unbedingt für Kinder unter 6 Jahren geeignet. Aber die FSK gibt alles ab 0 Jahren frei, was irgendwie mit Glaube zu tun hat. Immerhin wird nicht direkt für christlichen Glauben geworben, sondern eher für einen diffusen an sich selbst. Aber Glaube muss es wohl irgendwie sein, denn der, gepaart mit Streben nach vorgegebener „Individualität“ (die manchmal eher wirkt wie Verkaufstaktik für Produkte, die niemand wirklich braucht), vernebelt Denken und hinterfragtes Wissen, die möglicherweise blinden Konsum ausbremsen könnten.
Andererseits räumen die Drehbuchautoren Kreativität einen hohen Stellenwert ein und „Lord Business“, Überwachung und Gleichschaltung werden als böse bezeichnet.
Die Lego-Action-Animationen gefallen – insgesamt ansprechendes Popcornkino.

Januar 28th, 2014 by kritiker

 

Wertung für OV

Ende der 70er im schillernden New York: Irving Rosenfeld (Christian Bale) besitzt mehrere Waschsalons, aber sein Geld verdient er mit dubiosen Geldgeschäften und Kunstfälschungen. Mit Hilfe seiner Geschäftspartnerin und verführerischen Geliebten Sydney Prosser (Amy Adams) hat er es zu einem kleinen Vermögen gebracht. Als der überambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) den beiden brillanten Trickbetrügern auf die Schliche kommt, lässt sich das Gaunerpaar auf einen ungewöhnlichen Deal ein: DiMaso setzt die beiden als Lockvögel auf die Politikprominenz New Jerseys an. Vor allem auf den Bürgermeister von Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner), hat er es abgesehen. Hinter dessen Saubermann-Image vermutet er Korruption und Mafiaverbindungen. Am Ende könnte es allerdings Irvings unberechenbare und eifersüchtige Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) sein, die die gesamte Operation zum Platzen bringt…

Kinostart: 13.02.2014

www.americanhustle.de

Alles ist Schein zur Profitmaximierung. Auch dieses kompetent besetzte, für 10 Oscars nominierte 138-Minuten-Werk. Bis zu den letzten Schichten der Zwiebel dringt David O. Russell nicht vor, entblättert aber amüsant unterhaltsam die kriminellen Hintergründe der US-amerikanischen Geschäftswelt der späten 70er und setzt seine ausgezeichneten Darsteller trefflich in Szene. Tiefer gehende Reflexionen über Wertmaßstäbe darf man nicht erwarten.
Das wiederholte Herausstellen der angeblichen Verdienste der Mafia und korrupter Politiker für das Allgemeinwohl wirkt selbst aus dem Mund des kriminellen Hauptdarstellers seltsam aufgesetzt und überflüssig – hinter der Tarnung als Statements eines erzählenden Protagonisten lauern unreflektierte amoralische Abgründe.

Januar 11th, 2014 by kritiker

 

Wertung für OV

Nach einer wahren Begebenheit erzählt THE WOLF OF WALL STREET die Geschichte des New Yorker Börsenmaklers Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio). Belfort lebt seine eigene Version des amerikanischen Traums: Auf dem Weg nach oben findet er sich schnell in der korrupten Realität des Kapitals zurecht. Denn der Erfolg kennt nur eine Maxime: hemmungslose Habgier. Als Broker jongliert Belfort bald mit Millionen, feiert Ende der 80er- Jahre exzessive Erfolge mit seiner Maklerfirma „Stratton Oakmont“ und lebt schon mit Anfang 20 ein Leben in überbordendem Luxus und Überfluss – was ihm den Titel „The Wolf of Wall Street“ einbringt. Geld. Macht. Frauen. Drogen. Die Versuchungen lauern überall und ein Widerstehen ist nicht nötig! Belfort und seine Wolfsmeute lassen sich von keiner Behörde einschüchtern. Sie erkennen schnell, Bescheidenheit wird überbewertet und das Credo der Ellenbogengesellschaft lautet: Mehr ist nie genug!

