September 8th, 2019 by kritiker

daumen03

 

Wertung für OV

Kinostart: 19.09.2019

Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) reist an den äußersten Rand des Sonnensystems, um seinen vermissten Vater zu finden und mysteriöse Vorgänge aufzudecken, die das Überleben auf unserem Planeten bedrohen. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen.

Regisseur: James Gray
Produzenten: Brad Pitt, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, James Gray, Anthony Katagas, Rodrigo Teixeira, Arnon Milchan
Drehbuch: James Gray, Ethan Gross
Besetzung: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Liv Tyler, Donald Sutherland

ad astraWirrer, aufgeblasener Quatsch – der immerhin größtenteils nicht auf der Erdoberfläche spielt. Beschränktheit trieft aus den Details, die Metaphern gehen nicht auf – dessen ungeachtet schön gefilmt.

 

 

 

Mai 21st, 2019 by kritiker

daumen0351

 

Wertung für OV

Kinostart: 30.05.2019

Mitte der 1960er-Jahre: Reginald Dwight (Taron Egerton) ist ein ganz normaler Junge in einem Vorort von London, ein bisschen dick, viel zu schüchtern – nur am Klavier fühlt er sich wirklich wohl. Doch als er nach London kommt, kann er endlich seine wahre Leidenschaft ausleben: den Rock ’n’ Roll. Er trifft den Texter Bernie Taupin (Jamie Bell) und erregt schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Szene. Nur der Name passt noch nicht: Erst als Reginald sich in Elton John umbenennt, steht seinem raketengleichen Aufstieg nichts mehr im Weg, denn auf der Bühne verwandelt sich der schüchterne Reggie in einen außergewöhnlichen Rocksänger. In kürzester Zeit schießt Elton John ganz nach oben in die Charts, schreibt einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen und trägt immer wildere Kostüme und Brillen. Doch wer steil aufsteigt, kann auch tief fallen, und Elton John ist klar, dass er nicht auf ewig ein Rocketman sein kann.

REGIE Dexter Fletcher
DREHBUCH Lee Hall
DARSTELLER Taron Egerton, Jamie Bell, Richard Madden, Bryce Dallas Howard u.a.
PRODUZENTEN David Furnish, Matthew Vaughn, Adam Bohling, David Reid
AUSFÜHRENDER PRODUZENT Elton John

RocketmanSo berührend einige Szenen, vor allem wegen der Untermalung durch seine Songs, auch sind, insgesamt bleibt ein Gefühl von linientreuer Oberflächlichkeit – das von Elton John mitproduzierte Musical-Biopic bleibt gefangen in selbstsüchtiger Larmoyanz. Kein Blick über den Tellerrand hinaus. Rock ’n‘ Roll-Lifestyle soll überwunden werden, zugunsten von Kaufsucht – so wollen es die Profiteure der Konsumgesellschaft.

 

April 2nd, 2019 by kritiker

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Kinostart: 04.04.2019

Dr. Louis Creed, seine Frau Rachel und ihre beiden Kinder Gage und Ellie entfliehen der Großstadt für ein beschauliches Leben auf dem Land. Ganz in der Nähe ihres neuen Zuhauses und von dichtem Wald umgeben, befindet sich der unheimliche „Friedhof der Kuscheltiere“. Nach einem tragischen Zwischenfall bittet Louis seinen kauzigen Nachbarn Jud Crandall um Hilfe und löst damit ungewollt eine gefährliche Kettenreaktion aus, die etwas abgrundtief Böses freisetzt und das neu gewonnene Familienidyll bedroht. Schnell wird den Creeds klar, dass der Tod manchmal besser ist …

Das Regie-Duo Kevin Kölsch und Dennis Widmyer („STARRY EYES“, „HOLIDAYS“) bringt den düsteren Stephen-King-Klassiker in neuem Gewand auf die Kinoleinwand. Neben Jason Clarke („AUFBRUCH ZUM MOND“, „WINCHESTER: DAS HAUS DER VERDAMMTEN“) konnten sie John Lithgow („INTERSTELLAR“, „DIE ERFINDUNG DER WAHRHEIT“) und Amy Seimetz („ALIEN: COVENANT“, „Stranger Things“) für die Hauptrollen gewinnen. Als Produzenten zeichnen Größen wie Lorenzo die Bonaventura („BUMBLEBEE“, „MEG“), Steven Schneider („INSIDIOUS: THE LAST KEY“, „GLASS“) und Mark Vahradian („BUMBLEBEE“, „TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT“) verantwortlich. Executive Producer ist Mark Moran („AMITYVILLE: THE AWAKENING“). Das Drehbuch stammt von Jeff Buhler („JACOB’S LADDER“) und basiert auf Stephen Kings Bestsellerroman.

friedhof der KuscheltiereManchmal braucht es erst mittelmäßige Remakes, um die Brillanz des Originals würdigen zu können.

 

 

 

 

März 30th, 2019 by kritiker

daumen0252

 

Kinostart: 04.04.2019

Kolumbien 1968: Lange bevor der Name Pablo Escobar in aller Munde ist, legt eine Familie des matriarchalisch geprägten Wayuu-Stammes den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land später so berühmt-berüchtigt werden wird. Der junge Rapayet verkauft etwas Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Das Geschäft boomt, und er steigt bald zum reichsten Mann der abgelegenen Steppenregion auf. Doch der Reichtum ist mit einem hohen Preis verbunden. Ein brutaler Krieg um Macht und Geld bricht aus und setzt nicht nur das Leben des Stammes, sondern auch ihre Kultur und Traditionen aufs Spiel.

Regie: Cristina Gallego und Ciro Guerra
mit Natalia Reyes, Carmiña Martínez, José Acosta u.a.

Birds of PassageDie Anfänge des kolumbianischen Drogenhandels in den frühen Sechzigern. Man wird das Gefühl nicht los, dass jegliche Schuld an Gier und Gewalt den Indianern und ihren Sitten zugeschustert werden soll. Ursachen, mafiöse Auftraggeber aus den USA und verfehlte Drogenpolitik werden nicht thematisiert, geschweige denn hinterfragt. Einseitige Diskreditierung von Indianern passt zu den Massenmorden an indigener Bevölkerung und Oppositionellen im rechtskonservativ regierten Kolumbien.

Januar 25th, 2019 by kritiker

daumen03

 

Wertung für OV

Kinostart: 31.01.2019

Eastwood spielt Earl Stone, einen Mann in seinen Achtzigern, der – hoch verschuldet und allein – vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens steht, als er ein Jobangebot erhält, bei dem er lediglich Auto fahren soll. Doch ohne es zu wissen, hat Earl als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job gut – sogar so gut, dass seine Fracht immer wertvoller wird und er einem Aufpasser des Kartells zugeteilt wird. Aber der ist nicht der Einzige, der Earl beobachtet: Der mysteriöse neue Drogenkurier ist ebenfalls auf dem Radar des knallharten DEA-Agenten Colin Bates aufgetaucht. Doch auch wenn seine Geldprobleme nunmehr der Vergangenheit angehören, belasten Earl die Fehler seiner Vergangenheit zunehmend – und es ist ungewiss, ob er noch Zeit hat, das Geschehene wiedergutzumachen, oder ob das Gesetz – oder das Kartell – ihn vorher erwischen wird.

Darsteller: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Peña, Dianne Wiest, Andy Garcia, Taissa Farmiga
Regie: Clint Eastwood

The MuleDas einfache Weltbild eines alten Mannes, gespickt mit Rassismus und teils possierlichen Vorstellungen von Realität, spiegelt nicht nur die Naivität des Protagonisten. Trotzdem kann Eastwoods altbackene Schlichtheit zu Reflektion animieren. Nicht nur weil der Film auf emotionaler Ebene glaubwürdig ist, sondern weil die Zeit zum Nachdenken über das, was am Ende des Lebens wichtig gewesen sein könnte, genutzt werden kann. Wobei dann hoffentlich mehr herauskommt als nur das eigene Wohlergehen und das der Sippe.