Kinostart: 16.01.2014

http:the-wolf-of-wall-street

Drei Stunden knackige Unterhaltung ohne Langeweile – Martin Scorsese is back. Die hochgradig amoralische Story basiert auf der Selbstbeweihräucherung eines Börsenmaklers, nicht zu verwechseln mit einer „wahren Geschichte“. Das „Geschäftsmodell“ entspricht den „Wetten“ der Mafiosi: wenn sie gewinnen, zahlt der Andere, wenn sie verlieren, auch. Der Andere ist im Endeffekt der Steuerzahler. Die Risiken sind überschaubar, Gefängnis droht den wenigsten, auch wenn in den USA – anders als im bananenrepublikanischen Zockerparadies Deutschland – immerhin ein paar Bauernopfer vor Gericht gestellt werden.

November 18th, 2013 by kritiker

 

Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und lässt alle bisherigen Gewinner bei den anstehenden Hungerspielen noch einmal gegeneinander antreten. Auch Katniss und Peeta werden in die Arena geschickt und müssen sich erneut dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind…

Kinostart: 21.11.2013

www.tributevonpanem.de

Der zweite Teil der Sci-Fi Trilogie. Auch wenn das Produktionsdesign nur mäßig begeistert, der vermittelte Spirit ist überwiegend positiv. Die 146 Minuten ziehen sich ein wenig und einiges wirkt schlampig geschrieben, aber für jede Systemkritik – und sei sie auch noch so abstrakt märchenhaft oder teenietauglich infantil – darf man in der gegenwärtigen, gleichgeschalteten Kinowelt zombiehafter Affirmation dankbar sein.

 

November 7th, 2013 by kritiker

 

CAPTAIN PHILLIPS beschreibt die Entführung des US Containerschiffs MaerskAlabama durch somalische Piraten im Jahr 2009.  Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem kommandierenden Offizier der Alabama, Kapitän Richard Phillips (TOM HANKS), und dem somalischen Piratenkapitän Muse (BARKHAD ABDI), der ihn entführt. Phillips und Muse geraten auf einen unumkehrbaren Kollisionskurs, als Muse und seine Crew das unbewaffnete Schiff von Phillips ins Visier nehmen. In der Folge kommt es zu einer äußerst verfahrenen Pattsituation und die beiden Männer finden sich 145 Meilen vor der somalischen Küste Kräften ausgeliefert, die jenseits ihrer Kontrolle liegen.

Kinostart: 14.11.2013

www.captain-phillips.de

Erstaunlich nüchtern erzählt, spannend bis zur letzten Minute. Tom Hanks spielt hervorragend. Ärgerlicherweise wurde auf Dokumentarfilmstil getrimmt, die Bildqualität ist unterdurchschnittlich. Auch wenn erfreulicherweise nicht nur eine Seite beleuchtet wird, bleibt ein Militärpropaganda-Nachgeschmack. Die Situation der Somalis wird angedeutet, für einen wirklich großen Film fehlen Backgrounds – beispielsweise Fakten zur illegalen Überfischung durch Großkonzerne vor der afrikanischen Küste. Würden Greenpeace und Umweltaktivisten gefördert, anstatt bekämpft und Warlords keine Waffen verkauft, hätten die USA und Europa Milliarden Militärausgaben sparen können.

September 16th, 2013 by kritiker

Wertung nur für Extended Cut, OV auf Blu-ray

Blu-ray Start: 2013

http://thecampaignmovie.warnerbros.com

Will Ferrell spielt einen wahlkämpfenden Kongressabgeordneten. Der furiose Spaß wird in der Kinofassung leider durch ein enttäuschendes letztes Drittel getrübt – dank massiver Zensur. Die unzensierte Fassung ist nur als Extended Cut auf der Blu-ray zu sehen.
Die anfangs couragiert witzige Komik wird durch das naiv märchenhafte Ende und einseitig gefärbte, realitätsfern unkomische Fantasievorstellungen – des doofen, aber herzensgut ehrlichen republikanischen Kandidaten – überschattet, doch ohne die wäre der Film möglicherweise nicht finanziert worden. Viele kleine Denkanstöße, wie der Hinweis auf die Manipulationsmöglichkeiten mittels elektronischer Wahlmaschinen zeugen jedoch von Relevanz.