Dezember 12th, 2018 by kritiker

daumen03

 

Wertung für OV

Kinostart: 20.12.2018

Ein actionreiches Abenteuer in der optisch atemberaubenden Unterwasserwelt der sieben Meere: In „Aquaman“ mit Jason Momoa in der Titelrolle geht es um die Vorgeschichte des halb menschlichen Atlanters Arthur Curry, der sich seinem Schicksal stellen muss, um herauszufinden, wer er wirklich ist: Verdient er es überhaupt, die ihm von Geburt an zustehende Königswürde anzunehmen?

Regie: James Wan
Mit: Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, Dolph Lundgren, Nicole Kidman, Ludi Lin, Yahya Abdul-Mateen Ii, u.v.m.

AquamanErwartungsgemäß fette Optiken, wenn auch stilistisch fragwürdig. Der Handlungsverlauf ähnelt dem von Action-Videospielen: Irgendein Blabla, um billig zur nächsten Klopperei zu kommen. Immerhin wird die Verpestung der Meere als menschengemacht erkannt – allerdings vom Bösewicht.

 

 

November 1st, 2018 by kritiker

daumen0351

 

Kinostart: 15.11.2018

Zweiter Teil der „Harry Potter“-Spin-off-Reihe, in dem es Newt Scamander mit dem gefährlichen Zauberer Grindelwald aufnehmen muss. Eigentlich hatten Newt Scamander (Eddie Redmayne), Tina (Katherine Waterston) und Queenie (Alison Sudol) sowie Muggel Jacob Kowalski (Dan Fogler) dafür gesorgt, dass Gellert Grindelwald (Johnny Depp) hinter Gitter kommt. Doch dem dunklen Zauberer gelingt die Flucht und er schart eine große Anhängerschaft um sich, um mit deren Hilfe eine von reinblütigen Zauberern beherrschte Welt zu etablieren. Einzig Grindelwalds ehemaliger Freund Albus Dumbledore (Jude Law) könnte ihn aufhalten, doch kann aus persönlichen Gründen nicht gegen ihn vorgehen und bittet daher Newt Scamander und seine Freunde um Hilfe. Bei ihrer Mission verschlägt es sie nach Paris, wo sie zahlreiche Herausforderungen bestehen müssen, was durch einige private Probleme erschwert wird, denn Newts ehemalige Geliebte Leta Lestrange (Zoë Kravitz) ist mittlerweile mit seinem Bruder Theseus (Callum Turner) zusammen…

Cast: Johnny Depp, Jude Law, Eddie Redmayne (Newt Scamander), Dan Fogler, Ezra Miller, Katherine Waterston, Alison Sudol, Zoë Kravitz (Leta Lestrange), Callum Turner (Theseus Scamander), Claudia Kim (Maledictus), Carmen Ejogo (Seraphina Picquerry), Ólafur Darri Ólafsson (Skender)
Kamera: Philippe Rousselot
Regie: David Yates
Drehbuch: Joanne K. Rowling

Phantastische-Tierwesen-2-Grindelwalds-Verbrechen.Kann leider nicht mit dem wunderbaren, feinfühligen ersten Film des Harry Potter Spin-offs mithalten, der wie eine Hymne auf Erhalt und Wert von Artenvielfalt wirkte. Der zweite Teil ist nur Auftakt für die nächsten, die in Details verlorene Erzählung macht wenig Lust auf mehr.

 

 

Juli 10th, 2018 by kritiker

daumen03

 

Wertung für 3D-Version im Imax

Kinostart: 12.07.2018

Eine neue berufliche Herausforderung in Hongkong wird zum Albtraum für den Kriegsveteranen und ehemaligen FBI-Einsatzchef Will Sawyer (Dwayne Johnson), der im The Pearl, dem mit 240 Stockwerken höchsten Wolkenkratzer der Welt, für Sicherheit sorgen soll. Kaum hat Will sein Amt angetreten, kommt es zur Katastrophe: Die 96. Etage steht plötzlich in Flammen. In den Stockwerken darüber ist seine Familie eingeschlossen, ohne eine realistische Chance auf Rettung. Zu seinem Entsetzen wird er auch noch beschuldigt, die Feuersbrunst selbst entfacht zu haben! Verzweifelt versucht Sawyer, die Brandstifter zu finden, seine Familie aus dem flammenden Inferno zu retten und seine Unschuld zu beweisen.

Besetzung: Dwayne Johnson, Neve Campbell, Chin Han, Noah Taylor, Roland Møller, Byron Mann, Pablo Schreiber, Hannah Quinlivan Regie und Drehbuch: Rawson Marshall Thurber Produktion: Beau Flynn, Dwayne Johnson, Rawson Marshall Thurber, Hiram Garcia

skyscraper1Wrestling ist vergleichsweise anspruchsvoll. Aber wenn man bedenkt, wie Viele glauben, dass nur aufgrund asymmetrischer Feuer perfekt symmetrische Hochhaus-„Einstürze“ real möglich seien, dann relativieren sich Spezifizierungen von Schwachsinn.

 

 

Juni 23rd, 2018 by kritiker

daumen03

 

Kinostart: 16.08.2018

Hamburg, St. Pauli, Silvester. Oskar Wrobel betreibt einen Musikclub in einem alten Krankenhaus am Ende der Reeperbahn. Sein Leben war ein Fest. Doch jetzt sieht es aus, als ob es zu Ende wäre. Denn während in den Straßen von St. Pauli die Böller explodieren, laufen die Vorbereitungen für die große Abrissparty – der Club muss schließen. Oskar hat Schulden und keine Ahnung, was aus ihm werden soll. Zum Glück bleibt ihm kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn ein verzweifelter Ex-Zuhälter stürmt seine Wohnung, sein bester Freund Rocky zerbricht am Ruhm, die lebenslustige Nina malt alles schwarz an, im Club geht’s drunter und drüber, und dann sind da noch der tote Elvis, die Innensenatorin und — Mathilda, Mathilda, Mathilda.

Regie: Jacob Lass
Eine Produktion von C-Films in Ko-Produktion mit DCM und Tatami Films, unterstützt von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

Standfoto

Die ohnehin dürftige Story aus Hanekamps Roman wurde noch weiter ausgedünnt, dafür mit deplaciertem katholischem Tand ausgestattet. Das Improvisationskonzept geht nicht zufriedenstellend auf, es verwässert Stringenz und dramaturgische Dynamik. Immerhin wurden ein paar gesellschaftskritische Anmerkungen Richtung CDU, hauptverantwortlich für Gentrifizierung, zugelassen.

 

Februar 28th, 2018 by kritiker

daumen035

 

Kinostart: 01.03.2018

Dominika Egorova ist vieles. Eine hingebungsvolle Tochter, entschlossen ihre Mutter um jeden Preis zu beschützen. Eine Primaballerina, die ihren Körper und Geist mit eiserner Disziplin bis zum absoluten Limit gepusht hat. Eine Meisterin des verführerischen und manipulativen Kampfes. Als eine Verletzung ihrer Karriere ein Ende setzt, sehen Dominika (Jennifer Lawrence) und ihre Mutter einer trostlosen und unsicheren Zukunft entgegen. Daher lässt sie sich schnell dazu überreden, eine der neusten Rekruten der Sparrow School zu werden, einem Geheimdienst, der außergewöhnliche junge Menschen wie sie trainiert, ihren Körper und Verstand als Waffe einzusetzen. Nachdem sie den abartigen und brutalen Trainingsprozess überstanden hat, entwickelt sie sich zum gefährlichsten Sparrow, den das Programm je hervorgebracht hat. Dominika muss ihr Leben auf ihre neue machtvolle Situation abstimmen und das betrifft auch alle ihr nahestehenden Menschen, die sich durch sie in Gefahr befinden – darunter auch ein amerikanischer CIA Agent (Joel Edgerton), der versucht, sie davon zu überzeugen, dass er die einzige Person ist, der sie trauen kann.

Regie: Frances Lawrence
Drehbuch: Justin Haythe, basierend auf dem Buch von Jason Mathews
Produzenten: Peter Chernin und Steve Zaillian
Mit: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenarts, Jeremy Irons, Mary-Louise Parker, Charlotte Rampling.

red-sparrowUS-Geheimdienst-Propaganda – gewohnt simples „gut-böse“ Schema, unnötige Folterszenen. Die Story geht nicht zufriedenstellend auf. Jennifer Lawrence spielt ansehnlich. Immerhin wurde diese Produktion nicht mit deutschen Steuergeldern finanziert, so wie etliche andere (Propaganda-) Filme großer US-Konzerne.

 

 

November 21st, 2017 by kritiker

daumen035

 

Wertung für OV

Kinostart: 18.01.2018

Die Ressourcen der Erde neigen sich dem Ende zu und der Planet platzt aus allen Nähten. Um das Problem der Überbevölkerung zu lösen, haben norwegische Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit der sie Menschen schrumpfen und somit ihre Bedürfnisse und ihren Konsum enorm verringern können. Ein 12 Zentimeter kleiner Mensch verbraucht schließlich weniger Wasser, Luft und Nahrung als ein großer. In der Hoffnung auf ein glücklicheres und finanziell abgesichertes Leben in einer besseren Welt, entscheiden sich Durchschnittsbürger Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) ihr stressiges Leben in Omaha hinter sich zu lassen und ihr großes Glück in einer neuen „geschrumpften“ Gemeinde zu suchen. Eine Entscheidung, die ein lebensveränderndes Abenteuer bereithält …

REGIE Alexander Payne
DREHBUCH Alexander Payne, Jim Taylor
DARSTELLER Matt Damon, Christoph Waltz, Hong Chau, Kristen Wiig, u.v.m.
PRODUZENTEN Mark Johnson, Alexander Payne, Jim Taylor

downsizingAußergewöhnlich. Zäh. Drastische Kürzungen und eine temporeichere Inszenierung hätten gut getan. Der Autor verschenkt viele Möglichkeiten und sitzt Vorurteilen auf. Systemkritik auf höherer Ebene wird diskreditiert, zugunsten der Beruhigung des Gewissens durch Unbedeutendes.

 

 

Juni 7th, 2017 by kritiker

daumen03

 

Kinostart: 29.06.2017

Mifti (Jasna Fritzi Bauer) ist 16, sieht aus wie 12, verhält sich wie Mitte 30 und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG. Ihr Vater hält Terrorismus für einen zeitgemäßen Karrierezweig und interessiert sich eher für Kunst als für Menschen; zur Schule gehen macht in diesem Setting weniger Sinn als sein Leben zwischen Parties, Drogen, Affären und Küchentischpolemiken zu verbringen. Sie ist wild, traurig, vernünftig und verliebt. Die Erwachsenen, auf die sie trifft, sind dagegen nur eines: verzweifelt. Entweder, weil bald die Welt untergeht, oder weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Also muss Mifti selbst erwachsen werden, auf die eine oder andere Weise.

Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Arly Jover, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Julius Feldmeier, Hans Löw, Christopher Roth, Bernhard Schütz
Produzenten: Hanneke van der Tas, Alain de la Mata
Co-Produzenten: Constanze Guttmann, Friederich Oetker
Redaktion: Cooky Ziesche (RBB), Cornelia Ackers
Executive Producer: Martin Moszkowicz, Oliver Berben
Regie und Drehbuch: Helene Hegemann

axolotlCopy (von Blogger Airen) und Paste wie in Hegemans gehyptem Roman funktioniert im Kino nicht, es bleiben nur Hohlheiten ohne Storyline, die von Pseudo-„Verrücktheiten“ übertüncht werden. Das ist das generelle Problem beim Diebstahl geistigen Eigentums: Sinn, Hintergründe und Entstehungswelten der Ideen werden meist nicht verstanden, es bleiben nur leere Hüllen – den Urhebern und eigentlichen Erfindern wird die Existenzgrundlage genommen, so dass originäres Neues nicht mehr entwickelt werden kann. Dem erzkonservativen Teil des Establishments ist das gerade recht, denn so bekommt potentiell gefährliches (weil unverstandenes) Gedankengut kein Forum, keine Öffentlichkeit. Immerhin holen die Schauspieler das Bestmögliche aus ihren Rollen und man kann Hegemann zugute halten, dass sie sich für (vergleichsweise) außergewöhnliche Nischen interessiert – auch wenn vieles so wirkt, als habe sie diese nicht selbst kennengelernt und zudem Kontroverses aus dem Buch nicht den Weg auf die Leinwand gefunden hat.